"Unsere Stärke liegt in der Gemeinschaft und im Gemeinsinn"

Tag der Autonomie: “Bereit, weitere Verantwortung zu übernehmen”

Sonntag, 05. September 2021 | 20:44 Uhr

Bozen – “Unsere Stärke liegt in der Gemeinschaft und im Gemeinsinn”, unterstrich Landeshauptmann Kompatscher beim Tag der Autonomie am Magnago-Platz in Bozen.
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­Landesregierung, Landtag, Gemeinde Bozen und zahlreiche Ehrengäste begingen heute (5. September) mit einer Feierstunde am Magnago-Platz in Bozen den Tag der Autonomie.

Gemeinschaftswerk vieler

Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstrich: “Südtirols Autonomie ist das Gemeinschaftswerk vieler.” Kompatscher hob drei anwesende Persönlichkeiten hervor, die sich besonders um die Autonomie verdient gemacht haben. Einer davon ist Magnagos Nachfolger als Landeshauptmann Luis Durnwalder. “Magnago hat das Haus Autonomie gebaut, Durnwalder hat es eingerichtet, um- und ausgebaut”. Zweitens gäbe es ohne Österreich keine Autonomie, sagte Kompatscher und betonte an den ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer gerichtet: “Südtirol ist und bleibt Österreich zu Dank verbunden.”

Damit Südtirols Autonomie erreicht und weiterentwickelt werden konnte, habe es schließlich die Zustimmung des italienischen Staates gebraucht, erklärte Kompatscher und dankte dafür stellvertretend dem ehemaligen Präsidenten der EU-Kommission und italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi: “In dessen Amtszeit als Ministerpräsident wurde mit den meisten erreichten Durchführungsbestimmungen (14) viel für Südtirol getan”, erinnerte der Landeshauptmann.

LH Kompatscher: “Autonomie der Zukunft gestalten”

Die Autonomie sei keineswegs perfekt, sie sei ständig weiterzuentwickeln und habe auch Grenzen. Viele Entwicklungen bräuchten eine einheitliche Koordinierung, auf staatlicher, europäischer und globaler Ebene, beispielsweise die Corona-Pandemie und die Klimakrise. Um die Prinzipien der Subsidiarität und des Föderalismus weiterzuführen, brauche es einen verbesserten Austausch und mehr Zusammenarbeit zwischen den Regierungsebenen.

“Wir sind bereit, weitere Verantwortung zu übernehmen”, betonte Kompatscher und nannte die Digitalisierung und den Umweltschutz als Beispiele, in denen die autonomen Zuständigkeiten definiert und erweitert werden sollten. Für die Autonomie brauche es aber auch ein Stückweit die für die Südtiroler typische Hartnäckigkeit: “Unsere Südtiroler Stärke liegt in der Gemeinschaft und im Gemeinsinn. Ich wünsche mir ein Südtirol, das Heimat gibt und weltoffen, europäisch und mehrsprachig ist”, unterstrich der Landeshauptmann.

Neuer Parcours zeigt Südtirol-Autonomie multimedial 

Über die Bedeutung der Autonomie Südtirols informiert an neun Stationen am Silvius-Magnago-Platz ein neuer multimedialer Rundgang, der bei der Feierstunde eröffnet wurde. Der Parcours ist ständig und kostenlos zugänglich. Komplettiert wird er durch die Installation der Gemeinde Bozen zu Ehren des italienischen Autonomie-Wegbegleiters Alcide Berloffa im angrenzenden Park (LINK). “Berloffa war Mitglied der Neunzehnerkommission, die das Südtirol-Paket erarbeitet hat”, erläuterte der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi : “Er war enger Vertrauter Aldo Moros, der sich im italienischen Ministerratspräsidium mit den Südtirol-Fragen befasste. Er war Vorsitzender der Sechser- und Zwölferkommission, die die Durchführungsbestimmungen zur Weiterentwicklung der Autonomie ausgearbeitet haben. Schließlich war er auch Mitglied des italienischen Staatsrats. Zeitweise geriet er in Vergessenheit – nun wollen wir wieder an ihn erinnern.”

LPA/Ivo Corrà

Grundlage für den Bau des Parcours bildete ein Beschlussantrag des Landtags 2018. Gerade die Autonomie erlaube es, Entscheidungen zu treffen, die den lokalen Bedürfnissen am besten entsprechen, um auf Dauer Wohlbefinden zu garantieren, sagte Landtagspräsidentin Rita Mattei: “Ich bin sicher, dass diese Installation beitragen wird, den Wert unserer Autonomie aufzuzeigen und die Art. wie wir unser Amt ausüben sollen: Wie Magnago sagte: ‘indem wir unsere Erfahrung, unsere Kompetenz und unsere Liebe zu diesem Land bereit stellen’.”

Autonomie bietet gute Zukunftschancen für die Jugend 

Mit der Autonomie und deren Zukunft auseinandergesetzt haben sich bei der Feierstunde auch Jugendliche selbst, und zwar Mitglieder der Jugendbeiräte aller drei Sprachgruppen, Lucia Baumgartner, Francesco Rauhe und Felix Nagler. Sie unterstrichen, dass die Autonomie auch gute Zukunftschancen für die Jugend bieten würde. “Autonom sein ist für mich nicht nur Selbstbestimmung, sondern ist auch an den Gedanken der Eigenverantwortung gebunden. Die Autonomie sollte jedoch niemals eine gesellschaftliche Barriere darstellen und Spannungen zwischen ethischen Gruppen auslösen”, sagte Baumgartner. Sie wünsche sich besonders für junge Frauen in Zukunft noch mehr von der Autonomie.

