Von: ka
Bozen – Die Soziale Mitte der SVP traf sich im Rahmen eines Austausches mit der Caritas-Direktorin Beatrix Mairhofer und der Leiterin der Caritas-Schuldnerberatung, Petra Priller, um über die zunehmenden sozialen und finanziellen Belastungen vieler Familien in Südtirol zu sprechen.
Die Zahlen und Erfahrungen aus der Praxis sind alarmierend: Jeder fünfte Haushalt gilt als armutsgefährdet, immer mehr Familien schaffen es trotz Erwerbsarbeit kaum, bis zum Monatsende zu kommen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn außerordentliche Ausgaben anstehen, etwa für Reparaturen, medizinische Kosten oder unvorhergesehene Belastungen. „Wir sehen in unseren Beratungsstellen immer häufiger arbeitende Menschen, die dennoch arm sind“, erklärt Caritas-Direktorin Beatrix Mairhofer. „Armut ist längst kein Randphänomen mehr. Sie betrifft Familien, Alleinerziehende und Paare, die beide berufstätig sind, aber aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten kaum mehr Handlungsspielraum haben.“

Besonders betroffen sind Arbeiterinnen und Arbeiter in unqualifizierten Tätigkeiten, etwa im Reinigungsbereich oder als Hilfspersonal. „Diese Menschen leisten tagtäglich wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft“, unterstreicht Gabi Morandell, Vorsitzende der Sozialen Mitte. „Dass sie sich trotz Vollzeitbeschäftigung nichts zur Seite legen können, ist schlicht nicht akzeptabel.“
Petra Priller, Leiterin der Caritas-Schuldnerberatung, betont: „Viele Familien geraten bereits durch kleine, unvorhergesehene Ausgaben in eine finanzielle Schieflage. Es fehlen Rücklagen, und Schulden entstehen oft nicht aus Konsum, sondern aus Notwendigkeit. Das ist für die Betroffenen psychisch enorm belastend und raubt jede Zukunftsperspektive.”
Die Soziale Mitte der SVP sieht dringenden Handlungsbedarf. Nur durch faire und existenzsichernde Löhne können Familien über die Runden kommen. Jede Form von Arbeit muss entsprechend entlohnt und wertgeschätzt werden. Die Anliegen aus dem Austausch mit der Caritas sollen nun mit Nachdruck auf politischer Ebene eingebracht werden.




Aktuell sind 3 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen