Whistleblower spielt VGT interne Dokumente zu

Tiertransporte nach Zentralasien – VGT fordert U-Ausschuss

Mittwoch, 01. Juli 2020 | 10:39 Uhr

Wien – Jede Woche verlassen Transporte mit Rindern Österreich in Richtung Zentralasien und Nordafrika. Viele Tage sind die Tiere dicht gedrängt in den Lkw unterwegs, bis sie Zielländer wie Usbekistan, Aserbaidschan oder den Iran erreichen. Dies betont der österreichische Verein gegen Tierfabriken (VGT).

Dem VGT würden nun Unterlagen vorliegen, welche die Illegalität dieser Transporte bestätigen sollen. Es handelt sich dabei um einen Transport von Oberösterreich nach Usbekistan (ca. 5.200 km) mit einer geplanten Transportdauer von 169 Stunden und einen Transport von Niederösterreich nach Aserbaidschan mit einer geplanten Transportdauer von 162 Stunden (ca. 4100 km).

Keine zugelassenen Versorgungsstationen

Bei der sogenannten Transportplanung, die dem zuständigen Amtstierarzt oder der zuständigen Amtstierärztin vom Organisator des Transportes vorgelegt werden muss, sind alle Ruheorte anzugeben, an denen die Tiere zum Ruhen und für die Versorgung abgeladen werden – im Fall von ausgewachsenen Rindern muss das laut EU-Verordnung alle 29 Stunden erfolgen.

In beiden dem VGT zugespielten Transportdokumenten finden sich die letzten Eintragungen für Ruheorte aber bereits in Polen, nahe der Grenze zu Weißrussland. Über den restlichen Routenverlauf, der sich in einem Fall über 3000 und im anderen über 4000 Kilometer erstreckt, sind keine geplanten Ruheorte mehr für die Versorgung der Tiere angeführt.

Tobias Giesinger, Kampagnenleiter VGT erklärt: „Da in Russland keine von der EU zugelassenen Versorgungsstationen existieren, dürften diese Transporte nicht abgefertigt werden. Tierschutz darf nicht an den EU-Grenzen enden.“

VGT fordert Untersuchungsausschuss

Der neue Erlass von Tierschutzminister Rudolf Anschober sieht zumindest vor, dass Transporte künftig nur noch dann abgefertigt werden sollen, wenn die Einhaltung der Tierschutzauflagen auch in Drittstaaten sichergestellt werden kann. Fachkreise aus Landwirtschaft und Wirtschaft fürchten deswegen laut eines Berichts der Landwirtschaftskammer Österreich Verärgerung bei den Handelspartnern und sprechen von zu erwartenden Erschwernissen.

Da ernsthafte Zweifel daran bestehen würden, dass Tiertransporte in Drittstaaten in Vergangenheit ordnungsgemäß abgefertigt wurden, fordert der VGT einen Untersuchungsausschuss, bei dem alle Transporte der vergangenen Jahre von einer unabhängigen Stelle überprüft werden.

Niederlande stoppte Transporte durch Russland bereits

Die Niederlande und das deutsche Bundesland Brandenburg haben vor etwa einem Monat Transporte über die sogenannte Russland-Route – über die auch die Transporte von Österreich nach Zentralasien führen – aufgrund von Zweifeln über die Eignung von Versorgungsstationen eingestellt. Der VGT und andere NGOs fordern dies seit Langem auch von Österreich.

Gipfeltreffen

Bei dem von Tierschutzminister Rudolf Anschober anberaumten Tiertransport-Gipfel am 6. Juli wird sich der VGT u.a. für ein Ende der Drittland-Exporte einsetzen.

Tobias Giesinger erklärt: „Selbst wenn die Bestimmungen der EU-Tiertransport-Verordnung in Ländern außerhalb der EU eingehalten werden könnten, sind die hochträchtigen Tiere auf den Transporten immensen Belastungen ausgesetzt. Das Ziel des Gipfeltreffens darf es also nicht sein, die aktuell illegalen Transporte zu legitimieren, wie es von Seiten der Landwirtschaft versucht wird, sondern endgültig zu beenden.“

Vorarlberg blickt am Montag nach Wien

Neben Tobias Giesinger als Vertreter des VGT wurde auch Landesrat Christian Gantner als zuständiger Landesrat für Tiertransporte in Vorarlberg ebenfalls von Minister Rudolf Anschober zum Gipfeltreffen eingeladen.

