Entwicklung der Südtirol-Autonomie

Streitbeilegung: Kompatscher bei Strategiegespräch in Wien

Mittwoch, 31. Mai 2017 | 19:22 Uhr

Wien – Am 19. Juni 1992, also vor genau 25 Jahren, haben Österreich und Italien vor der UNO erklärt, dass der Streit um Südtirol formell beigelegt ist. Diese Streitbeilegung stand im Mittelpunkt eines Strategiegespräches, zu dem Außenminister Sebastian Kurz heute (31. Mai) in das österreichische Bundesaußenministerium am Minoritenplatz nach Wien eingeladen. “Südtirol, die Autonomie, die Streitbeilegung können durchaus ein positives Beispiel für die Konfliktbeilegung in anderen Regionen sein”, führte Außenminister Kurz ein.

Unter der Moderation des aus Bozen stammenden ORF-Außenpolitik- Ressortleiters Andreas Pfeifer diskutierten Landeshauptmann Arno Kompatscher mit dem ehemaligen und langjährigen Vorsitzenden des Südtiroler-Unterausschusses im österreichischen Parlament, Andreas Khol, und Senator und Serchserkommissions- Vorsitzendem Francesco Palermo.

Aufgerollt wurde zunächst die Geschichte der Streitbeilegung, die ja keineswegs eine unumstrittene war, wie Andreas Khol aufzeigte, nach dessen Worten sich die Haltung Italiens von Verteidigung auf Zusammenarbeit gewandelt habe.

Landeshauptmann Kompatscher erinnerte sich daran, dass er als Jusstudent den Kampf um die Streitbeilegung mitbekommen habe, in einer Zeit, die vom Fall der Berliner Mauer, den EU-Beitrittsverhandlungen mit Österreich geprägt war. “Die damals teilweise vertretene Position, dass Südtirol eine inneritalienische Angelegenheit sei, gibt es nicht mehr”, betonte Südtirols Landeshauptmann. Dies belege die gängige Praxis, dass “bei jeder Änderung des Autonomiestatuts – wie zuletzt die Durchführungsbestimmung zur überfälligen Gleichstellung der Ladiner – eine Information an die Österreichische Regierung ergeht”.  Dass die italienische Regierung den Grundsatz akzeptiert habe, dass Südtirol weiterhin eine internationale Angelegenheit sei, bezeichnete Landeshauptmann Kompatscher als großen Fortschritt.

Auf juridische und autonomiepolitische Fragen ging Senator Francesco Palermo ein. Er bezeichnete das Finanzabkommen von 2014 als äußerst günstig für Südtirol, da es dem Land ein höheres Budget als noch 2009 beschert habe.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darüber, dass die Autonomie als dynamische Autonomie weiterentwickelt werden müsse. Dabei sei die Arbeit des Konvents hilfreich. Es gelte, Asymmetrien zwischen den Sprachgruppen zu beseitigen, wie Senator Palermo forderte. Landeshauptmann Kompatscher sprach sich für ein Miteinander der Kulturen und für einen besseren Spracherwerb aus: “Wir sind eine Brücke zwischen den Kulturen und die Besonderheiten dieser Kulturen gilt es zu erhalten.”

Gesprochen wurde heute auch über die (emotional geführte) Ortsnamendebatte, die (sensible) Brennergrenze, die (spaltende) Doppelstaatsbürgerschaft und die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Dem Strategiegespräch war ein persönliches Gespräch zwischen Bundesaußenminister Sebastian Kurz, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Philipp Achammer zu aktuellen Fragen der Südtirolautonomie vorangegangen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

11 Kommentare auf "Streitbeilegung: Kompatscher bei Strategiegespräch in Wien"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Savonarola
Savonarola
Tratscher
28 Tage 5 h

gibt es da wirklich was zu feiern?

Popeye
Popeye
Superredner
28 Tage 4 h

So lange es keine braune Landesregierung gibt, gibt es für viele hier tatsächlich wenig zu feiern, und das ist gut so.

Neumi
Neumi
Superredner
28 Tage 1 h

Zumindest bist du noch in der Lage, deine Kritik auf Deutsch zu schreiben auf einer deutschsprachigen Homepage. Das ist doch schon mal was.

So ist das
So ist das
Tratscher
28 Tage 4 h

Es ist wohl nicht leicht, immer zwischen Rom und Wien zu pendeln und dabei immer lächeln zu müssen.

susanna
susanna
Grünschnabel
28 Tage 3 h

ja, ja unser Landeshauptmann ein Fähnchen im Wind

Sag mal
Sag mal
Superredner
28 Tage 4 h

Lei Wahnsinn des Photo.😢

mandorr
mandorr
Grünschnabel
28 Tage 3 h

Und die Erfolgsgeschichte geht weiter

maria zwei
maria zwei
Superredner
28 Tage 51 Min

man erntet in Wien …… man erntet in Rom…
…….Schleimsch………er, entweder das eine oder das andere.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
27 Tage 15 h

hahahaha what?? 😀 
du willst uns also sagen, er darf entweder nur mit Rom oder mit WIen befreundet sein? 😀

knoflheiner
knoflheiner
Superredner
27 Tage 18 h

Vor dir Wahlen schleimen, mal in Rom mal in Wien so wie es die Wähler möchten.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
27 Tage 15 h

…. ich höre von Tag zu Tag (und natürlich auch immer von den selben bekannten Usern) die Wörter “Schleimer” “Dauergrinser” uvm …. also wenn das die einzigen Argumente gegen Kompatscher sind, dann hat er ja eigentlich alles richtig gemacht 😀 
herrlich, diese “konstruktive” Kritik am LH 🙂 

wpDiscuz