Jürgen Klopp muss noch mit Red Bull verhandeln

Grundsatzeinigung zwischen DFB und Klopp über Trainervertrag

Samstag, 11. Juli 2026 | 16:20 Uhr

Von: APA/dpa

Die Teamchef-Frage bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist nach einem Gipfeltreffen der DFB-Spitze mit Wunschkandidat Jürgen Klopp in New York praktisch geklärt. Man habe sich auf wesentliche Eckpunkte eines möglichen Vertrages geeinigt, teilte der DFB einen Tag nach dem mehrstündigen Treffen mit. Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull erfolgreich abgeschlossen werden könnten.

Der 59-Jährige soll das Team nach dem nächsten WM-Flop in Nordamerika als Nachfolger von Julian Nagelsmann sportlich wieder auf Erfolgskurs bringen. Um das in die Wege zu leiten, waren DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke am Freitag nach New York gereist. In der Mitteilung des Verbandes ist von “einem ersten, intensiven Gespräch”, das “zur möglichen Übernahme des Amtes des Bundestrainers” geführt worden sei, die Rede. Die Gespräche würden in der kommenden Woche fortgesetzt.

Vertrag wohl bis 2030

Ein möglicher Vertrag muss final in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG beschlossen werden. Über die Vertragslaufzeit wurde noch nichts mitgeteilt. Im Gespräch ist, dass Klopp nicht nur einen Kontrakt bis zur nächsten EM 2028, sondern gleich bis zur nächsten WM-Endrunde 2030 erhält. Das Gehalt soll nur knapp höher liegen als jenes von Vorgänger Nagelsmann, dieser soll kolportiert rund sieben Millionen Euro pro Jahr kassiert haben.

Klopp war von Anfang an der Top-Kandidat auf den vakanten Cheftrainer-Posten nach dem frühen WM-Aus der DFB-Auswahl im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen. Nagelsmann hatte als Bundestrainer danach keine Lobby mehr im Verband und auch bei den Fans. Er entschloss sich nach wenigen Tagen Bedenkzeit zum Rücktritt. Zeitgleich hatte der Verband verkündet, dass er “hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens (….) nunmehr das Gespräch mit Klopp suchen” werde.

Verhandlungen mit Red Bull

Klopp ist seit Jänner 2025 als “Head of Global Soccer” für Red Bull tätig. Der bis 2029 laufende Vertrag mit dem Getränkekonzern muss noch aufgelöst werden. Die dazu noch notwendigen Verhandlungen sollen kommende Woche folgen, in New York soll es Gespräche mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff geben. Stimmen die kolportierten Details, gibt Klopp seinen Job beim Getränkekonzern auf, bleibt aber Markenrepräsentant. Bei der laufenden Weltmeisterschaft ist er in den USA als TV-Experte im Einsatz.

Die ersten Länderspiele der DFB-Elf nach dem neuerlichen WM-Debakel stehen im September und Oktober an. Dann startet sie mit Partien in den Niederlanden, gegen Serbien und zweimal gegen Griechenland in die Nations League.

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