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Verlorenes Vertrauen

Dienstag, 10. April 2018 | 09:52 Uhr

Bozen – Hassbotschaften, Fake News und nun Datenmissbrauch – die Schlinge um Facebook wird immer enger. Doch auch wenn der jüngste Skandal viel Empörung ausgelöst hat, ändert sich am Nutzerverhalten der meisten wenig.

Noch immer werden fleißig Urlaubsfotos gepostet, Instagram wird genutzt und Nachrichten werden per WhatsApp verschickt.

Dass veröffentlichtes Bildmaterial an Facebook übergeht, steht in den Nutzungsbedingungen. Verwerflich ist allerdings das Sammeln, Analysieren und Weiterverkaufen von Daten an Dritte, die womöglich gar nicht bei Facebook angemeldet sind.

Am Mittwoch wird Firmenchef Mark Zuckerberg vor Ausschüssen im US-Kongress aussagen.

Der Grundtenor der Politik dabei zeichnete sich schon vorher ab: Plattformen wie Facebook sollen stärker reguliert werden. Befürchtet wird, dass die Probleme sowohl in Zusammenhang mit dem Schutz der Privatsphäre als auch mit Propaganda zu groß für Facebook sind, als dass sie das Unternehmen selbst lösen kann.

Kaum ein soziales Netzwerk hat die digitale Kommunikation seit über einem Jahrzehnt so geprägt wie Facebook. Dass Nutzerdaten in Zukunft möglicherweise nicht nur technisch, sondern auch politisch abgesichert werden, könnte einen Meilenstein darstellen. Und Zuckerberg und Co werden wohl oder übel mitspielen müssen, wenn sie das Vertrauen der Nutzer nicht gänzlich verlieren wollen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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4 Kommentare auf "Verlorenes Vertrauen"


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6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
9 Tage 23 h

Ach! Wer hat den geglaubt dass die Benutzung von Facebook keinen Preis hat ? In der heutigen Welt kriegt man nix geschenkt!

Dublin
Dublin
Kinig
9 Tage 2 h

…da machen alle so ein Getue wegen privacy und stellen dann selber ihre intimsten Daten freiwillig ins Netz…jeder Personalchef schaut vor Bewerbungsgesprächen rein, was der Kandidat so zu bieten hat… 🤣

schwejk
schwejk
Neuling
9 Tage 5 h

Es gibt im Internet ein Sprichwort: wenn du für ein Produkt nichts bezahlst, bist du das Produkt. Facebook macht Geschäfte mit den Daten, die wir preisgeben und mit den Dingen, die wir liken und posten.
Das sollte allen klar sein. Besonders Kindern sollte das beigebracht werden. 
Die schlimmsten Schnüffler aber sind staatliche Organisationen, denken wir nur an den NSA Skandal. Laut Guardian werden übrigens italienische Staatsbürger am häufigsten am Telefon abgehört- auch hier natürlich im Auftrag des Staates…

Wolke
Wolke
Grünschnabel
9 Tage 19 h

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob dieses “politisch abgesichert” wirklich zum Wohle des Volkes wäre … so Menschen wie Dr. Daniele Ganser oder Beiträge von KenFm und andere politisch relevante Stimmen, die unbequem für das “herrschende Machtsystem” sind, sind dann auch leichter zu unterdrücken und unterschwellig in den Hintergrund zu rücken.

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