Von: APA/dpa/Reuters
Herve Renard soll die Fußball-WM für Tunesien retten. Nach dem Aus von Nationalcoach Sabri Lamouchi, der nach der 1:5-Pleite gegen Schweden gehen musste, kommt der Franzose Renard zum Zuge. Tunesiens Verband bestätigte die Personalrochade, nachdem zunächst das staatliche Fernsehen berichtet hatte. Renard soll am Dienstag im Teamcamp eintreffen, um die Vorbereitung auf das Spiel gegen Japan am Sonntag (6.00 Uhr MESZ) zu übernehmen und das Team noch in die K.o.-Phase zu führen.
Lamouchi hat das Quartier der Nationalmannschaft in Mexiko verlassen, nachdem man sich laut Verbandsangaben auf die Beendigung des Vertragsverhältnisses geeinigt hatte. Die deutliche Niederlage gegen Schweden war zu viel für den 54-Jährigen. Seit seiner Verpflichtung als Teamchef im Jänner hatte es nur einen Sieg beim 1:0 gegen Haiti gegeben. In der Vorbereitung auf die WM verlor Tunesien vor zwei Wochen in Wien 0:1 gegen das ÖFB-Team sowie bei der Generalprobe mit 0:5 gegen Belgien.
Renard war zuletzt als Trainer Saudi-Arabiens tätig, führte die Saudis zur WM, musste aber im April gehen. Er besitzt bereits einige Erfahrung als Coach afrikanischer Nationalteams und führte Sambia sowie die Elfenbeinküste zum Afrika-Cup-Titel. Der Vertrag bei Tunesien läuft vorerst nur für die WM. Über eine Verlängerung werde nach Ende des Turniers gesprochen, gab der tunesische Verband bekannt. In den verbleibenden beiden WM-Vorrundenspielen stehen die Nordafrikaner gegen Japan und gegen die Niederlande in der Gruppe F stark unter Druck.
Tunesien-Coach musste schon 1998 weichen
Es ist die zweite Trainer-Entlassung bei Tunesien in der WM-Geschichte. 1998 in Frankreich musste Henryk Kasperczak nach Niederlagen gegen England und Kolumbien gehen. Sein Nachfolger Ali Selmi erreichte danach gegen Rumänien immerhin ein 1:1. Beim gleichen Turnier wurden Carlos Alberto Parreira von Saudi-Arabien und Cha Bum-kun von Südkorea entlassen. Auch Österreich war einst an einem Trainerabgang während eines WM-Turniers beteiligt. 1954 in der Schweiz trat Schottlands Chefcoach Andy Beattie nach einem 0:1 gegen das ÖFB-Team zurück.




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