Gemeinsam weiterarbeiten in der Euregio 

“Durch das vor 75 Jahren geschlossene Abkommen hat sich Südtirol unglaublich weiterentwickelt. Südtirol ist ein Vorbild in ganz Europa und hat eine hohe Lebensqualität gebracht”, sagte der Euregio-Präsident und Landeshauptmann von Tirol Günther Platter. Durch das Abkommen sei aber auch das Fundament für die Euregio gelegt worden, sagte Platter. Auch der Trentiner Landeshauptmann Maur izio Fugatti verwies auf die gemeinsame Arbeit der Länder: “Vor allem die Zusammenarbeit zwischen den Provinzen Trient und Bozen war wichtig und hat sich besonders während der Pandemie bewährt. Sie hat bewiesen, dass die Selbstverwaltung in Notzeiten bedeutend ist. Sie ermöglicht auch, gegenüber dem Zentralstaat Einigkeit zu zeigen. All dies wird die Entwicklung dieser Gebiete auch weiterhin stärken”, sagte Fugatti.

Historischer Hintergrund: Abschluss des Pariser Vertags 

Am 5. September 2021 jährt sich der Abschluss des Pariser Vertrages zum 75. Mal. Im Rahmen dieses Vertrags hatten der damalige Außenminister von Österreich Karl Gruber und der italienische Ministerpräsident Alcide De Gasperi mit dem sogenannten Gruber-De-Gasperi-Abkommen den Grundstein für die Südtirol-Autonomie gelegt. Am 5. September wird deshalb der Tag der Autonomie begangen. Einer der herausragenden Akteure der Südtiroler Autonomie war der ehemalige Landeshauptmann (1960 bis 1989) Silvius Magnago. Ihm zu Ehren trägt der Platz vor dem Südtiroler Landtag sowie dem Palais Widmann, in dem die Südtiroler Landesregierung ihren Sitz hat, Magnagos Namen. Informationen zum Tag der Autonomie gibt es auch im Web unter http://www.provinz.bz. it/autonomietag.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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20 Kommentare auf "Tag der Autonomie: “Bereit, weitere Verantwortung zu übernehmen”"


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Chicco
Chicco
Tratscher
16 Tage 23 h

Unsere Autonomie ist mittlerweile das Papier nicht mehr wert , auf dem sie verfasst wurde. Also hört auf von ihr zu sprechen , als ob ihr jemals für sie gekämpft hättet !!

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
16 Tage 22 h

…was für weitere Verantwortung wollens denn übernehmen?…das Volk hört und staunt…und stöhnt…
😝

Dagobert
Dagobert
Kinig
16 Tage 12 h

Chicco

Je besser es inde Leut geht, umso unzufriedener werdn sie!

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 10 h

@Dagobert Keiner verhungert dass ist aber schon Alles.

Opa1950
Opa1950
Tratscher
17 Tage 14 Min

Die Autonomie ist zur Zeit am tiefsten Punkt angelangt. Hier hilft kein Schönreden.

was bin ich
was bin ich
Grünschnabel
16 Tage 22 h

Südtirol wird immer italienischer, von wegen Autonomie festigen und ausbauen. Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
16 Tage 21 h

was bin ich, die Arabische Sprache nicht vergessen ist nicht zu unterschätzen!

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
16 Tage 23 h

Arno spielt gern Staatsmann, er ist aber ein armer Verwalter.

Moidile
Moidile
Grünschnabel
16 Tage 22 h

Wir haben nicht Angst vor den Virus jedoch von den Entscheidungen die unsere Landesregierung trifft.

Savonarola
16 Tage 22 h

die SVP tut so, als ob der Pariser Vertrag der Urknall ist. Wenn man aber schaut, was vorher war und wie es überhaupt zu einer Sonderautonomie kommen konnte, dann kommt man nicht darum herum zu sagen, dass es ein starkes Stück ist, dafür dem italienischen Staat zu danken. Mit Verlaub, das ist für mich reine …

So ist das
16 Tage 15 h

… “Unsere Stärke liegt in der Gemeinschaft und im Gemeinsinn” …

Echt jetzt? Hat man wohl erst kürzlich bei der rückwirkenden Gehaltserhöhung der Politiker in einer der grössten Krisen des Landes gemerkt. 🤔

Rabe
Rabe
Tratscher
16 Tage 11 h

In erster Linie haben ” wir ” die Autonomie um politikergehälter zu regeln

hundeseele
hundeseele
Superredner
16 Tage 11 h

Ihr könnt nicht mal mit dem bisschen Verantwortung umgehen,die ihr jetzt habt,geschweige denn mit noch mehr,IHR TRÄUMER!!!

Savonarola
16 Tage 22 h

der Berloffa hot epper a schians Platzl gekriag…

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 13 h

Entweder wird Diese Partei abgewählt sonst geht’s wie in D. Deutschland schafft Sich ab.

wellen
wellen
Universalgelehrter
16 Tage 10 h

Angesichts globaler Bedrohungen ist eine kleingeistige Autonomie keinen Pfifferling wert

Realistisch
Realistisch
Grünschnabel
16 Tage 11 h

Jo genau Gemeinsamkeit, Gemeinsinn, Autonomie sel hot men gsegn🤣🤣🤣

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
16 Tage 9 h

Wichtig ist, dass wir Tiroler Südlich vom Brenner nie unsere Österreichischen Wurzeln vernachlässigen, sonst ist aus mit der Autonomie!

hello_world
hello_world
Neuling
16 Tage 5 h

Selbstlob stinkt. Der Fisch stinkt vom Kopf her.

andr
andr
Universalgelehrter
15 Tage 8 h

Mir geats recht guet i bin zufrieden 😜😜

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