Von: mk
Bozen – Jedes Jahr kommen Jugendliche aus sieben Ländern des Alpenraums (Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, Schweiz und Slowenien) im Jugendparlament zur Alpenkonvention (Youth Parliament to the Alpine Convention/YPAC) zusammen, um sich über politische und gesellschaftliche Themen auszutauschen und Lösungsvorschläge für spezifische Probleme in den Alpen zu erarbeiten. Heuer fand YPAC vom 23. bis 26. März in Chamonix in Frankreich statt; Südtirol wurde – wie schon seit der ersten Ausgabe im Jahr 2006 – von Schülerinnen und Schülern der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie „Marie Curie” in Meran vertreten. Diese haben am Mittwochnachmittag im Landtag in Bozen vier der verabschiedeten Resolutionen vorgestellt.
Die Jugendlichen wurden von Landtagspräsident Arnold Schuler empfangen, der betonte, dass die Teilnahme am Jugendparlament zur Alpenkonvention eine besondere Erfahrung sei. “Es geht dabei alljährlich um Zukunftsthemen, eine Zukunft, die vor allem euch betrifft”, so Schuler.
Julia unterstrich im Namen der Schülerinnen und Schüler die Bereitschaft, Lösungsansätze für einige der drängenden Probleme dieser Zeit zu entwickeln – “um unser Leben und unsere Zukunft aktiv zu gestalten”. Nach einem Überblick über YPAC und die Präsentation durch Lara und Miriam wurden den Landtagsabgeordneten die von den rund 80 YPAC-Teilnehmenden ausgearbeiteten Vorschläge zum diesjährigen Hauptthema „Nachhaltiges Leben in den Alpen“ erläutert.
„Um die steigende Nachfrage der Verbraucher zu decken, ohne zusätzlichen Platz zu beanspruchen, können Solarpaneele auf Staudämmen errichtet werden – dies trägt dazu bei, das natürliche Ökosystem zu bewahren“, erklärte Liam bei der Präsentation der Resolution 1 Dam good solar. Resolution 2 Graduate With Impact wurde dann von Lea dargelegt: „Wir schlagen vor, dass jeder Schüler im Laufe seiner Schullaufbahn ein verpflichtendes Klimaprojekt absolvieren muss, das Voraussetzung für den Schulabschluss ist. Dieses würde die Klimabildung von der Theorie in die Praxis verlagern sowie langfristig zum öffentlichen Bewusstsein beitragen.“ Module Nature, die Resolution 3, stellte Alicia vor: „Wir schlagen im Rahmen der Ausbildung von Bergführern, Ausbildern und Trainern ein obligatorisches Modul vor, das sich dem Klimabewusstsein widmet und sowohl die Umweltauswirkungen ihres Sports als auch Möglichkeiten zu deren aktiver Reduzierung behandelt.“ Abschließend führte Giulio Resolution 4 Watt’s in the water aus, die den Einbau kleiner, effizienter Turbinen zur Stromerzeugung in bereits bestehende Staudammanlagen vorsieht, ohne dabei die Mikroumwelt zu verändern.
Die Jugendlichen wollen der Politik durch ihre Vorschläge Impulse geben. Bei einigen der im vergangenen Jahr vorgestellten Resolutionen wurde aus einem solchen Impuls ein konkretes Ergebnis, wie Sarah berichtete: So hatten die Jugendlichen eine Homecard für Südtiroler vorgeschlagen, die den Bewohnern Vergünstigungen in ihren Wohnorten ermöglicht; in dieser Hinsicht sei im Pustertal die HOICard entstanden, die Einheimischen sowohl sportliche als auch kulturelle Angebote zu vergünstigten Preisen biete. Ein zweites Beispiel seien die „Smart Drops“: In ganz Südtirol, aber besonders im Vinschgau könne man inzwischen Fortschritte beim Ausbau der Tropfberegnung erkennen. Zu glauben, man sei zu klein, so Paula abschließend, um Veränderungen voranzutreiben, sei nur eine bequeme Ausrede. „Wir hoffen, auf Ihre Unterstützung zählen zu können, um gemeinsam einen Unterschied zu machen.“
LH Arno Kompatscher bedankte sich bei den Schülerinnen und Schüler sowie der FOS Meran im Allgemeinen für das Engagement bei YPAC. “Die gute Nachricht ist, dass sich etwas bewegt – wie wir gehört haben”, so Kompatscher weiter. Auch bei zweien der heute vorgestellten Resolutionen sei man bereits auf einem guten Weg: Photovoltaik auf Staudämmen und Wasserleitungen mit Stromproduktion. Die Herausforderungen seien groß, doch es mache Sinn, an Lösungen zu arbeiten.
Auch andere Landtagsabgeordnete lobten die Südtiroler YPAC-Delegation und tauschten sich mit der YPAC-Delegatin über die vorgestellten Projekte aus (Sven Knoll/Süd-Tiroler Freiheit, Zeno Oberkofler/Grüne, LR Peter Brunner und Andreas Leiter Reber/Freie Fraktion).
Abschließend übergaben die Schülerinnen und Schülern der Fachoberschule „Marie Curie” in Meran die YPAC-Resolutionen an Landtagspräsident Arnold Schuler.




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