Anna Gasser in ihrem letzten Olympia-Bewerb

Gasser verabschiedet sich mit Platz zehn von Olympia

Mittwoch, 18. Februar 2026 | 17:09 Uhr

Von: apa

Anna Gasser hat den letzten Olympia-Bewerb ihrer Erfolgskarriere auf Platz zehn beendet. Die Doppel-Olympiasiegerin im Snowboard-Freestyle brachte im Slopestyle keinen Lauf fehlerfrei hinunter und verpasste die erträumte Medaille damit deutlich. Gold in einer von Wind und langsamer Piste beeinflussten Entscheidung im Snowpark von Livigno gewann die 19-jährige Japanerin Mari Fukada knapp vor Zoi Sadowski-Synnott aus Neuseeland und Big-Air-Siegerin Kokomo Murase aus Japan.

Es könnte Gassers letzter Auftritt auf größerer Wettkampfbühne gewesen sein. Die 34-jährige Olympiasiegerin von 2018 und 2022 jeweils im Big Air hat ihr Karriereende offen gelassen, den anstehenden Heim-Weltcup in Flachau werde sie mitnehmen. Sich auch eine olympische Slopestyle-Medaille umhängen zu können, war stets ein großes Ziel der Kärntnerin gewesen. Rang sechs 2022 bleibt ihr bestes Ergebnis in vier Slopestyle-Antreten unter den Fünf Ringen. Im Big Air in Italien war sie vor neun Tagen Achte geworden.

“Ich bin froh, dass ich gesund geblieben bin und habe Olympia schon auch genossen. Ich habe die zwei Medaillen daheim, habe mir diesen Traum erfüllt. Ich habe gesagt, es ist nun eine Zugabe. Aber ein bisschen schmerzt es, dass ich nicht diesen Run zeigen konnte, den ich geplant hatte”, sagte Gasser im ORF. “Natürlich hätte ich gern mit einem schönen Run aufgehört. Aber für mich war dieser Kurs sehr schwer zu fahren. Ich gratuliere denen, die es geschafft haben, aber ich bin einfach froh, dass ich da nicht mehr fahren brauche.”

Speed-Probleme

Die Slopestyle-Entscheidung war wegen Schneefalls und Windes um einen Tag verschoben worden. “Ich bete für Downhill-Wind und dafür, dass ich im Finale genug Speed habe”, hatte Gasser im Vorfeld gesagt. Günstige Wind- und schnelle Pistenverhältnisse waren für die leichte, ehemalige Turnerin seit jeher Bedingung für ein gutes Ergebnis in dieser Disziplin gewesen.

Ihre Hoffnung erfüllte sich nicht. Viele Athletinnen taten sich schwer, am Weg zu den drei Kickern auf Geschwindigkeit zu kommen. Auch Gasser zog mit angebundener Startnummer, ohne Jacke und Tape um die Knie aerodynamisch alle Register – vergeblich. “Es war wirklich sehr am Limit vom Speed. Ich glaube, das Level wäre ganz ein anderes gewesen, wenn der Kurs ein bisschen anders gebaut wäre”, sagte Gasser. “Wir hatten alle dieselben Verhältnisse. Natürlich haben diejenigen Vorteile, die etwas kleiner und schwerer sind. Aber die anderen haben es gemeistert, also war es trotzdem fair.”

“Es wäre viel möglich gewesen”

Mit 46,95 Punkten im ersten Lauf (5.) konnte sie ihre große Trick-Palette bei weitem nicht zeigen. Im zweiten wurde sie bei einem Backside 540 mit der Rotation beim zweiten Kicker nicht fertig. Als Siebente ging Gasser in ihren finalen Olympialauf, griff ins Risiko und scheiterte wieder auf der zweiten Schanze bei einem Backside Double 1080. “Als ich beim zweiten Rail zu früh runtergekommen bin, wusste ich bereits, dass es sehr schwer wird. Ich wollte dann trotzdem die technischen Tricks auf den Kickern probieren und war dann beim zweiten leider zu kurz”, schilderte Gasser ihren letzten Versuch. “Es wäre heute viel möglich gewesen, aber ich habe es nicht hingebracht.”

An der Spitze verdrängte Gassers gute Freundin Sadowski-Synnott als Allerletzte noch die deutsche Überraschungsfrau Annika Morgan vom Podest. Die Neuseeländerin musste sich bei ihrer bereits fünften Olympiamedaille nur um 0,35 Punkte der Japanerin Fukada (87,83) geschlagen geben. Sadowski-Synnott hatte bereits im Big Air Silber hinter der nunmehrigen Bronzenen Murase (85,80) geholt und den Slopestyle 2022 gewonnen.

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