Der 8. März ist Internationaler Frauentag

„Zwei Schritte vor und einer zurück“

Freitag, 08. März 2019 | 07:49 Uhr

Bozen – Der Internationale Frauentag wird seit 1911 jedes Jahr gefeiert. Eine der zentralen Forderungen des Weltfrauentages war damals die Einführung des Frauenwahlrechts. In Italien wurde diese Forderung am 10. März 1946 eingeführt, Frauen konnten sich erstmals aktiv und passiv an politischen Wahlen beteiligen. 2019 sind die Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter in den Ländern der EU immer noch nicht erreicht, obwohl als Recht in zahlreichen Gesetzen verbrieft. Darauf weist Südtirols Gleichstellungsrätin Michela Morandini hin.

Dasselbe gelte auch für den Bereich Arbeit. So verdienen Frauen in Südtirol 17.2 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, sie sind häufiger von prekären Arbeitsverhältnissen im privaten Sektor betroffen, übernehmen zum überwiegenden Teil die unbezahlte Haushalts- und Betreuungstätigkeit, haben schlechtere Karriereentwicklungen, bedeutend niedrigere Pensionen und sind somit im höheren Ausmaß von Altersarmut betroffen.

Wie kann das sein, trotz steigender weiblicher Präsenz am Arbeitsmarkt, zahlreichen Sensibilisierungs- und Informationskampagnen sowie Interventionen auf europäischer und nationaler Ebene? „Weibliche Erwerbsbiografien unterscheiden sich wesentlich von jenen von Männern. Sie sind oftmals ein Spiegelbild von vorherrschenden Gesellschaftsmodellen. Darin liegt viel Erklärungspotenzial“, so Gleichstellungsrätin Morandini. Bereits in der Erziehung wird der Grundstein gelegt, z. B. durch die Vermittlung von „typischen“ Verhaltensmustern für Mädchen oder Jungen. Diese Übernahme von gewissen Normen spiegelt sich oftmals auch in der Schul- und Berufswahl wieder. So gibt es immer noch typische „Männer- und Frauenberufe“, wobei in Berufen, in denen der Männeranteil überwiegt, in der Regel die Löhne höher sind.

Zudem unterbrechen Frauen häufiger ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von Erziehungs- und Pflegetätigkeit, diese Lücken können die Karriereentwicklung negativ beeinflussen und die Sozial- und Rentenbeiträge schrumpfen dramatisch. Ein Kreislauf, bei dem Frauen den Kürzeren ziehen.

„Oberflächlich betrachtet hat Frau im Berufsleben aufgeholt, geht man jedoch tiefer, entsteht der Eindruck, dass es in Punkto Gleichstellung schon mal erfolgreichere Zeiten gegeben hat“, so Gleichstellungsrätin Morandini. Zahlen bestätigen diesen „Negativtrend“, die Anzahl von Müttern, die im ersten Lebensjahr ihres Kindes kündigen, steigt etwa drastisch an. Laut dem Nationalen Inspektorat für Arbeit (Ispettorato nazionale del lavoro) sind es ca. 25.000 junge Mütter, die im ersten Lebensjahr ihres Kindes aus Gründen der Unvereinbarkeit von Familie und Beruf kündigen. „Hinter dieser Zahl steckt ein klares Frauen-, Familien- und Gesellschaftsmodell. Letzteres beeinflusst natürlich auch Arbeitsmodelle und die Unternehmenskultur. Führungskräfte prägen diese wesentlich mit“, so Gleichstellungsrätin Morandini. Gleichstellung am Arbeitsplatz könne nur erreicht werden, wenn mit diesen Denkmodellen gebrochen wird und „gleichberechtigt“ gedacht wird. „Bis zu diesem Tag wird es wohl noch einige ‘Frauentage’ brauchen“, so Morandini.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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30 Kommentare auf "„Zwei Schritte vor und einer zurück“"


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denkbar
denkbar
Kinig
15 Tage 8 h

Es wird noch lange dauern wenn man nur Statistik führt und nur am Frauentag Präsenz zeigt, Frau Morandini.

