Zum Internationalen Tag der Leichten Sprache

Verständliche Informationen sind Voraussetzung für Teilhabe

Mittwoch, 27. Mai 2026 | 15:44 Uhr

Von: mk

Bozen – Der Internationale Tag der Leichten Sprache wurde auf einer Tagung des EASIT-Projekts an der Universität Hildesheim vorgeschlagen und erstmals am 28. Mai 2020 ausgerufen. Seitdem wird er jährlich an diesem Datum begangen. Das Datum erinnert an die Gründung der europäischen Selbstvertretungsorganisation Inclusion Europe am 28. Mai 1988, die sich seit jeher für die Rechte von Menschen mit Lernschwierigkeiten einsetzt.

„Der 28. Mai steht dafür, dass Informationen für alle Menschen zugänglich sein müssen, unabhängig von Alter, Bildung, Sprachkenntnissen oder Beeinträchtigung”, unterstreicht Brigitte Hofer, Gleichstellungsrätin und Vorsitzende des Südtiroler Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. „Wer Texte oder Hinweise nicht versteht, ist von wichtigen Entscheidungen und Rechten oft ausgeschlossen. Leichte Sprache ist daher ein zentrales Instrument für eine inklusive Gesellschaft.“

Auch wenn Leichte Sprache klar definierten Regeln folgt und daher spezielles Fachwissen erfordert, ist es grundsätzlich wichtig, Informationen in Schrift und Wort so verständlich wie möglich zu erklären und zu berichten, wie zum Beispiel mit der Anwendung von einfacher Sprache.

Der Tag macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, Barrieren in der Kommunikation abzubauen. Verständliche Sprache in Schrift und Wort ist ein Schlüssel zur Information, Beteiligung und Selbstbestimmung. „Verständliche Sprache ist eine Frage des Respekts“, betont Monitoringausschuss-Vorsitzende Hofer. „Nur wenn Informationen wirklich ankommen, können Menschen ihre Rechte wahrnehmen und gleichberechtigt teilhaben.“

Besonders in Behörden, Schulen, Gesundheitswesen und Medien zeigt sich, wie wichtig klare Sprache ist. „Komplizierte Formulierungen schaffen vermeidbare Hürden“, unterstreicht Hofer. Neben der Leichten Sprache gibt es auch die Einfache Sprache, die für ein breiteres Publikum offen ist. Geprüfte Leichte Sprache wird mit einem eigenen Siegel gekennzeichnet.

Der Südtiroler Monitoringausschuss appelliert an Gesellschaft, Medien und öffentliche Stellen, Menschen mit Behinderungen stärker mitzudenken und einzubeziehen. Inklusion bedeutet, in Sprache, Darstellung und Kommunikation niemanden auszuschließen.

„Also bedeutet Leichte Sprache: niemanden ausschließen“, so das Fazit von Monitoringausschuss-Vorsitzender Hofer. „Sie zeigt, dass eine Gesellschaft alle Menschen mitdenken und teilhaben lassen möchte.“

Bezirk: Bozen

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