Von: ka
Bozen – Mit großer Mehrheit hat der Südtiroler Landtag den Beschlussantrag „Hass im Netz wirksam bekämpfen“ der Erstunterzeichner SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg und SVP-Fraktionsvorsitzender Harald Stauder genehmigt. Ziel des Antrags ist es, Prävention, Medienkompetenz und Unterstützung für Betroffene digitaler Gewalt deutlich auszubauen.
Ausgangspunkt sind aktuelle Zahlen aus Südtirol: Immer mehr Menschen berichten von Hassbotschaften, Beleidigungen und diffamierenden Inhalten in den sozialen Medien und auf Online-Plattformen. Besonders betroffen sind junge Menschen und Frauen.
„Hass im Netz ist kein digitales Randphänomen. Er ist eine reale Form von Gewalt“, betonte Waltraud Deeg im Landtag. Beleidigungen und Demütigungen verbreiten sich heute über soziale Medien schneller und nachhaltiger als jemals zuvor. Besonders Frauen, die sich öffentlich engagieren, seien häufig Ziel von Beschimpfungen, Drohungen und Herabwürdigungen. „Ziel ist oft nicht die Diskussion, sondern Einschüchterung und Schweigen. Das dürfen wir niemals akzeptieren“, so Deeg.

Der genehmigte Beschlussantrag sieht unter anderem eine ressortübergreifende Strategie gegen Hass im Netz, den Ausbau von Medienkompetenzprogrammen an Schulen sowie stärkere Sensibilisierungskampagnen für Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen vor. Zudem sollen Beratungs- und Meldestellen ausgebaut und psychologische Unterstützungsangebote verbessert werden.
Deeg unterstrich die Bedeutung des Antrags für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Wer Menschen durch Hass zum Schweigen bringt, greift nicht nur einzelne Personen an, sondern letztlich auch unsere Demokratie.“
Besonders alarmierend seien die Auswirkungen auf Jugendliche. „Hinter jeder Statistik steht ein Mensch – ein Mädchen, das Angst hat, zur Schule zu gehen, oder ein Jugendlicher, der sich wegen beleidigender Inhalte zurückzieht“, erklärte Deeg. Die psychischen Folgen könnten gravierend sein.
Der Beschlussantrag setzt deshalb bewusst auf frühe Prävention, Aufklärung und Unterstützung. „Hass ist keine Meinung. Menschenverachtung ist keine Freiheit. Und digitale Gewalt ist keine Bagatelle“, stellte Deeg klar.




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