Von: luk
Brenner – Am Brenner wurden heute mehrere tausend Landwirte zu einer groß angelegten Kundgebung erwartet. Gekommen sind rund 10.000 Landwirte. Aufgerufen dazu hat der staatliche Landwirtschaftsverband Coldiretti. Der Südtiroler Bauernbund beteiligt sich jedoch nicht an der Protestaktion.
Hintergrund der Demonstration sind vor allem die stark gestiegenen Produktionskosten, die nach Angaben der Bauern eng mit den Folgen internationaler Konflikte zusammenhängen. Insbesondere die hohen Energie- und Düngerpreise infolge des Kriegs im Nahen Osten setzen die Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Viele Betriebe sehen sich dadurch wirtschaftlich an ihre Grenzen gebracht.
Die Kundgebung steht unter dem Motto: “Wir brauchen Frieden. Die Rechnung des Krieges zahlen immer die Bauern und die Verbraucher.” Damit wollen die Organisatoren auf die Auswirkungen globaler Krisen auf die heimische Lebensmittelproduktion aufmerksam machen.
Der Brenner ist von den Protestierenden bewusst gewählt: Für Coldiretti Trentino-Südtirol hat der Grenzpass nicht nur symbolischen Charakter, sondern auch eine konkrete wirtschaftliche Bedeutung. Präsident Gianluca Barbacovi betont, dass täglich große Mengen landwirtschaftlicher Produkte über den Brenner transportiert würden. Diese Importe stellten aus Sicht der Bauern eine Herausforderung für die Zukunft der heimischen Betriebe sowie für die Qualität der Lebensmittel dar. Denn die importierten Produkte würden oftmals als italienische deklariert. Coldiretti fordert daher Transparenz in Form von Herkunftsangaben.
Bereits vor rund zwei Jahren hatten italienische Landwirte am Brenner demonstriert. Die heutige Kundgebung knüpft an diese Proteste an und zeigt, dass die Unzufriedenheit in der Branche weiterhin groß ist.




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