USA greifen Ölexportinsel Kharg an

USA greifen Militärziele auf Irans Öl-Exportinsel Kharg an

Samstag, 14. März 2026 | 02:46 Uhr

Von: APA/AFP/Reuters

Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump “jedes militärische Ziel” auf der iranischen Insel Kharg angegriffen. “Aus Gründen des Anstands habe ich darauf verzichtet, die Ölinfrastruktur auf der Insel auszulöschen”, schrieb Trump am Freitag auf der Online-Plattform Truth Social. Sollte der Iran oder jemand anderes jedoch die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus behindern, werde er diese Entscheidung sofort überdenken.

Der Iran exportiert 90 Prozent seines Rohöls über die Insel. Irans Parlamentspräsident hatte schon vor zwei Tagen die USA und Israel vor einem Angriff auf Inseln im Persischen Golf gewarnt. “Jede Aggression gegen den Boden der iranischen Inseln wird alle Zurückhaltung zunichtemachen”, schrieb Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. “Wir werden den Persischen Golf mit dem Blut der Invasoren tränken”, fügte der frühere General hinzu.

Die iranischen Streitkräfte erklärten am Samstag nach dem Angriff der USA, dass jeder Angriff auf die iranische Öl- und Energieinfrastruktur zu Angriffen auf die Energieinfrastruktur von Ölkonzernen führen werde, die in der Region mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, wie iranische Medien berichteten.

Iran greift Israel mit ballistischen Raketen an

Der Iran hat in der Nacht auf Samstag eine weitere Angriffswelle mit ballistischen Raketen auf Israel gestartet. Das berichteten Iranische Staatsmedien am Samstag (Ortszeit) kurz nach Mitternacht. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurde nach ersten Erkenntnissen bei den Raketenangriffen niemand verletzt. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben Hinweise auf Trümmerteile, die im Süden Israels gelandet seien.

Die israelische Armee entdeckte nach eigenen Angaben mehrere aus dem Iran abgeschossene Raketen und aktivierte die Luftabwehr, in mehreren Gegenden des Landes ertönte Luftalarm. Knapp eine halbe Stunde später wurde der Alarm wieder aufgehoben, die Menschen konnten demnach die Schutzräume verlassen.

“Vorübergehende” Evakuierungen in Katar

Angesichts der anhaltenden iranischen Angriffe auf die Golfstaaten sind in Katar mehrere Gebiete evakuiert worden. Als “vorübergehende Vorsichtsmaßnahme” würden “mehrere wichtige Gebiete evakuiert, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, bis die Gefahr vorüber ist”, erklärte Katars Innenministerium am Samstag. Im zentralen Stadtteil Muscheireb in der Hauptstadt Doha erhielten einige Anrainer telefonische Warnungen mit der Aufforderung, “das Gebiet unverzüglich zu verlassen und sich vorsorglich an den nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben”. In der Hauptstadt Doha berichteten Augenzeugen von Explosionen.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen gegen den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region an. Der UN-Sicherheitsrat forderte am Mittwoch in einer Resolution das sofortige Ende der iranischen Angriffe auf die umliegenden Golfstaaten.

Tote im Libanon

Bei einem israelischen Angriff auf ein Gesundheitszentrum im Südlibanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens zwölf medizinische Mitarbeiter getötet worden. Dies meldet die staatliche libanesische Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Ministerium. Die Zahl der Todesopfer in der Stadt Borj Qalaouiya könnte sich noch ändern. Rettungskräfte suchten nach Vermissten.

Bei einem Angriff auf eine Universität im Libanon vor zwei Tagen hat die israelische Armee nach eigenen Angaben ein Mitglied der pro-iranischen Hisbollah-Miliz getötet. Bei dem Angriff am Donnerstag habe die israelische Luftwaffe “den Terroristen Murtada Hussein Srur, Mitglied der Luftwaffeneinheit der Terrororganisation Hisbollah, im Bereich der Libanesischen Universität in Beirut angegriffen und getötet”, erklärte die israelische Armee am Freitag.

Srur arbeitete nach Angaben der Armee “als Dozent für Chemie an der Libanesischen Universität in Beirut”. Er war demnach “ein Experte auf dem Gebiet der Waffenproduktion” bei der Hisbollah. Am Donnerstag waren laut einem Bericht der libanesischen Nachrichtenagentur ANI bei einem israelischen Drohnenangriff zwei Lehrkräfte auf einem Campus der Libanesischen Universität am Standort im Süden Beiruts getötet worden. Der Campus liegt am Rand der südlichen Vororte Beiruts. Das Gebiet gilt als Hochburg der Hisbollah. Im Zuge des US-israelischen Krieges gegen den Iran ist auch der militärische Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel wieder eskaliert.

Vier Tote im Gaza-Streifen

Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte sind bei zwei israelischen Angriffen im Gazastreifen vier Palästinenser getötet worden, darunter zwei 17-Jährige. Zudem sei ein Palästinenser bei dem Beschuss durch einen israelischen Panzer in der Nähe eines Polizeikontrollpunkts in Chan Junis im Süden des Gazastreifens getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs liegt zurzeit nicht vor.

USA ziehen Botschaftspersonal aus Oman ab

Die USA ziehen vor dem Hintergrund des Iran-Krieges einen Teil ihres Botschaftspersonals aus dem Oman ab. Nicht zwingend benötigte Mitarbeiter und ihre Angehörigen müssten das Sultanat wegen der kriegsbedingten Risiken verlassen, erklärte das US-Außenministerium am Freitag. Das Ministerium aktualisierte zudem seine Reisewarnung angesichts der “Sicherheitsrisiken”. Es verwies auf eine “anhaltende Gefahr durch Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran” sowie auf “erhebliche Beeinträchtigungen des Linienflugverkehrs”.

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