Von: APA/dpa
US-Präsident Donald Trump hat militärische Hilfe vieler Länder zur Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz in Aussicht gestellt – ohne konkret zu werden. “Viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormuz betroffen sind – werden gemeinsam mit den USA Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten”, schrieb er am Samstag auf der Plattform Truth Social. Irans Führung verspottete dies als Hilferuf.
Es ist unklar, welche Länder Trump meint und ob sich Länder überhaupt bereit erklärt haben, Kriegsschiffe zu schicken. Trump ergänzte, dass “hoffentlich” China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder, die von Irans Blockade der für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge betroffen sind, Schiffe entsenden werden. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz ist nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise in die Höhe treibt.
Trump droht weitere Angriffe auf Kharg an – “nur so zum Spaß”
Trump drohte unterdessen in einem Telefoninterview des Senders NBC News mit weiteren Angriffen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg. Das US-Militär hatte am Samstag nach seinen Angaben auf der Insel Militäranlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz zu bewegen.
Laut der US-Armee wurden mehr als 90 Militärziele getroffen, ohne dass dabei die Ölinfrastruktur beschädigt wurde. Trump sagte nun dem Sender NBC News nach dessen Angaben, die Angriffe hätten die Insel Kharg “vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spaß”.
Trump versprach auf Truth Social, die Straße von Hormuz werde so oder so bald wieder “offen, sicher und frei” sein. In einem weiteren Post schrieb er, die Länder, die Öl durch die Straße von Hormuz beziehen, müssten sie sichern.
Iran spottet über Trumps “Bitten um Verstärkung”
Der Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, verspottete Trump auf der Plattform X: “Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung”, schrieb er mit Blick auf Trumps Post. Weiter schrieb der iranische Kommandeur: “Natürlich sollten wir daran erinnern, dass die Straße von Hormuz noch nicht militärisch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht”.
Emirate erneut unter Beschuss
Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete unterdessen am Sonntag früh auf der Plattform X, dass die Luftabwehr erneut dabei sei, Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abzufangen. Zuvor war es bereits zu Angriffen auch auf andere Golfstaaten gekommen.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf die Revolutionsgarden, man habe Drohnen und Raketen auf die Luftwaffenbasis al-Dhafra abgefeuert. Man werde Angriffe auf Ziele, die die Interessen der USA und Israels vertreten, fortsetzen, hieß es.
Die US-Botschaft im Irak rief unterdessen US-Bürger auf, das Land zu verlassen. Der Aufruf erfolgte, nachdem zuvor ein Flugabwehrsystem an der Botschaft Medienberichten zufolge von einer Rakete getroffen worden war. Mit dem Iran verbündete Milizen haben seit Beginn des Iran-Kriegs mehrere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak für sich beansprucht. “US-Bürger sollten den Irak jetzt verlassen”, heißt es in der Warnung der Botschaft in der Hauptstadt Bagdad.
Irans Außenminister Abbas Araghchi schrieb in der Nacht auf X, Teheran rufe “seine brüderlichen Nachbarn dazu auf, ausländische Aggressoren zu vertreiben, zumal deren einziges Anliegen Israel ist”. Zuvor hatte bereits das neue Staatsoberhaupt Mojtaba Khamenei in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung die Golfstaaten aufgefordert, US-Stützpunkte zu schließen. Er sprach von warmen und konstruktiven Beziehungen zu den arabischen Nachbarn, die jedoch für den Krieg gegen den Iran genutzt würden.
Saudi-Arabien fängt Drohnen ab – Dementi aus dem Iran
Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben insgesamt 14 Drohnen im Raum der Hauptstadt Riad und im ölreichen Osten des Landes ab. Weitere Details nannte das saudische Verteidigungsministerium nicht. Der Iran dementierte den Angriff auf Saudi-Arabien nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Dieser stehe in keinem Zusammenhang mit der Islamischen Republik. “Die saudische Regierung sollte sich bemühen, die Herkunft der Angriffe aufzudecken”, hieß es.
Israel startet neue Angriffswelle im Westen des Irans
Die israelische Armee startete nach eigenen Angaben eine neue breit angelegte Angriffswelle im Iran. Es sei Infrastruktur des iranischen Machtapparats im Westen des Landes angegriffen worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Am Sonntag in der Früh und in der Nacht war es zu mehreren Raketenangriffen aus dem Iran in Israel gekommen. Seit Beginn des Krieges vor mehr als zwei Wochen hatte die israelische Armee nach Militärangaben mehrfach Raketenabschussrampen im Westen des Irans zerstört.
Die iranischen Revolutionsgarden drohten indes dem israelischen Präsidenten Benjamin Netanyahu mit dem Tode. Sollte Netanyahu noch leben, werde man ihn verfolgen und töten, berichteten die Nachrichtenagenturen Fars und Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Elitestreitkräfte.




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