Von: apa
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist zusammen mit einer österreichischen Delegation von Papst Leo XIV. empfangen worden. Das Treffen sei freundschaftlich gewesen und habe länger als erwartet gedauert, berichtete Van der Bellen am Ende des Treffens mit dem Heiligen Vater. Zur Delegation gehörten auch Van der Bellens Frau Doris Schmidauer, Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) und Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ).
Im Fokus des Gesprächs stand unter anderem die Situation im Nahen Osten, im Iran und in den arabischen Golfländern, sowie der Ukraine-Krieg. “Leo XIV. ist ein Mensch des Friedens. Er tritt mit voller Überzeugung für die Werte des Neuen Testaments ein. Er verkündet Hoffnung und Zuversicht und versucht, die christliche Botschaft den künftigen Generationen näher zu bringen”, erklärte Van der Bellen, der nach dem Treffen mit dem Papst auch den vatikanischen Außenminister Richard Gallagher und Staatssekretär Pietro Parolin traf. Dabei wurde ebenfalls über die internationale Lage diskutiert. “Wir wissen nicht wie es nach den jüngsten Angriffen weitergeht. Hoffen wir, dass alle Streitparteien verstehen, dass man auf diese Art nur selten zum Erfolg gelangt”, so Van der Bellen.
Papst zeigte großes Interesse für Lage in Österreich
Der Papst habe während des Vier-Augen-Gesprächs großes Interesse für die Lage in Österreich gezeigt. “Österreich stößt auf großes Interesse im Vatikan. So habe ich den Papst aufs Wärmste nach Österreich eingeladen. Ich hoffe, dass ich noch als Bundespräsident erleben kann, dass Leo XIV. Österreich besucht”, erklärte Van der Bellen.
Als Geschenk für den Papst brachte die österreichische Delegation ein Hufeisen der Lipizzaner-Pferde mit. Das Geschenk sei sehr gut angekommen, da Leo XIV. ein leidenschaftlicher Reiter sei, hieß es. Gut angekommen sei auch eine Spende für Sozialzwecke für die Diözese in Peru, in der Leo XIV. vor seinem Wechsel nach Rom tätig war. Außerdem wurde dem Papst eine Kopie der Statue der Gottesmutter von Mariazell überreicht.
Dritte Papst-Audienz für Van der Bellen
Im Verlauf der herzlichen Gespräche im Staatssekretariat wurden die guten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich zum Ausdruck gebracht. Zudem wurden einige besonders aktuelle Themen angesprochen, darunter Migration und die Beziehungen zwischen den Religionen. Für Van der Bellen ist es nach den offiziellen Begegnungen mit Papst Franziskus in den Jahren 2017 und 2021 die dritte Papstaudienz. Gleichzeitig war es das erste Treffen mit dem seit zehn Monaten amtierenden Kirchenoberhaupt Leo XIV.
In der Reihe der österreichischen Bundespräsidenten ist Van der Bellen künftig der einzige, der den Vatikan in seiner Amtszeit drei Mal für eine Privataudienz beim Papst besucht hat. Bei der Amtseinführung von Leo XIV. am 8. Mai 2025 war Österreich durch Bundeskanzler Christian Stocker vertreten. Van der Bellen hatte zuvor persönlich an den Trauerfeiern für den verstorbenen Franziskus im Vatikan teilgenommen.
Der Besuch beim Papst fand im Rahmen eines zweitägigen Rom-Aufenthalts des Bundespräsidenten statt. Am Mittwoch hatte Van der Bellen den italienischen Staatspräsident Sergio Mattarella im Quirinal getroffen. Mit Mattarella eröffnete Van der Bellen am Mittwochabend die Ausstellung im Palazzo Cipolla unter dem Titel “Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum”. Dabei werden erstmals in Italien mehr als 50 Meisterwerke aus den Sammlungen des KHM präsentiert. Die Auswahl bietet einen Überblick über vier Jahrhunderte europäischer Malerei und ist bis zum 5. Juli offen.




Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen