Von: luk
Bozen – In Südtirol soll das Angebot an Tagespflegeplätzen für Seniorinnen und Senioren in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden. Gleichzeitig fehlen dem Land jedoch grundlegende Daten darüber, wie hoch der tatsächliche Bedarf ist. Darauf weist die Team-K-Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder nach einer Landtagsanfrage hin.
Wie aus der Antwort der Landesregierung hervorgeht, stehen derzeit landesweit 208 Tagespflegeplätze in eigenen Tagespflegeeinrichtungen zur Verfügung. Hinzu kommen laut Schätzungen rund 200 weitere Plätze in Seniorenwohnheimen. Diese werden flexibel angeboten und müssen von den Einrichtungen nicht offiziell gemeldet werden. Die genaue Zahl ist dem Land daher nicht bekannt.
Geplant ist jedoch ein weiterer Ausbau. Bereits eröffnet wurde in Brixen das Tagespflegeheim „Ella“ mit zwölf Plätzen. Weitere Einrichtungen befinden sich in Welsberg, Lüsen, Margreid, Riffian, Sarnthein und St. Walburg in Ulten in Bau oder Planung. Zudem sollen bestehende Angebote unter anderem in Mals, Sterzing und Bruneck erweitert werden. Insgesamt sollen dadurch mehr als 100 zusätzliche Plätze entstehen. Wann diese tatsächlich zur Verfügung stehen werden, geht aus der Antwort der Landesregierung allerdings nicht hervor.
Kritisch sieht Rieder vor allem, dass weder Wartelisten noch abgewiesene Anfragen landesweit erfasst werden. Weder die Landesverwaltung noch das zuständige Amt verfügen demnach über Daten dazu, wie viele Menschen aktuell auf einen Tagespflegeplatz warten oder aufgrund fehlender Kapazitäten keinen Platz erhalten haben.
Laut Landesregierung liegt die Bedarfserhebung und Planung neuer Angebote bei den Gemeinden und Bezirksgemeinschaften. Im Sozialplan 2030 ist zwar als Richtwert ein Tagespflegeplatz pro 100 Einwohner über 75 Jahren vorgesehen, konkrete landesweite Erhebungen zum tatsächlichen Bedarf werden jedoch nicht durchgeführt.
Rieder betont die zunehmende Bedeutung solcher Angebote vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Tagespflege ermögliche es älteren Menschen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben, während pflegende Angehörige entlastet würden und Beruf, Familie und Pflege besser vereinbaren könnten.
Die Team-K-Abgeordnete fordert deshalb eine bessere Datengrundlage für die Sozialplanung. Nur wenn bekannt sei, wo und in welchem Ausmaß Bedarf bestehe, könne das Angebot gezielt ausgebaut und die häusliche Pflege nachhaltig gestärkt werden.




Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen