"Und übrigens, da ist noch eine andere schöne Armada"

Trump droht Iran erneut mit schwerem Militärschlag

Mittwoch, 28. Januar 2026 | 16:11 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat den Iran erneut zu Verhandlungen über sein Atomprogramm aufgefordert. Er drohte mit einem schweren Militärschlag, sollte das Land nicht dazu bereit sein. “Hoffentlich wird der Iran schnell an den Verhandlungstisch kommen und einen fairen und gerechten Deal aushandeln – KEINE ATOMWAFFEN”, schrieb Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien. Die Zeit laufe ab, es sei wichtig, dies zu berücksichtigen. Der Iran wies die Forderungen prompt zurück.

“Der nächste Angriff wird weitaus schlimmer ausfallen! Lasst das nicht noch einmal geschehen”, schrieb Trump. Er verwies darauf, dass auf seine letzte Warnung an den Iran ein Militärschlag gefolgt sei. Zudem sei eine weitere “Armada” auf dem Weg in Richtung Iran. “Und übrigens, da ist noch eine andere schöne Armada, die gerade schön in Richtung Iran segelt”, sagte Trump bei einer Rede im US-Staat Iowa. Es war nicht sofort klar, ob Trump sich dabei auf den Flugzeugträger “USS Abraham Lincoln” und die ihn begleitenden Kriegsschiffe bezog, die am Montag bereits im Nahen Osten eingetroffen waren, oder auf andere Kräfte des US-Militärs.

Iran weist US-Forderungen zurück

Trumps Aufrufe, das Atomprogramm einzuschränken, stießen im Iran auf Ablehnung. Irans Atomchef Mohammad Eslami sagte laut iranischer Nachrichtenagentur Isna, der Iran habe wie die USA das Recht, eine fortgeschrittene Nukleartechnologie zu nutzen. “Wir lehnen daher die amerikanischen Forderungen nach jeglichen Beschränkungen unseres Atomprogramms ab.”

Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (CENTCOM) kündigte unterdessen eine mehrtägige Luftwaffenübung im Nahen Osten an. Trump hat ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten nicht ausgeschlossen.

Mit Blick auf die Führung der Islamischen Republik sagte Trump in Iowa: “Ich hoffe, dass sie ein Abkommen abschließen.” Er hatte zuvor dem US-Nachrichtenportal “Axios” gesagt, der Iran sei an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage sei “im Fluss”, weil die US-Regierung eine große Kriegsflotte in die Region entsandt habe.

Kein Verhandlungsangebot aus dem Iran

Trump hatte während seiner ersten Amtszeit das internationale Atomabkommen mit dem Iran aus dem Jahr 2015 aufgekündigt. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi erklärte, er habe in den vergangenen Tagen keinen Kontakt zum US-Sondergesandten Steve Witkoff gehabt und auch nicht um Verhandlungen gebeten. Dies hatten staatliche Medien zuvor berichtet.

Araqchi wies Trumps neuerliche Drohungen umgehend zurück. “Diplomatie und gleichzeitig militärische Drohungen sind weder effektiv noch nützlich (…) Wenn die USA Verhandlungen führen wollen, müssen sie Drohungen und unlogische Forderungen beiseitelegen.” Der iranische Spitzendiplomat sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA weiter: “Es ist inakzeptabel und kann auch nicht als Diplomatie bezeichnet werden, wenn eine Seite ihre Ziele mit Gewalt erreichen will.”

Teheran verurteilt US-“Drohungen”

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian hatte Washington zuvor eine Gefährdung der regionalen Ordnung vorgeworfen. “Die Drohungen und psychologischen Operationen der Amerikaner zielen darauf ab, die Sicherheit der Region zu stören und werden nichts anderes als Instabilität erreichen”, sagte Pezeshkian nach Angaben seines Büros während eines Telefonats mit dem Kronprinz Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, am Dienstag.

Die USA unterhalten mehrere Stützpunkte im Nahen Osten. Ein Kommandant der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) sprach vor diesem Hintergrund eine Warnung an die Nachbarn des Iran aus. “Nachbarländer sind unsere Freunde, aber wenn ihr Boden, ihr Luftraum oder ihre Gewässer gegen den Iran genutzt werden, werden sie als feindlich betrachtet werden”, erklärte der politische Vertreter der IRGC-Seestreitkräfte, Mohammad Akbarzadeh, der staatlichen Nachrichtenagentur FARS zufolge.

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