Fery schreibt sein Wimbledon-Märchen

Ferys Wimbledon-Außenseiterstory verzückt Briten

Montag, 06. Juli 2026 | 22:01 Uhr

Von: APA/dpa

Fünf Minuten von Wimbledon entfernt ist der britische Tennisprofi Arthur Fery aufgewachsen – nun hat der Wildcard-Teilnehmer sein Tennismärchen mit dem Viertelfinaleinzug fortgesetzt. Der 23-jährige Brite rang den Bulgaren Grigor Dimitrow (35) in einem packenden Fünf-Satz-Match am Montag mit 7:5,3:6,4:6,6:4,7:6(7) nieder und verzückte beim Rasenklassiker in London das Publikum auf dem Centre Court.

“Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Die Unterstützung war phänomenal”, sagte der einzige verbliebene Brite im Einzel, nachdem er mit Sprechchören gefeiert wurde. “Hier zu spielen, die Unterstützung zu fühlen und zu gewinnen, ist unglaublich. Es ist ein Traum.” Im ersten Achtelfinale zwischen zwei Wildcard-Teilnehmern bei einem Grand-Slam-Turnier drehte Fery einen 1:2-Satzrückstand und feierte nach 3:55 Stunden seinen Erfolg.

Fery nun gegen Cobolli

In der nächsten Runde muss der Lokalmatador gegen den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli ran, der sich gegen den Australier Alex de Minaur in drei Sätzen durchsetzte. Fery schrieb ein kleines Stück Tennisgeschichte, weil er als erster britischer Wildcard-Profi in einem Grand-Slam-Viertelfinale steht. In der vergangenen Woche hatte Prinzessin Kate bei ihrem Wimbledon-Besuch Fery bei einem seiner Matches angefeuert.

Auch Dimitrow wurde mit Applaus verabschiedet. Der bulgarische Routinier hatte ebenfalls eine Wildcard erhalten, nahm also auch ohne die notwendige sportliche Qualifikation teil. Der frühere Top-Fünf-Spieler war im vergangenen Jahr mit 2:0-Sätzen gegen Jannik Sinner im Achtelfinale kurz vor einer Sensation, musste dann wegen einer Brustmuskelverletzung aber aufgeben.

Im Männer-Doppel verabschiedete sich mit Neil Oberleitner unterdessen der letzte österreichische Vertreter vom dritten Major des Jahres. Mit seinem tschechischen Partner Petr Nouza musste er sich im Achtelfinale gegen die als Nummer drei gesetzten Briten und Titelverteidiger Julian Cash/Lloyd Glasspool mit 3:6,6:3,5:7 geschlagen geben.

Eala-Erfolgslauf endete

Bei den Frauen endete der Erfolgslauf der Philippinin Alexandra Eala. Die 21-Jährige unterlag im Achtelfinale vor den Augen von Tennis-Legende Roger Federer der zweimaligen Grand-Slam-Finalistin Jasmine Paolini 4:6,6:4,3:6. Die Italienerin richtete sich in ihrem Siegerinterview an den achtmaligen Wimbledon-Champion bei den Männern. Sie habe sich erinnern müssen, fokussiert zu bleiben, und nicht daran zu denken, dass Federer auf der Tribüne sitze, sagte die Finalistin von 2024. Er sei ihr Idol gewesen. Die 30-Jährige trifft im Viertelfinale auf die French-Open-Halbfinalistin Marta Kostjuk aus der Ukraine.

Ihre Kontrahentin Eala hatte zuvor für Furore gesorgt, weil sie als erster Tennisprofi der Philippinen bei den Frauen und Männern die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers erreichte und dann auch ins Achtelfinale einzog. Zwei Tage nach ihrem Sieg gegen die polnische Titelverteidigerin Iga Swiatek spielte die Weltranglisten-32. mit bandagiertem rechtem Oberschenkel und linkem Schlagarm. Bei etwa 30 Grad Celsius kühlten sich die Spielerinnen in den Pausen mit Eisbeuteln und Eishandtüchern ab.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen