Katars Hauptstadt Doha (Illustration)

Verwirrung um USA-Iran-Verhandlungen in Doha

Montag, 29. Juni 2026 | 15:42 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa/AFP

Der Iran und die USA machen widersprüchliche Angaben über neue Verhandlungen am morgigen Dienstag im katarischen Doha. Während der Iran am Montag US-Medienberichte über kommende Gespräche dementiert hat, hält US-Präsident Donald Trump fest, die neuen Verhandlungen würden auf Bitten des Iran morgen in Doha beginnen.

“Der Iran hat um ein Treffen gebeten. Es wird morgen in Doha stattfinden!”, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Nach Angaben seiner Sprecherin Karoline Leavitt werden Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie der US-Sondergesandte Steve Witkoff diese Woche für hochrangige Gespräche nach Doha fliegen. Die Gespräche über das bereits unterzeichnete Rahmenabkommen gingen weiter, sagte Leavitt dem US-Sender Fox News. Am Rande der hochrangigen Verhandlungen sollen demnach auch technische Gespräche stattfinden.

US-Medien hatten zuvor berichtet, nach den gegenseitigen Angriffen vom Wochenende sollten die Verhandlungen am Dienstag in der katarischen Hauptstadt wieder aufgenommen werden. Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte hingegen am Montag iranischen Medien, diese Information sei “nicht korrekt”. Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, “sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde”, so Gharibabadi laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. “Das Abhalten von technischen Sitzungen der Arbeitsgruppen ist für diese Woche nicht geplant.” Konsultationen würden über Vermittler jedoch fortgesetzt.

Eingefrorene iranische Gelder freigegeben

Nach einer Einigung mit den USA zur Aufhebung von Sanktionen im Öl- und Petrochemiesektor werden nach Angaben aus Teheran sechs Milliarden (5,26 Mrd. Euro) von insgesamt zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern aus Katar freigegeben. Dies erklärte der iranische Präsident Massoud Pezeshkian am Montag. Der Iran und die USA haben in diesem Monat ein Rahmenabkommen unterzeichnet, um den Weg für eine Beilegung ihres Konflikts zu ebnen.

Der Iran und der Oman haben unterdessen erstmals in einem gemeinsamen Ausschuss über die Straße von Hormuz beraten. Das Treffen des Gremiums fand in der omanischen Hauptstadt Maskat statt, wie Vizeaußenminister Gharibabadi auf der Plattform X mitteilte. Demnach tauschten sich Vertreter beider Staaten über die Souveränitätsrechte der Golf-Anrainer aus. Zudem sei über die künftige Verwaltung der für den internationalen See- und Öl-Handel wichtigen Meerenge gesprochen worden.

Der Iran beansprucht die Kontrolle des Schiffsverkehrs für sich. “Die Straße von Hormuz wird innerhalb der kommenden 30 Tage wieder vollständig unter die Verwaltung des Iran gestellt”, sagte Außenminister Abbas Araqchi am Sonntag in Iraks Hauptstadt Bagdad. Die Verantwortung für die Meerenge liege allein beim Iran. Die für den Welthandel mit Öl und Dünger wichtige Meerenge hat sich für die Islamische Republik im Krieg als mächtiger Hebel entpuppt.

Leavitt: Trump wird auf Angriffe reagieren

Leavitt sagte nun, dass Trump auch weiterhin auf Angriffe auf Handelsschiffe reagieren werde, man aber hoffe, dass es nicht dazu komme. Die Waffenruhe sei in Kraft, betonte sie. “Wir hoffen, dass wir ein gutes Abkommen erzielen können.”

Teheran und Washington hatten am 17. Juni in einem Rahmenabkommen die “unverzügliche” Einstellung aller Kämpfe vereinbart. Zudem sagte der Iran zu, Handelsschiffen für vorerst 60 Tage eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormuz zu ermöglichen.

In der Nacht auf Freitag und in der Nacht auf Samstag griff das US-Militär jedoch wieder Ziele im Iran an, was der Iran mit Angriffen auf die Golfstaaten Bahrain und Kuwait beantwortete. Anlass für die neuerlichen Gefechte war nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM ein iranischer Drohnenangriff auf einen Öltanker in der Straße von Hormuz.

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