„Dauerthema“

SVP-Abgeordnete fordern Maßnahmen gegen Wolf

Donnerstag, 10. Juni 2021 | 15:49 Uhr

Bozen – Die SVP-Bauernvertreter im Südtiroler Landtag Manfred Vallazza und Franz Locher fordern praktikable Lösungen in Sachen Wolf. Die Sicherheit der Leute und der Nutztiere habe oberste Priorität

Der Wolf treibt wieder sein Unwesen und hat in den vergangenen Tagen erneut zugeschlagen – zum Ärgernis der Bergbauern. Die Bauernvertreter im Landtag, Manfred Vallazza und Franz Locher, kritisieren erneut die Folgen des Wolfs in Südtirol und die Ohnmacht der zuständigen Behörden. Besonders jetzt, wenn die Tiere auf die Alm getrieben worden sind, mehre sich der Unmut der Bergbauern über die Risse. Mit großer Sorge beobachten die Landtagsabgeordneten Manfred Vallazza und Franz Locher die Meldungen der Bauern über Wolfsrisse wie jüngst im Langental in Wolkenstein. Zum Teil werden sie direkt von betroffenen Bauern verständigt.

„Wir brauchen dringend Lösungen zum Schutz der Leute und zum Schutz unserer Tiere auf den Almen“, sagt Landtagsabgeordneter Manfred Vallazza, „so kann es nicht weitergehen. Wölfe schränken das ländliche Leben der Menschen und der Tiere auf den Almen immens ein“.

Weidetiere brauchen Schutz

„Weidetiere sind ein wesentliches Charakteristikum unserer Kulturlandwirtschaft“, so Locher. „Der Wolf hat keine natürlichen Feinde, was für das Weiden von Tieren zum Problem wird. Maßnahmen wie Herdenschutzzäune und Herdenschutzhunde sind keine funktionierende Lösung, das ist uns in der Vergangenheit vermehrt gezeigt worden“, sagt Locher. Es gebe in angrenzenden Staaten Meldungen von durch Wölfen totgebissenen Herdenhunden und haufenweisen Tierrissen, trotz Vorrichtungen wie Schutzumzäunungen. Vallazza hierzu: „Diese Maßnahmen sind auf unseren Almen, aufgrund der landschaftlichen Beschaffenheit, kaum bis gar nicht umsetzbar und können die Risse leider nicht verhindern“. Daten über die Wirkung von Maßnahmen wie den Herdenschutz habe man in den vergangenen Jahren bereits zuhauf gesammelt. Der Alpenraum sei eine sensible Zone in der EU, dieser soll endlich auch von den Behörden als solcher anerkannt und dementsprechend behandelt werden.

Menschen fühlen sich „bedroht“

Zudem müsse in weiterer Folge auch an Menschen, die ihre Freizeit in der Natur und im Wald verbringen und schließlich auch an den Tourismus, gedacht werden. Eine Tourismusdestination wie Südtirol lebe von Freizeitaktivitäten in der Natur. Immer mehr Menschen hätten bei ihren Aktivitäten in der Natur Angst vor Wolfsbegegnungen, eine Angst, die Vallazza zufolge keineswegs unbegründet sei.

Beide fordern länderübergreifend zu agieren und auf allen politischen Ebenen zu intervenieren, um so schnell wie möglich eine praktikable Lösung zu finden.

„Wir müssen gemeinsam alles daran setzen Druck auf die Behörde ISPRA auszuüben, um eine Entnahme zu ermöglichen“, meint Vallazza.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "SVP-Abgeordnete fordern Maßnahmen gegen Wolf"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
9 Tage 6 h

Hallo nach Südtirol,

bei harmlosen Ratten die seit Jahrhunderten Kulturfolger und Bestandteil des städtischen Lebens sind hört man Begriffe wie “Ausrotten,Bekämpfen,Giftköder,unsere armen Kinder, tut doch was!”. Und die “Tierschützer” sind fein still bei dem Geschrei und Getue.

Aber wenn das herbeigeklatschte Raubviehzeug Wolf und Bär die jahrhundertelang existierende Lebensgrundlage von Bergbauern und Almlern zerfetzen ist es die pure Natur und man dient den Betroffenen kostspielige Idiotenmassnahmen an die jedwede lokale Almviehwirtschaft zu einem deprimierenden Draufzahlgeschäft wandeln.

Zum Glück kippt die Stimmung und es kommt hoffentlich noch rechtzeitig zu einem Sinneswandel bevor das erste zerrissene 
Hofkind zu beweinen ist

Auf Wiedersehen in Südtirol

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
9 Tage 1 h

Die Schafe sind mir 1000 mal lieber als die Wölfe. Wir brauchen keine Wölfe (und auch keine Bären). Oder haben unsere Haustiere etwa kein Recht zu leben?!?

Fuzzi
Fuzzi
Grünschnabel
9 Tage 4 h

Solange von Rom kein O.k. kommt, um diese Raubtiere zu “entnehmen”, da können unsere Politiker noch so scheinheilige “Verheisungen” gegenüber den Bauern rausposaunieren…..das einzige was hilft, selbst ist der Mann….🧙🐺🧙‍♂️

DontbealooserbeaSchmuser
9 Tage 4 h

Erstens brauchen wir nicht die SVP gegen den Wolf, sondern fähige Politiker.

Umd zweiten verschlimmern solche dinge wie “Herdenschutzhunde” oder eingezäunte Pferche nur die Lage.
Dadurch wird einem vorgemacht, alles sei in Ordnung. Aber wenn der Wolf zu den Schafen in ein ei gezäuntes gehege geht, reißt er alles was dort nicht vor ihm flüchten kann!

bern
bern
Universalgelehrter
9 Tage 3 h

Lehrt den Jägern 3S.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
8 Tage 14 h

2M ist zuverlässiger: Münchner überfährt mit Mercedes Wolf “Nachts gegen 1 Uhr”.
https://www.merkur.de/bayern/tirol-innsbruck-brenner-muenchen-wolf-mercedes-unfall-europabruecke-zr-90796585.html

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
9 Tage 5 h

unsere tägliche Hatz gibt uns heut

Neumi
Neumi
Kinig
8 Tage 15 h

Das interessanteste an dem Thema ist, wie sich der jeweilige Zustimmungspegel ändert abhängig davon, um welche Partei es im Artikel geht,

Plodra
Plodra
Grünschnabel
8 Tage 15 h

Alle kennen die Rechtslage. Also was soll die Flut an Presseaussendungen? Es wäre besser, einmal einen Finger zu rühren, damit die Nutztiere besser geschützt werden. Z. B. einen freiwilligen Einsatz auf Bergalmen im Sommer. Andererseits: Wenn die Wölfe bei den Beutezügen in Siedlungsnähe entdecken, wo es was zu holen gibt, speichern sie das als Lernerfolg. Es dürfte schwierig sein, ihnen das Annäherungsverbot zu erklären. Da braucht es schon wirksame Abschreckungsmaßnahmen und eine entsprechende gesetzliche Grundlage.

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
8 Tage 1 h

@Plodra dann geh doch du freiwillig auf Stevia übernachten! Achte drauf, dass du da nicht über die Felsen runterkugelst oder beim ersten Gewitter erfrierst. Und weil du da oben viel zeit hast, kannst du ja versuchen einen kilometerlangen Zaun über die Felsen zu installieren, wo kein Wolf drüberspringen kann…

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