Gesetzentwurf wird in der Kammer behandelt

Unterberger gegen die Schlachtung von Pferden

Mittwoch, 18. Februar 2026 | 11:17 Uhr

Von: mk

Rom – Die Vorsitzenden der Autonomiegruppe im Senat, Julia Unterberger, zeigt sich darüber erfreut, dass in der Abgeordnetenkammer mit der Behandlung des Gesetzesentwurfes zur Anerkennung von Pferden als Haustiere begonnen wurde. Laut Vorschlag soll ihre Schlachtung und Nutzung zu Nahrungszwecken künftig verboten werden.

„Pferde gehören zu den am meisten ausgebeuteten Tieren: unter Zirkuszelten, beim Ziehen von Kutschen in sengender Hitze, bei illegalen Rennen. Nicht selten endet ihr Schicksal im Schlachthaus, wenn sie ausgedient haben“, erklärt Unterberger.

Daten würden jedoch eine klare Verhaltensänderung in der Bevölkerung aufzeigen: Laut ISTAT ist der Konsum von Pferdefleisch in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen: von über 70.000 geschlachteten Tieren im Jahr 2012 auf rund 22.000 im Jahr 2024. „Dieser starke Rückgang spiegelt einen bereits laufenden kulturellen Wandel wider. Nur noch eine Minderheit der italienischen Verbraucherinnen und Verbraucher isst regelmäßig Pferdefleisch, während immer mehr Menschen aus ethischen Gründen darauf verzichten“, so Unterberger.

Dabei handle es sich nicht nur um eine Ernährungsentscheidung, sondern um eine Entwicklung in der Gesellschaft. In angloamerikanischen Ländern gelte der Konsum von Pferdefleisch bereits als kulturell inakzeptabel. In Griechenland sind Zucht, Schlachtung und Verkauf von Pferden seit 2020 gesetzlich verboten.

Die Anerkennung von Pferden als Haustiere reiht sich laut Unterberger zudem in eine rechtliche Entwicklung, die den Tierschutz in Italien über die Jahre kontinuierlich gestärkt hat. Die Schlachtung von Hunden und Katzen ist bereits durch die Kombination aus strafrechtlichen Bestimmungen und dem Rahmengesetz über Haustiere verboten. Jüngste Gesetzesänderungen haben die Strafen für das unberechtigte Töten von Tieren weiter verschärft.

„Es ist an der Zeit, diesen Schutz auch auf Pferde auszudehnen. Die Gesetze müssen an das zunehmend verbreitete Empfinden in der Bevölkerung angepasst werden. Es braucht einen weiteren Schritt der Zivilisation zum Schutz der Würde und des Wohlergehens der Tiere“, so Unterberger abschließend.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 3 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen