Knackige Anstiege, steiles Gefälle

Die Königsetappe des AlpFrontTrail verlangt den Spitzenathleten alles ab

Mittwoch, 07. Oktober 2020 | 19:24 Uhr

Dogna – Der AlpFrontTrail wurde am Mittwoch mit der zweiten Etappe fortgesetzt. Das Teilstück vom Rifugio Solarie in Drenchia nach Dogna entlang der italienisch-slowenischen Grenze stellte das internationale Teilnehmerfeld nicht nur wegen seiner Länge von 115 Kilometern und über 9000 Höhenmetern auf die Probe. Starker Regen in den frühen Morgenstunden erschwerte die Bedingungen im Zuge des Laufs entlang der historischen Front- und Grenzlinie im Gedenken an die 100-jährige Annexion Südtirols durch Italien am 10. Oktober 1920 zusätzlich.

Wenn es den Teilnehmern am AlpFrontTrail darum geht, sich einigermaßen in die Lage jener Soldaten hineinzuversetzen, die vor mehr als 100 Jahren im Grenzgebiet zwischen Italien und der Habsburgermonarchie erbittert kämpften, dann hatten sie am Mittwoch zum ersten Mal so richtig Gelegenheit dazu. Bei Starkregen brach um 4.30 Uhr das Trio Martina Valmassoi (Pieve di Cadore), Eva Sperger (München) und Laura Dahlmeier (Garmisch-Partenkirchen) vom Rifugio Solarie in Richtung Cepletischis auf, um bei Kälte, Nebel und zum Teil im Dunkeln über Stuppizza den ersten Teil der Etappe mit einer Länge von rund 26 Kilometern und etwas mehr als 1800 Höhenmetern zurückzulegen.

„Ich habe gestern mehrmals den Wetterradar studiert. Die Prognosen waren schlecht und dementsprechend war auch meine Lust, bei solchen Bedingungen zu laufen. Dann habe ich nachgedacht, wie sich wohl die Soldaten damals im Ersten Weltkrieg gefühlt haben. Und da wurde mir bewusst, dass ich eigentlich gar nicht jammern brauche. Mit Martina und Laura kam ich gut voran, wir haben das Tempo und somit den Zeitplan einhalten können“, berichtete Eva Sperger.

Knackige Anstiege, steiles Gefälle

Die restlichen 90 Kilometer und über 7000 Höhenmeter mit knackigen Auf- und rasanten Abstiegen rund um den Passo Tanamea, Rio Ronc, den Neveasattel und die Schutzhütte „Rifugio Luigi Zacchi“ teilten schließlich die Männer im AlpFrontTrail-Team unter sich auf. Zuerst kamen Tom Wagner (Graz) und Marco De Gasperi (Bormio) bei nun zwar besseren Wetterbedingungen aber keiner Möglichkeit, die Trinkflaschen aufzufüllen, zum Einsatz. Anschließend übernahmen Jakob Hermann (Werfenweng) und Hannes Namberger (Ruhpolding) den Staffelstab, bevor Daniel Jung (Vinschgau) und Hannes Perkmann (Sarntal) den Schlussteil bis zum Etappenziel in Dogna absolvierten. Die kleine Ortschaft mit knapp 150 Einwohnern im Kanaltal wurde während des Ersten Weltkriegs fast vollständig zerstört.

Im Laufe des Tages besichtigten Namberger, Hermann, Perkmann und Jung außerdem das „Museo della Grande Guerra di Ragogna“, wo die Spitzensportler im Rahmen einer Führung einen Einblick in die Kriegshandlungen und den Alltag der Soldaten in diesem Gebiet des Friaul bekamen.

Dritte Etappe von Dogna zum Kreuzbergpass in Sexten

Der AlpFrontTrail wird am Donnerstag mit der dritten Etappe fortgesetzt. Sie führt auf einer Länge von 122,2 Kilometern mit 7285 positiven Höhenmetern von Dogna über Pontebba, den Lanzenpass und den Plöckenpass weiter bis zum Rifugio Sorgenti del Piave, die Malga Londa hin zum Etappenziel am Kreuzbergpass. Über den Karnischen Kamm geht es für die Spitzensportler also bis zu den Sextner Dolomiten. Der AlpFrontTrail, aus einer Idee von Philipp Reiter (Bad Reichenhall) und Harald Wisthaler (Innichen) entstanden, wird von engagierten Partnern unterstützt, darunter Suunto und die Ferienregion 3 Zinnen Dolomites. In den sozialen Medien kann der AlpFrontTrail auf den Kanälen von Suunto live mitverfolgt werden. Ziel des Grenzlaufs ist es, die Einheit und Freiheit Europas zu feiern und die historische Tragödie der Teilung und des unnachgiebigen Nationalismus zu beobachten. Mit dem Lauf auf dieser einstigen Trennungslinie wollen die Athleten an die Bedeutung der Einheit und des gemeinsamen kulturellen Erbes Europas erinnern.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Die Königsetappe des AlpFrontTrail verlangt den Spitzenathleten alles ab"


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Universalgelehrter
18 Tage 1 h

Die Menschen werden krank und sterben. So etwas ist total ekelhaft und unangebracht!

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