Von: apa
Kunstbahnrodler Jonas Müller hat sich bei den Olympischen Spielen in Cortina im Einsitzer die Silbermedaille gesichert. Der 28-jährige Vorarlberger war schon nach den ersten beiden Läufen am Samstag Zweiter und hielt diesen Platz am Sonntag. Geschlagen geben musste sich der Europameister nur dem deutschen Weltmeister Max Langenhan, der in allen vier Läufen Streckenrekord markierte und einen Vorsprung von 0,596 Sekunden hatte. Bronze ging an Lokalmatador Dominik Fischnaller.
Müller jubelte bei seiner Olympia-Premiere – 2022 hatte er die Quali verpasst – damit über den größten Erfolg seiner Karriere. “Endlich habe ich sie, es war die richtige Entscheidung, dass ich vor drei Jahren nicht aufgehört habe”, betonte der “Silberne” nach der Siegerehrung. Es sei das “Highlight” einer “gewaltigen” Saison. Dem verpassten Olympiasieg trauerte er überhaupt nicht nach. “Viermal Bahnrekord, er ist verdienter Olympiasieger. Ich bin mit Silber so zufrieden und könnte nicht glücklicher sein. Es ist mir ziemlich egal, dass der Lauf nicht ganz perfekt war.”
Einsitzer-ÖRV-Medaillenserie prolongiert
Müller setzte Österreichs Männer-Einsitzer-Medaillenserie bei Olympia fort. 2018 war David Gleirscher in Pyeongchang ganz oben gestanden, vor vier Jahren in Peking war Wolfgang Kindl Zweiter. Damit wurde auch Österreichs Medaillenausbeute am Sonntag vergrößert, nachdem zuvor die beiden Snowboarder Benjamin Karl (Gold) und Sabine Payer (Silber) die ersten beiden Top-Drei-Platzierungen für das ÖOC-Team eingefahren hatten.
Das Klassement war den Läufen absolut entsprechend. Der im Weltcup in dieser Saison nicht so überzeugende Langenhan steigerte seinen Bahnrekord von Lauf zu Lauf, die neue Bestmarke liegt bei 52,660 Sekunden. Müller lieferte jeweils die zweitschnellste Zeit, im 3. Lauf verhinderte ein Fehler unten eine noch bessere. Fischnaller war jeweils der Drittbeste. Mit Müllers Medaille hatte man nach dem Saisonverlauf spekulieren dürfen, im Gesamt-Weltcup liegt das ÖRV-Ass nach drei Siegen zwei Rennen vor Schluss nur einen Punkt hinter dem Deutschen Felix Loch, der in Cortina als Sechster enttäuschte.
Müller “froh, dass es vorbei ist”
Im Jänner triumphierte Müller zudem zum dritten Mal in Folge bei der Europameisterschaft. In früheren Jahren hatte er auch schon auf WM-Ebene mit dem Sprint-Triumph 2019 in Winterberg und dem Einsitzer-Erfolg 2023 in Oberhof große Erfolge feiern dürfen. “Ich freue mich jetzt, dass es vorbei ist und auf das Österreichhaus, ein paar Bier trinken, feiern”, gab Müller zu Protokoll. Mit ihm jubelten seine Teamkollegen, obwohl sie aufgrund ihrer eigenen Performance keinen Grund zur Freude hatten. Nico Gleirscher als Fünfter und Kindl als Achter blieben im Eiskanal “Eugenio Monti” hinter den Erwartungen zurück.
Gleirscher konnte zumindest über eine “eindeutige Steigerung” berichten, nach zwei Läufen war er Sechster gewesen. Der Halbzeitsiebente Kindl verlor noch einen Rang. “Ich bin volles Risiko gegangen, es hat sich aber nicht ausgezahlt. Aufgrund des Trainings ist es noch einmal mehr bitter, weil ich gewusst habe, dass ich um die Medaille mitfahren kann, aber es war nicht gut genug”, resümierte der Tiroler. Im Doppelsitzer hat er allerdings noch eine weitere Medaillenchance. “Abhaken und voll aufs Doppel konzentrieren”, gab er als Devise aus.
Ein bisschen mitfeiern mit Müller stand aber zuvor noch auf dem Programm. “Bei uns gönnt jeder jedem alles, wir arbeiten brutal gut zusammen. Jonas hat sich das voll verdient”, sagte Kindl. Gleirscher fügte hinzu, dass man “Partygott” Müller “heute hochleben lassen” werde. “Er hat sein Ding voll durchgezogen, das war ganz große Show, seine ganze Saison war megacool.” Noch beeindruckender war nur der Auftritt von Langenhan. “Ihn haben wir im Vorfeld nicht so auf der Rechnung gehabt, aber vielleicht hat er sich was aufgehalten für Olympia”, vermutete Kindl. Am Montag beginnt der Einsitzerbewerb der Frauen.




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