Mamme
Mamme
Superredner
15 Tage 7 h

Bei diesen Rückschritten in Südtirol,Politik,Sanität,Krankenhäusern und Ärzten werden wir wohl nie eine Gleichberechtigung erreichen

typisch
typisch
Kinig
15 Tage 7 h

Was? Das die mächtigste frau der welt angela merkel ist? Ihre verteidigungsministerin ursula von der leyen, claudia roth vizepräsidentin des bundestags

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
15 Tage 4 h

@typisch versteht du überhaupt um was es geht???…..was haben ein handvoll politikerinnen mit diesem thema zu tun….frauen verdienen weltweit 1/5 weniger als männer, in den öffentlichen ämtern regiert die männerwelt, in vielen ländern der welt werden frauen nach wie vor als zweitklassig, als ein besitz der männerwelt angesehen und wenn sie nicht sputen werden sie ermordet, au h bei uns!!!….so gesehen ist dein post wohl als billiger witz zu verstehen oder???

typisch
typisch
Kinig
15 Tage 2 h

@falschauer
Also sollten auch frauen vermehrt auf den bau arbeiten oder nur in ämter sitzten wo man sich nicht die finger schmutzig macht? Warum will man im handwerk nicht die frauenquote erhöhen, merkwürdig

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
14 Tage 22 h

@typisch du springst echt von einem extrem ins andere, von der politikerin hin zur handwerkerin, aber ich kann die trösten ich kenne eine menge frauen, welche auch das handwerk beherrschen, von der karosserie- und baumeisterin, über die hydraulikerin bis hin zur köchin, busfahrerin usw

Mistermah
Mistermah
Kinig
15 Tage 7 h

Es wird noch sehr lange dauern… solange sich die Frau nicht an den Stärken einer Frau orientiert, sondern es dem Mann gleichmachen will. Frau und Mann sind eben nicht gleich. Das hat nichts mit Erziehung zu tun. Der Genderwahn ist der Untergang der Frau. Eine Frau ist ein tolles starkes Wesen, deren weibliche Energie ist der männlichen überlegen. Denkt mal darüber nach meine Damen. Ist es vielleicht Absicht euch zu entweiblichen und gleichzuschalten?

Tabernakel
15 Tage 6 h

Du warst zu oft in der Bibelstunde.

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
15 Tage 5 h

@ Mistermah Du hosch des vorzüglich resimiert , für insre
” Quotenemansen” !

Mistermah
Mistermah
Kinig
15 Tage 2 h

@
Nein Tabi.. sicher nicht. Aber ich kenne das Buch und es hat die Frau verteufelt, gerade aus oben genannten grund. Sie ist schuld für den Sündenfall, sie wurde, im Fall von Jesus, von der Frau zur hure degradiert und als Hexe auf den Scheiterhaufen verbrannt. Ja, würden nur mehr Menschen dieses Buch genauer unter die Lupe nehmen. Es steckt sehr viel Wahrheit und Erkenntnis in ihm

Pacha
Pacha
Tratscher
14 Tage 23 h

@Mistermah….. Na, na, na
hat Jesus nicht die Ehebrecherin von der Steinigung gerettet? Und den wohl bekanntesten Satz: “Der, der ohne Sünde ist werfe den ersten Stein” gesprochen?

AnWin
AnWin
Tratscher
15 Tage 7 h

..Gewalt gegen Maenner?

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
15 Tage 6 h

geschieht häufiger als man glaubt.

Brixbrix
Brixbrix
Tratscher
15 Tage 5 h

na de ormen ormen Frauen!

mir kimp glai zu plärn.

lai jammern de ormen Frauen

loki
loki
Grünschnabel
15 Tage 3 h
Solange Frauen, und ich rede jetzt nicht nur von Müttern sondern vor allem von den weiblichen (darf ich das so sagen???) Mitarbeiterinnen der Sozialdienste, Landesgremien, Frauenorganisationen, etc…, auf den Rechten der Väter herumtrampeln!!!, diese Rechte nicht akzeptieren und nur die Pflichten hervorheben, wird sich an der Situation nichts ändern bzw. sie wollen es ja selber nicht. Es wäre besser, wenn sich Frauen mal an der eigenen Nase fassen würden und nicht ständig jammern. Es gibt nämlich viele Männer (auch wenn es manche nicht zugeben-falsche Eitelkeit), die bereit wären, ihrer Frau den beruflichen Vorzug zu überlassen, aber diese dies konkret ablehnen.… Weiterlesen »
falschauer
falschauer
Universalgelehrter
15 Tage 2 h

dieser post riecht nach negativen persönlichen erfahrungen, sicherlich gibt es solche fälle, aber er trifft nicht den kern des problems welcher ein ganz anderer ist

LaLuna
LaLuna
Grünschnabel
15 Tage 39 Min

Wer jammert hier?

loki
loki
Grünschnabel
14 Tage 23 h

Um keine falschen Schlüsse aus meinem Post zu ziehen: es geht hier nicht um eine persönliche negative Erfahrung oder um Jammerei, sondern es geht um persönliche Beobachtungen, die ich auf Grund meiner Tätigkeiten leider feststellen konnte oder musste. Ich musste leider beobachten, dass Väter im Gegensatz zu Müttern bei gewissen Ämtern und Organisationen, die eben so schön von Gleichberechtigung reden, massiv benachteiligt werden und meistens das “Sie ist die Mutter-Sie sind nur der Vater”-Argument bevorzugen.
Leider kann ich aus Zeitgründen nicht weiters auf die Diskussion eingehen, würde gerne einige Fallbeispiele bringen.

