Von: APA/AFP/Reuters
US-Präsident Donald Trump hat einen Tag nach den schwersten Gefechten seit Beginn der Feuerpause mit dem Iran an der Darstellung festgehalten, die Islamische Republik sei kaum noch kampffähig. Ihre militärischen Fähigkeiten seien nur noch unbedeutend, sie sollten “die weiße Fahne der Kapitulation schwenken”, so Trump am Dienstag im Oval Office. Außenminister Marco Rubio kündigte an, dass die USA die Hormuz-Blockade brechen, um die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen.
Das US-Militär werde weiter Drohnen und Boote angreifen, die eine Bedrohung darstellten, sagte er in Washington. Es würden Einheiten in die Region verlegt, um einen Schutzschirm für Handelsschiffe aufzubauen. Nach Angaben des Ministers kamen in dem Konflikt bisher zehn zivile Seeleute ums Leben. Der Iran müsse an den Verhandlungstisch kommen und die Bedingungen akzeptieren, fordert Rubio.
Die Marine der iranischen Revolutionsgarden warnte dagegen alle Frachtschiffe vor der Durchfahrt durch Hormuz ohne iranische Genehmigung. Ansonsten hätten sie beim Passieren der Meeresenge mit massiven Reaktionen zu rechnen, hieß es aus Teheran.
Trump glaubt an Einigung
Entgegen der öffentlichen Bekundungen des Iran zeigte sich Trump sicher, dass die Regierung in Teheran eine Einigung erzielen möchte. “Sie treiben Spielchen, aber ich sage Ihnen, sie wollen einen Deal”, sagte der Präsident vor Journalisten. “Und wer würde das nicht wollen, wenn das eigene Militär völlig am Ende ist?”
Am Montag hatte das US-Militär nach eigenen Angaben sechs kleine iranische Boote sowie Marschflugkörper und Drohnen zerstört. Der Iran wies das zurück. Zuvor hatte Trump die Marine entsandt, um mit der Mission “Project Freedom” festsitzende Tanker durch die Meerenge zu eskortieren.
Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten Angriffe auf Ölindustrieanlagen, welche Teheran dementierte, Seefahrtsbehörden registrierten mehrere Angriffe auf Frachter in der Region. Die Straße von Hormuz ist für die weltweite Öl-, Erdgas-, Helium- und Düngerversorgung von großer Bedeutung. Die USA und Israel hatten den Iran am 28. Februar angegriffen.
Trump sieht den Krieg als “kleines militärisches Scharmützel”
Zuvor hatte Trump bei einer Veranstaltung zur körperlichen Fitness von Kindern und Jugendlichen den Krieg im Weißen Haus als “kleines militärisches Scharmützel” bezeichnet. “Ich nenne es ein Scharmützel, weil der Iran keine Chance hat. Die hatten sie nie”, sagte der US-Präsident. Zugleich forderte er die Führung in Teheran auf, klug vorzugehen. Trump sagte über den Iran weiter: “Sie sollten das Vernünftige tun, denn wir wollen nicht dort einmarschieren und Menschen töten.” Das sei ihm persönlich “zu hart”.
Trump redet den Iran-Krieg bereits seit Wochen klein. Im März hatte er von einem “kurzen Ausflug” für die US-Streitkräfte gesprochen, diesen Montag sprach er von einem “Mini-Krieg”. Beobachter vermuten, dass er damit der wachsenden Kriegsskepsis in der Bevölkerung entgegentreten will.
Nach einer Anfang Mai veröffentlichten Umfrage im Auftrag der “Washington Post” und des Senders ABC ist der Iran-Krieg inzwischen ähnlich unpopulär wie die Kriege im Irak und in Vietnam. Danach gaben 61 Prozent der Befragten an, der Militäreinsatz sei ein Fehler. Nur 19 Prozent glauben Trumps Angaben, das Vorgehen sei ein Erfolg für die Vereinigten Staaten. Im Lager der Republikaner halten 79 Prozent den Krieg allerdings weiter für richtig.




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