Tausende Anträge weiterhin offen

Team K kritisiert Rückstände bei Pflegeeinstufung

Montag, 09. Februar 2026 | 14:22 Uhr

Von: Ivd

Bozen – In Südtirol bestehen weiterhin erhebliche Rückstände bei der Pflegeeinstufung. Das geht aus einer Landtagsanfrage der Team-K-Abgeordneten Maria Elisabeth Rieder hervor. Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt 7.421 Anträge auf Pflegeeinstufung eingereicht, von denen derzeit noch 3.374 offen sind.

Rund 15.000 Menschen gelten landesweit als pflegebedürftig, etwa 70 Prozent von ihnen werden im häuslichen Umfeld betreut – überwiegend durch Angehörige sowie Betreuungskräfte, sogenannte Badanti. Die Pflegeeinstufung ist Voraussetzung für den Bezug des Pflegegeldes, auf das Betroffene teilweise mehrere Monate warten müssen.

Wie aus den Angaben hervorgeht, kann sich die Wartezeit in einzelnen Fällen auf bis zu elf Monate belaufen. Während dieser Zeit erhalten Betroffene keine finanzielle Unterstützung, obwohl der Pflegebedarf bereits besteht. Die Organisation und Finanzierung der Pflege liegt in dieser Phase vollständig bei den Familien.

Kürzlich wurde das Pflegegeld der ersten Pflegestufe von 587,50 Euro auf 599 Euro erhöht. Für alle weiteren Pflegestufen bleiben die Beträge unverändert. Laut Rieder sei diese Anpassung angesichts der Inflation und steigender Pflegekosten unzureichend. Die Kosten für Betreuungspersonal und Haushaltshilfen seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, während das Pflegegeld – mit Ausnahme der ersten Stufe – seit längerer Zeit nicht angepasst worden sei.

Zusätzliche Belastungen ergeben sich laut der Abgeordneten auch dort, wo Betreuungskräfte eingesetzt werden. Ruhezeiten, freie Tage, Nachtbetreuung oder kurzfristige Ausfälle müssten häufig von Angehörigen übernommen werden.

Bereits im September 2025 hatte die Landesregierung Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten angekündigt. Vorgesehen waren unter anderem zusätzliche Einstufungsteams sowie eine automatische Pflegeeinstufung bei bestätigten Demenzerkrankungen. Laut Rieder seien diese Maßnahmen bislang nicht umgesetzt worden.

Derzeit sind landesweit 17 Einstufungsteams im Einsatz. Für den Zeitraum Jänner bis April dieses Jahres ist laut Anfrageantwort die Aufnahme von drei zusätzlichen Krankenpflegekräften und einer Sozialfachkraft vorgesehen. Aus Sicht der Antragstellerin reiche dies nicht aus, um den bestehenden Rückstau abzubauen. Sie erneuert daher die Forderung nach temporären Notfallteams sowie nach einer vereinfachten Einstufung bei Demenzerkrankungen über die Memory-Kliniken.

Die Landesregierung hat zu den Forderungen bislang keine weiterführende Stellungnahme abgegeben.

Bezirk: Bozen

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