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
14 Tage 21 h

@loki das hört sich nun ganz anders an

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
15 Tage 5 h

ein hoch auf alle frauen dieser angeblich zivilisierten welt, in der tagtäglich frauen aus eifersucht von männer ermordet werden und in der frauen sich dem patriarchalischen system und aus religiösen gründen der männerwelt unterwerfen müssen….ich schäme mich als mann für so ein verhalten und jeder der es nicht tut sollte einmal darüber nachdenken ob die würde der frau weiterhin mit füßen getreten werden soll

Clemmy
Clemmy
Grünschnabel
15 Tage 4 h

Ich würde mir manchmal mehr Input wünschen, wie wir helfen können diese Situation zu ändern. Ständig wird davon gesprochen, dass sich etwas ändern muss, aber konkrete Vorschläge fehlen mir.

Mistermah
Mistermah
Kinig
15 Tage 2 h

Jop, wäre Aufgabe der Frauen aktiv etwas zu machen. Doch deren politische Vertretung ist da zum Teil anderer Meinung. Beispiel Merkel! Kümmert sich einen dreck darum. Obwohl die als Beispiel 🤔

erika.o
erika.o
Superredner
15 Tage 6 h
wann ist die Politik endlich imstande sich an das immer wiederkehrenden Thema Frauen Rechte zu wagen ? es wird seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, nur geredet, geredet und versprochen ansonsten passiert nicht viel, ja eigentlich gar nichts, so dass man ganz “stuff” wird von euren leeren Verheißungen… stünde denn einer Frau, die einem Staat neue Bürger, also zukünftige Steuerzahler großzieht, nicht etwas mehr zu als nur Worte und Versprechen? ich glaube so einige Frauen wären schon zufrieden, wenn ihr zumindest die Jahre anerkannt würden, in denen sie sich, der Familie zu liebe, für den gar nicht mal so leichten… Weiterlesen »
Mistermah
Mistermah
Kinig
15 Tage 2 h

Warum? Frauen sind in der Mehrzahl. Wäre in einer Demokratie doch ganz einfach oder? Aber die neu erfundene Frau kämpft wehement gegen ihre eigene Natur. Kinder in die Welt bringen? Fast schon ein Frevel. Großziehen erst recht, dann dich lieber x tausend Kitas zum Wohle der Frau und des Kindes???
Es sind nicht mehr die Männer schuld (zumindest in Europa) diesen Krieg führen die Frauen gegen sich.

Mutti
Mutti
Superredner
15 Tage 5 h

Ols guate zum frauentog in olle Frauen ☺️🍀

mmhm_sel_schu
mmhm_sel_schu
Grünschnabel
15 Tage 1 h

Man spricht immer über Gleichberechtigung, was ich auch gut heiße. ABER!? wiso z.b. haben in Deutschland am Tag der Frau Urlaub!? Zu welchem Zweck? Das gibt es am Männertag nicht, sofern es den überhaupt gibt!? Und dann wundern wiso weniger verdient wird (ironisch gemeint).

LaLuna
LaLuna
Grünschnabel
14 Tage 23 h

Der Internationale Frauentag, entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen.

josef.t
josef.t
Tratscher
15 Tage 20 Min

Religionen haben mit der Gleichberechtigung so ihre Probleme ?
Wo die “Kirche” (Moscheen Synagogen) das Sagen haben, ist die
Frau dem Mann nicht ebenbürtig ? 
Toll; dass Frauen solche “Vereine” noch tatkräftig unterstützen ?

Karl
Karl
Superredner
14 Tage 22 h
Das erste was zu ändern wäre  ist der Name des Amtes selber : Der Landesbeirat für “Chancengleichheit”  für Frauen besteht aus 15 Frauen und 0 Männern. Dieses ewige Jammern  von diesen Frauenrechtlerinnen (in unseren Breitengraden) wo es Frauen  bei uns schon längst  bis in die höchsten Ämter  geschafft haben mit Ausnahme der Kirche, findet schon längst kaum mehr Rückhalt bei den Frauen selber.  Berufe die von Männern dominiert werden wird es immer geben, so wie es auch Berufe gibt die von Frauen dominiert sind auch. Das bestimmen natürliche Unterschiede und nicht  Frauenrechtlerinnen den Gleichheit manchmal scheinbar sogar zu wenig ist. Als bis vor kurzem… Weiterlesen »
@
@
Superredner
14 Tage 20 h

Frau Kuenzer und Frau Deeg beklagen sich, dass nicht mehr Frauen in der Landesregierung sind. Warum haben sie dann für die Landesregierung in dieser Form gestimmt? Scheinheiligkeit pur!

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