Jugendring zu leistbarem Wohnen

„Wohnen muss auch für junge Menschen leistbar werden“

Mittwoch, 30. März 2022 | 17:10 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Jugendring (SJR) hat im Rahmen einer Pressekonferenz verdeutlicht, dass es für viele junge Menschen schwierig ist, eine Wohnung zu einem gerechten und leistbaren Preis zu bekommen – und zwar sowohl am Mietmarkt als auch in Bezug auf Bau, Kauf oder Sanierung. Er hat einen Anliegenkatalog mit konkreten Forderungen erarbeitet, um Wohnen auch für junge Menschen leistbar zu machen.

Tanja Rainer, SJR Vorsitzende, brachte es auf den Punkt: „Wohnen muss auch für junge Menschen leistbar werden – und zwar in Bezug auf Miete, Bau, Kauf und Sanierung“. Dass dieses derzeit häufig nicht der Fall sei, zeigte der Südtiroler Jugendring (SJR) im Rahmen einer Pressekonferenz anhand von Fallbeispielen auf. „Es gilt junge Menschen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu unterstützen. Dazu muss Wohnen für junge Menschen leistbar werden“, so Rainer.

Gefordert wird u.a., dass die Einnahmen, die durch die Erhöhung der GIS in Bezug auf Leerstandswohnungen und auf Zweitwohnungen erzielt werden, der jeweiligen Gemeinde zugutekommen und für den Bereich „Wohnen“ in einem eigenen Kapitel gebunden werden. „So können diese Mehreinnahmen z.B. für Begünstigungen für junge Bürger*innen in Bezug aufs „Wohnen“ oder für Mehrgenerationenwohnungen verwendet werden“ schlägt Rainer vor.

Des Weiteren fordert der SJR eine Anpassung der Wohnbauförderung. „Die Baukosten sind stark gestiegen und es ist davon auszugehen, dass sie noch weiter steigen werden. Auch die Baukostenabgabe ist höher geworden. Hat eine Wohnung mit einer Nettogröße von ca. 80 Quadratmeter im Raum Bozen 2017 noch ca. 450.000 Euro gekostet, kostet eine vergleichbare Wohnung heute über 600.000 Euro. Es ist daher notwendig, die Wohnbauförderung entsprechend zu erhöhen“ erklärte Simon Klotzner, SKJ (Südtirols Katholische Jugend).

Ein anderer wichtiger Punkt betrifft die Erklärung der Sprachgruppenzugehörigkeit, die dem Ansuchen um Wohnbauförderung beizulegen ist. Es gelte so rasch als möglich alles Notwendige zu unternehmen, sodass die Erklärung schnellstmöglich auch digital über SPID gemacht werden könne. Zudem soll die Erklärung bei den Gemeinden abgegeben werden können. Sinnvoll wäre es des Weiteren alle jungen Menschen entsprechend zu sensibilisieren, damit sie über die Wichtigkeit der Erklärung der Sprachgruppenzugehörigkeit und die Folgen einer nicht vorhandenen Erklärung informiert sind, so der SJR.

Schon 2017 hatte der SJR im Rahmen einer Pressekonferenz konkrete Änderungsvorschläge vorgebracht, um Wohnen auch für junge Menschen leistbar zu machen. So u.a., dass der Beitrag für Miete und Wohnungsnebenkosten von Beginn an zu 100 Prozent auszubezahlen ist. Die Regelung hatte nämlich vorgesehen, dass Mieter*innen im ersten Jahr, nachdem sie von zu Hause ausgezogen waren, nur die Hälfte des Mietbeitrags erhalten. „Wir sind sehr erfreut, dass dieses nun nicht mehr der Fall ist“ äußerte sich Tanja Rainer. Auch ein weiteres Anliegen des SJR wurde berücksichtigt: So hat der SJR vorgeschlagen, dass in Bezug auf das Lebensminimum nicht die Ist-Situation bzw. Vergangenheit zu bewerten ist, sondern nach vorne geschaut werden soll. Auch das ist nunmehr der Fall.

„Nun gilt es aber weitere Schritte zu setzen. Wir haben daher einen Anliegenkatalog mit konkreten Forderungen erarbeitet. Dieser wird dem Landtag übermittelt in der Hoffnung auf entsprechende Berücksichtigung“, informierte Rainer über das weitere Vorgehen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "„Wohnen muss auch für junge Menschen leistbar werden“"


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Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
1 Monat 24 Tage

Da wäre es höchst an der Zeit was zu tun. 
Ein junger Mensch mit einem normalen Beruf, hat überhaupt keine Chance mehr sich eine Wohunung zu kaufen oder ein Eigenheim zu schaffen. 
Die Baufirmen bauen Wohnkomplexe, verdienen sich Grün und Blau, mit den übertriebenen Preisen, und der Normalbürger kann durch die Röhre schauen.
Gut gemacht liebe Politiker – natürlich auch in der Vergangenheit!!!
Das ist das reiche Land Südtirol.
Würde mal die 2. Wohnungen richtig zur Kasse bitten, und denen, die nicht den Wohnsitz in der Wohnung haben.
Weiters würde ich den Baulöwen einen Riegel vorschieben.

