Von: APA/dpa/Reuters
US-Präsident Donald Trump geht davon aus, dass viele Länder Kriegsschiffe entsenden würden, um die Straße von Hormuz offen zu halten. Er hoffe, dass China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder sich beteiligten, teilte er am Samstag auf Truth Social mit. “So oder so wird die Straße von Hormuz bald offen sein.” Zuvor hatte Trump gesagt, dass der Iran zwei Wochen nach Beginn der US-israelischen Luftangriffe “vollständig besiegt” sei.
Unterdessen machte der Iran eine Ausnahme von der Hormuz-Blockade und erlaubte zwei indischen Schiffen die Durchfahrt. 22 weitere Schiffe lägen noch westlich der Seestraße, teilte die indische Regierung mit. Durch die Meerenge vor der Küste des Iran werden rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransports auf dem Seeweg abgewickelt.
Trump zufolge wurde außerdem ein US-Stützpunkt in Saudi-Arabien vor einigen Tagen bei einem Angriff getroffen. Vier der fünf dort stationierten Tankflugzeuge hätten aber “praktisch keinen Schaden” davongetragen. Sie seien bereits wieder im Einsatz.
Laut Katz Schlüsselmoment im Konflikt mit Teheran
Israels Verteidigungsminister Israel Katz sah unterdessen den Schlüsselmoment im Konflikt mit Teheran gekommen. Der Kampf intensiviere sich und gehe in die “entscheidende Phase” über, sagte Katz nach Angaben seines Büros. Genaue Zeitangaben machte er nicht. Katz fügte lediglich hinzu, diese Phase werde so lange dauern, wie nötig. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung im Iran zum Widerstand gegen die Führung in Teheran auf.
Die israelische Armee teilte am Samstag mit, dass sie in den ersten beiden Wochen des Krieges 400 Angriffswellen mit jeweils zahlreichen Kampfjets auf den Iran geflogen habe. Hauptziele im Zentrum und Westen des Irans seien Anlagen für Raketenstarts und Verteidigungsanlagen gewesen. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 200 Ziele bombardiert worden. Dabei seien Dutzende Abschussrampen für ballistische Raketen getroffen worden, von denen einige für Angriffe auf Israel vorbereitet gewesen sein sollen. Zudem seien Luftverteidigungssysteme und Waffenlager angegriffen worden. Der Iran berichtete, dass bei einem Angriff in der Stadt Isfahan 15 Menschen in einer Fabrik ums Leben gekommen seien.
Angriffe im Irak und den Emiraten
Wie Al Jazeera berichtete, wurde ein Flugabwehrsystem bei der US-Botschaft in Bagdad getroffen. Zu der Attacke bekannte sich bis dato niemand. Weiters wurde das Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate in der autonomen Kurdenregion im Nordirak angegriffen. Zwei Sicherheitskräfte wurden dabei verletzt, hieß es.
Der Iran drohte indes mit Attacken auf US-Ziele in den Arabischen Emiraten. Zudem wurden Angriffe auf US-Unternehmen in der Region in Aussicht gestellt, sollte die iranische Energieinfrastruktur ins Visier genommen werden.
Behörden im Emirat Fujairah teilten am Samstag mit, die Luftabwehr habe eine Drohne abgefangen. Durch herabfallende Trümmer sei ein Brand ausgebrochen. Opfer habe es nicht gegeben.
Zwei Verletzte bei Raketenangriff aus dem Iran auf Südisrael
Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden in der Stadt Eilat im Süden des Landes zwei Menschen verletzt. Ein zwölfjähriger Bub sei verletzt, ein 39 Jahre alter Mann sei mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. In der Stadt gab es mehrere Einschläge von Raketen- und Trümmerteilen.
In Eilat – vor allem bei Israelis und vor dem Krieg auch bei ausländischen Touristen als Urlaubsort am Roten Meer beliebt – waren seit Kriegsbeginn im Vergleich zum Zentrum und Norden des Landes wenige Angriffe aus dem Iran gemeldet worden. Nach Angaben des israelischen Fernsehsenders N12 heulten in Eilat am Samstag zweimal die Sirenen wegen Raketenalarmen.
Laut Außenminister “kein Problem” bei neuem Obersten Führer
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi trat indes Spekulationen über den gesundheitlichen Zustand des neuen Obersten Führers Mojtaba Khamenei entgegen. Araqchi sagte im Interview mit MS Now, es gebe “kein Problem” mit Khamenei. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Freitag gesagt, Khamenei sei verwundet und wahrscheinlich entstellt worden.




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