Radmobilität im Mittelpunkt

Städtenetzwerk: Zeller ist neue Präsidentin

Freitag, 11. November 2022 | 16:34 Uhr

Meran – Das Städtenetzwerk Südtirol City ist ein Kooperationsnetzwerk von Bozen, Meran, Brixen, Bruneck, Glurns, Klausen und Sterzing. Auf der jüngsten Plenarsitzung wurde die Vizebürgermeisterin zur neuen Vorsitzenden gewählt. Seit 2008 geht es in der Interessensvereinigung, die ihren Sitz an der Eurac in Bozen hat, um die Förderung von gemeinsamen Initiativen wirtschaftlicher und kultureller Art. Aktuell stehen die nachhaltige Mobilität im Mittelpunkt, wobei das Thema Rad ein zentrales ist.

Die Politik brauche Daten und Fakten, um gute Entscheidungen zu treffen, brachte es der scheidende Präsident des Städtenetzwerks Peter Brunner, seines Zeichens Bürgermeister von Brixen bei der jüngsten Vollversammlung auf den Punkt. Zu diesem Anlass hat die Eurac relevante Mobilitätsdaten für Südtirol gesammelt und verdichtet. Es geht um Radnutzung, Verkehrsunfälle, Rettungseinsätze und Diebstähle ebenso wie um die wirtschaftliche Bedeutung des Radfahrens. So wurden in Südtirol im Jahr 2021 1,34 Mio. Radlerinnen und Radler gezählt, die meisten im August und samstags. Was die Verkehrsunfälle mit Fahrrädern betrifft, so waren diese im Jahr 2018 mit über 400 am höchsten und haben danach pandemiebedingt abgenommen. In 70 Prozent der Fälle waren keine Kraftfahrzeuge verwickelt. Allerdings zeigt sich ein klarer Trend in Richtung schwerer Unfälle, was den zunehmenden Einsatz von Rettungshubschraubern bedingt.

Die Radmobilität stellt auch für Südtirols Wirtschaft einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar. Dieser resultiert sowohl durch den Verkauf von Fahrrädern als auch durch den Radtourismus. Zudem wirkt sich die Radmobilität positiv auf die Gesundheit der Menschen und damit auf das Gesundheitswesen und dessen Kosten aus. In Südtirol beträgt die wirtschaftliche Bedeutung der Radmobilität über 100 Mio. Euro. Im Regionenvergleich ist dies der zweitbeste Wert hinter der Emilia-Romagna.

Nicht zuletzt aufgrund von Aktionen wie jener von „Südtirol radelt“, die es schon seit 2014 gibt, zeigt sich, wie nachhaltige Mobilität vor Ort gelingen kann. So wurden allein mit dieser Aktion bislang über 3 Mio. kg CO2 eingespart. Ein funktionierendes Netz öffentlicher Verkehrsmittel tut sein Übriges dazu. Und das Städtenetzwerk Südtirol City trägt mit der Initiative „Südtirol Radweg“ und regelmäßigen Events ebenso zur Information und Sensibilisierung bei, um das Radland Südtirol zu stärken. So geschehen im Frühjahr 2022 mit zwei Vortragsabenden in der Gemeinde Lana anlässlich der Etappenankunft der Tour of the Alps sowie mit der Sendereihe „Biciclissima“, die auf 100 regionalen Fernsehsendern Italiens sowie auf nationalen Programmen wie Sky mit einer Reichweite von mehreren 100.000 Zusehern ausgestrahlt wurde.

Für 2023 plant das Städtenetzwerk unter der neuen Präsidentin, Merans Vizebürgermeisterin Katharina Zeller, weiterführende Initiativen unter dem Motto „Erlebe deine Städte mit dem Rad“, bei der es in allen sieben teilnehmenden Städten Südtirols um spezielle Angebote geht, in denen das Thema Rad mit den Besonderheiten vor Ort und gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern weitere positive Effekte auf Lebensqualität und Wirtschaft bewirken soll.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "Städtenetzwerk: Zeller ist neue Präsidentin"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
brunner
brunner
Universalgelehrter
18 Tage 2 h

Habt ihr wirklich keine anderen Probleme? Sicherheit zum Beispiel?

thomas
thomas
Kinig
18 Tage 6 h

diese Katherine ist bei der falschen PArtei, ist bald grüner als die Grünen

wpDiscuz