Harsche Kritik der Grünen

Todesfall Adan: „Stocker vermauert sich hinter der Bürokratie“

Dienstag, 07. November 2017 | 18:13 Uhr

Bozen – Einige Wochen sind seit dem Unglück des kurdischen Flüchtlingsbuben Adans vergangen, nun hat die Grüne Fraktion das Thema erstmalig wieder in den Landtag gebracht. „Leider lässt sich die Landesrätin nicht zu Klärung der Fakten bewegen. Bleibt wohl nur mehr der bereits eingeleitete Rechtsweg um endlich zu den notwendigen Klärungen zu gelangen, die die Politik nicht anstreben möchte“, lautet das Fazit der Grünen

Warum wurde die Familie nicht aufgenommen? Was hat in den internen Strukturen der Verwaltung nicht funktioniert? All diese Fragen brachten die Grünen im Landtag vor. „Es wäre eine Gelegenheit gewesen, Fehler offen zu benennen und Mängel anzusprechen. Nichts davon ist leider eingetroffen. Kein Wort der Selbstkritik, keine Klärung der Rechtsnormen und -prozeduren, bzw. Verantwortlichkeiten, welche zur Nichtaufnahme dieser Familie in den öffentlichen Strukturen geführt haben“, erklären die Grünen. In ihrer kurzen Beantwortung habe die Landesrätin lediglich die Aussagen der Pressekonferenz vom 10. Oktober wiederholte. Somit habe sie „einfach die ‚offizielle Version‘ der Geschehnisse zementiert“.

Der Landtagsabgeordnete Riccardo Dello Sbarba hakte mit einer weiteren Frage nach, in der er wissen wollte, ob der Landesrätin denn mittlerweile bekannt sei, dass vonseiten der Beauftragten des Sanitätsbetriebs für Flüchtlinge eine E-Mail vorliegt, in der diese ausdrücklich um die Aufnahme der Familie gebeten hatte. Dies sei bereits am 4. Oktober gewesen – drei Tage bevor der Junge tragisch ums Leben gekommen ist – und eine Woche vor der besagten Pressekonferenz des 10. Oktobers, in der die Landesrätin erklärt hatte, es hätte keine offiziellen Anfragen für Unterbringung seitens der Familie gegeben.

Neben dieser offiziellen Anfrage um Unterbringung habe die Verantwortliche in der genannten E-Mail auch daran erinnert, dass Adan an diesem Tag vom Krankenhaus entlassen werde und die Familie noch keinen Schlafpatz habe. In der beigelegten Entlassungsbescheinigung sei schwarz auf weiß gestanden, dass der Junge sich in einem schlechten Gesundheitszustand befindet, erklären die Grünen:

Dello Sbarba fragte nach, ob die Landesrätin denn wisse, dass es diese Email gäbe, ob das Land darauf geantwortet habe, und er wollte weitere Details wissen. „Die Landesrätin wich erneut aus, und meinte nur, dass diesen Informationen gerade nachgegangen werde und etwaige Neuigkeiten dann kommuniziert werden würden“, so die Grünen. Sie finden diese Art und Weise, auf Fragen zu reagieren, inakzeptabel.

„Das Land hat die Pflicht die Karten auf den Tisch zu legen und alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen um hier Klarheit zu schaffen, sowohl von politischer als auch von administrativer Seite. Es ist untragbar, dass trotz allem was passiert ist, hier eine Mauer des Schweigens aufgebaut wird. Hoffen wir, dass die laufende Ermittlung nun die notwendige Klärung in die Wege leitet“, erklären die Grünen abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Todesfall Adan: „Stocker vermauert sich hinter der Bürokratie“"


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Blitz
Blitz
Superredner
12 Tage 8 h

Griane; es suacht ollm lai die Fehler ba die ondern; ober selbr zix, rein gornix af die Reihe kriagn !
Realitätsverweigerer hoch 3 !!

fritzol
fritzol
Tratscher
12 Tage 6 h

bravo gut geschrieben die wahrheit

tom
tom
Tratscher
12 Tage 6 h

nur hoch 3
eher hoch x, wobei x gegen unendlich geht

susanna
susanna
Grünschnabel
12 Tage 5 h

Frau Foppa sollte die Farbe wechseln, von grün auf schwarz.
Es ist zwar sehr traurig, dass ein Kind stirbt, aber es ist auch lächerlich alles der Frau Landesrätin Stocker in die Schuhe zu schieben.
Aber die Linie von Frau Foppa kennt man ja schon zur genüge. Frau Foppa es gibt einfach Schicksalsschläge, und die passieren Einheimischen und eben auch Migranten.

traktor
traktor
Superredner
11 Tage 18 h

grüne von dem fall abgesehen…
wo steht geschrieben das die steuerzahler eure rosa welt retten muss???
macht was ihr wollt aber mit eurem geld nicht mit dem der steuerzahler

Garfield
Garfield
Neuling
11 Tage 18 h

Tragisch dass erst eppas solches passieren muss bis epas einwandfrei funktioniert.Des isch do nochteil wenn die Bürokratie die Mocht hot und et die Menschlichkeit.
Heintzitoug isch man sowiso lei mehr a Nummo a im Kronkenhaus.Wenne net af stur scholtisch nocha mogsche longe wortn bis eppas waitagehat.

krakatau
krakatau
Superredner
8 Tage 10 h

Was soll das ganze Theater ? Verantwortlich sind in erster Linie die Eltern des Kindes und an zweiter Stelle dessen Heimatland.

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