Aufgrund des öffentlichen Drucks nach den Recherchen des VGT findet sich im aktuellen Arbeitsprogramm der Vorarlberger Landesregierung die Zieldefinition, keine trächtigen Kalbinnen (sog. Zuchtrinder) in Drittstaaten exportieren zu wollen. Jetzt liegt es an Landesrat Christian Gantner, diese Forderungen beim Gipfeltreffen der Bundesregierung vorzubringen.

Tobias Giesinger meint dazu: „Der größte, öffentliche Aufschrei gegen Tiertransporte kam die vergangenen Jahre aus Vorarlberg. Wir appellieren an Landesrat Christian Gantner, die Forderungen der Vorarlberger Bevölkerung ernst zu nehmen und sich beim Gipfeltreffen im Ministerium gegen jegliche Transporte von Tieren ins Ausland auszusprechen.“

Von: mk

Kommentare

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10 Kommentare auf "Tiertransporte nach Zentralasien – VGT fordert U-Ausschuss"


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Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
6 Tage 12 h

Ma bitte! konn man den Scheiß endlich amol verbieten??!!!!!!   EU Richtlinien de noa von jedem eingehalten werden müssen – müssen Tiere wirklich für uns bescheuerte Menschen leiden?!!!  Wie blöd und eingebildet isch do Mensch, dass er moant er darf ALLES?

Missx
Missx
Kinig
6 Tage 11 h

@Tantemitzi
Du willst Fleisch essen verbieten?

Sag mal
Sag mal
Kinig
6 Tage 12 h

wie können die Bauern hier nur Ihre Kälbchen Die Sie von Geburt an kennen nach Italien bringen lassen.?!!!Das darf man Sich nicht vorstellen Was diese Tiere mitmachen.

Missx
Missx
Kinig
6 Tage 11 h

@sag mal
Wie kann der Fleischkonsument so etwas mit verantworten?

Landschaftspfleger
Landschaftspfleger
Superredner
6 Tage 8 h

@Missx
…..indem er importiertes Billigfleisch kauft.

falschauer
6 Tage 7 h

@Missx hallo missx schön wieder einmal deine kommentare zu lesen, leider muss ich dir wieder einmal a bissl widersprechen, vorausgeschickt, dass ich max 1x in der woche fleisch oder fisch esse, kann man nicht alle fleischkonsumenten in einen topf werfen, es gibt nämlich hervorragendes einheimisches rindfleisch, wie das laugenrind im ultental und deutschnonsberg, die simmentaler rasse im sarntal, sowie die pustertaler sprinzen, alles hervorragende einheimische fleischqualitäten, welche natürlich ihren preis haben, billigfleisch hingegen kann nur von minderer tierhaltung sein, also besser darauf verzichten bzw nicht jeden tag fleisch essen und wenn gute qualität

falschauer
6 Tage 11 h

das ist schlimmste tierquälerei, einfach nur abscheulich!

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Tratscher
6 Tage 11 h

So mit Mitgeschöpfen umzugehen ist einfach nur zum 🤮

MeineMeinung123
6 Tage 10 h

Auch hier bei uns gibt es keine heiligen……
Fotografiert am Klausner Markt 🤦🏻‍♂️

Anubis
Anubis
Grünschnabel
6 Tage 10 h

Des wert nia auhhern solong di leit billigfleisch kafn! Mocht enck und in vieh a gfolln und kaft endlich einheimisches fleisch! In di metzgor braucht es a nichts glabm, nehmen a viel billigfleisch und gebms als einheimisch her. Viele bauorn obm heint fleischpackete und zum voll kon man beim Roten Hahn nochfrogn wer des verkaft! Und si sehl obm strenge regln gegnùber es fleisch

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