AnWin
AnWin
Superredner
1 Monat 24 Tage

…..wohl Nachnamen Marx???😂

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 24 Tage

Is ja süß! Alleinstehende Frauen mit Kindern, alleinstehende Männer, gerade solche die Unterhalt zahlen, alte Leutchen die gerade genug haben um nicht ne Sozialwohnungen zu bekommen aber für ein “normales Leben” zu wenig haben usw. …. Und dann fordert die Jugend für sich bezahlbaren Wohnraum?
Stimmt da etwas nicht?
KINDER, es geht VIELEN so , nicht nur euch!

Trina1
Trina1
Kinig
1 Monat 24 Tage

N. G. Das stimmt !

So ist das
1 Monat 23 Tage

Nicht zu laut sagen, sonst würden sie aufwachen 🤭🤭🤭

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

Anschienend leben hier TraumtänzerInnen, bin mittlerweile mitte 50, und kann mir wahrscheinlich erst in ein paar Jahren eine “normale” Wohnung Kaufen! 
Rinfach laecherlich wenn man glaubt, dass nur die Jungen eine Leistbare Wohnung brauchen…. 

Wunder
Wunder
Grünschnabel
1 Monat 24 Tage

Leistbares Wohnen sollte ein Grundrecht sein. Für alle!

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

Wohnungen müssen für ALLE leistbar sein. Man müsste sofort die Kubatursteuern und sonstige unsinnigen Spesen sowie Klimahaus A abschaffen und dann weiter sehen. Wäre zumindest mal ein Anfang.

Scarface
Scarface
Grünschnabel
1 Monat 24 Tage

„dass die Einnahmen, die durch die Erhöhung der GIS in Bezug auf Leerstandswohnungen und auf Zweitwohnungen erzielt werden, der jeweiligen Gemeinde zugutekommen“
Da sind offenvar ausgewiesene Expert:innen am Werk. Wem soll die GIS sonst zugutekommen, wenn nicht der Gemeinde? Die Einnahmen aus der GIS gehen ausschließich in die jeweiligen Gemeindekassen.

falschauer
1 Monat 24 Tage

um forderungen zu stellen, sollte man erst einmal arbeiten und sparen, denn ohne eigenkapital geht gar nichts…..die meisten menschen erfüllen sich den wunsch eines eigenheims in ihrer lebensmitte nachdem ein bausparvertrag angereift ist oder sie sich eben etwas erspart haben, dass die öffentliche hand dann mit wohnbauförderungen den bauwilligen beisteht ist ja ordnung…..so gesehen finde ich die gestellten forderungen der jungen menschen überzogen und nicht realistisch

Herrlich
Herrlich
Neuling
1 Monat 24 Tage

Die Nachfage macht den Preix und die ist halt hoch. Zudem treiben Förderungen auch nur den Preis nach oben. Logisch erhöhen alle die Preise, wenn man weiß dass der Endkunde eine großteil mit z.b. den aktuellen 110 Bonus zürück kriegt. Dann werden durch die große Nachfrage noch did Rohstoffe knapp und die Preise steigrn. Das Problem…nachher gdhen die Preise aber nie mehr zurück auf dax vorherige Niveu…

leolee
leolee
Tratscher
1 Monat 24 Tage

wenn ich eine Wohnung 600.000,00 Euro in Bozen kriege, würde ich sie sofort kaufen und an Airbnb vermieden.

leolee
leolee
Tratscher
1 Monat 23 Tage

@Faktenchecker
Danke dir !
werde mich darum kümmern.

maik
maik
Grünschnabel
1 Monat 24 Tage

Alles hausgemacht. Auf einem buggler der was schafft kommen mittlerweile 2 bürohanseln die mitfinanziert werden müssen . Will heißen: der buggler muss für 3 gehälter sorgen und verdient von allen dreien am wenigsten. Wielange die mehrzahl der jungen leute bis zum 30. lebensjahr studiert ( studieren muss ) und dann keine lust mehr hat, 8 stunden am stück, einer unterbezahlten arbeit nachzugehn, weil man bis dahin das ganze leben im sitzen und mit nix tun verbracht hat. So wird das nix mit leistbarem wohnraum.

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