Märchenhafte Pursuit in der Nordic Arena

Klæbo und Diggins: Der Tour-Sieg rückt immer näher

Donnerstag, 01. Januar 2026 | 17:06 Uhr

Von: ka

Toblach – Letzter Wettkampftag heute in Toblach mit der 20-km-Pursuit in klassischer Technik. Klæbo führt, kontrolliert und siegt – er ist der unangefochtene Leader der Tour de Ski. Jessie Diggins enteilt der Konkurrenz, dominiert und steuert auf den Gesamtsieg zu. Toblach schließt vier Wettkampftage mit großem Lob und positiver Resonanz ab.

Neues Jahr, aber alte Gewohnheiten: Die letzte Etappe der Tour de Ski in Toblach stand ganz im Zeichen der Ausnahmekönner Johannes Høsflot Klæbo und Jessie Diggins, die auch in der 20-km-Pursuit dominierten und dem Gesamtsieg einen großen Schritt nähergekommen sind. Eine starke Leistung zeigte auch Federico Pellegrino, der kämpfte, am Ende jedoch nach einem Fotofinish knapp das Podium verpasste.

Der letzte Wettkampftag des Toblacher Grand Openings brachte die 20-km-Pursuit, ein Format, bei dem die Startreihenfolge anhand der Zeitabstände in der Tour-Gesamtwertung festgelegt wird. In der Nordic Arena, geprägt von winterlichen Temperaturen, zeigte Klæbo – Führender der Gesamtwertung und somit erster Starter – ein Rennen der Extraklasse. In souveräner Alleinfahrt baute er seinen Vorsprung von 45 Sekunden auf 51 Sekunden gegenüber seinem Landsmann Mattis Stenshagen aus. Es war der 103. Weltcupsieg für die Langlauf-Legende Klæbo, der damit dem Rekord von fünf Tour-de-Ski-Gesamtsiegen immer näherkommt:

„Es war ein gutes Rennen. Ich hatte das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben und in der zweiten Rennhälfte ein gutes Tempo halten zu können. Ich bin sehr zufrieden. Die nächsten Rennen finden im Fleimstal (Val di Fiemme) statt, das wird spannend. Ich werde alles geben, und dann sehen wir am Sonntag weiter.“

Auf dem Podium stand auch ein herausragender Edvin Anger. Der Schwede erzielte die Tagesbestzeit und arbeitete sich von Startplatz zehn mit einem Rückstand von 1:22 Minuten bis auf 59,8 Sekunden heran. Zwischen Anger und einem hervorragend aufgelegten Federico Pellegrino entwickelte sich ein packendes Duell, das die Nordic Arena in Begeisterung versetzte. Auf der Zielgeraden mobilisierte der Italiener seine letzten Kräfte, musste sich nach einem Großteil des Rennens in der ersten Verfolgergruppe von Klæbo jedoch im direkten Duell mit Anger geschlagen geben und landete hauchdünn neben dem Podium.

Bei den Frauen war der Vormittag von bedeutenden Ausfällen geprägt: Die Norwegerin Astrid Øyre Slind, Zweite der Gesamtwertung, sowie die Schwedin Emma Ribom, die als Sechste gestartet wäre, mussten beide krankheitsbedingt passen. Nach dem Sieg im gestrigen Heat-Mass-Start bestätigte sich erneut die US-Amerikanerin Jessie Diggins. Mit einem Startvorsprung von einer Minute auf die Schwedin Moa Ilar setzte sie ein deutliches Ausrufezeichen im Kampf um den Gesamtsieg. Diggins reist nun mit einem Vorsprung von 1:36 Minuten auf die Schwedin Ilar und die Österreicherin Stadlober. Diese lieferten sich ab Rennhälfte ein intensives Duell, aus dem die Schwedin im Zielsprint die Oberhand behielt.

Für Diggins ist die Nordic Arena ein ganz besonderer Ort. Mit dem heutigen Erfolg feierte die US-Amerikanerin ihren achten Sieg in Toblach. Die enge Verbindung zur Südtiroler Langlauf-Hochburg wurde zusätzlich durch die Einweihung der neuen Rennbrücke besiegelt, die fortan ihren Namen trägt, sodass die US-amerikanische Ausnahmeathletin auch nach ihrem Karriereende dauerhaft mit Toblach verbunden bleibt: „Wir haben gerade das Band für die neue ‚Jessie-Diggins-Brücke‘ durchschnitten – das ist eine riesige Ehre für mich. Es ist eine wunderschöne Überraschung, ich wusste nicht, dass das schon in diesem Jahr passieren würde. Toblach hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, und mich hier mit einem Sieg zu verabschieden, macht diesen Moment noch spezieller.“

Mit der 20-km-Pursuit in Toblach fällt der Vorhang über vier intensive Wettkampftage. Für eine abschließende Bilanz ist es noch zu früh, doch allein die zahlreichen positiven Rückmeldungen sprechen dafür, dass das Organisationskomitee von Sport OK Toblach erneut mit Bravour bestanden hat. Nun richtet sich der Fokus auf das Fleimstal. Wie in Toblach ist auch dort eine umfassende TV-Liveübertragung in Österreich, China, Tschechien, Dänemark, Finnland, Deutschland, Italien, Norwegen, Russland, der Slowakei, Slowenien, Schweden, der Schweiz, Taiwan und den USA garantiert. Zudem überträgt Eurosport die Rennen in 75 Ländern in Europa, Asien und Afrika.

20 km Pursuit – Männer

1 Klaebo Johannes Hoesflot Nor 46:01.7; 2 Stenshagen Mattis Nor +51.1; 3 Anger Edvin Swe +59.8; 4 Pellegrino Federico Ita +59.8; 5 Iversen Emil Nor +1:00.2; 6 Schumacher Gus Usa+1:00.2; 7 Heggen Lars Nor +1:00.3; 8 Moser Benjamin Aut +1:00.8; 9 Amundsen Harald Oestberg Nor +1:03.1; 10 Niskanen Iivo Fin +1:53.6

14 Barp Elia +1:54.8; 41 De Fabiani Francesco +3:54.0; 47 Daprà Simone +4:10.5; 61 Graz Davide +4:57.1; 79 Mocellini Simone +7:26.4; 87 Gabrielli Giacomo +10:03.6

20 km Pursuit – Frauen

1 Diggins Jessie Usa 52:14.8 2; Ilar Moa Swe +1:35.2; 3 Stadlober Teresa Aut +1:35.5; 4 Joensuu Jasmi Fin +1:54.3; 5 Weng Heidi Nor +1:55.0; 6 Matintalo Johanna Fin +1:55.5; 7 Niskanen Kerttu Fin +1:56.3; 8 Andersson Ebba Swe +1:58.9; 9 Drivenes Julie Bjervig Nor +2:07.2; 10 Karlsson Frida Swe 2:50.5

13 Ganz Caterina +2:55.3; 36 De Martin Pinter Iris +5:12.8; 41 Comarella Anna +5:39.6; 47 Di Centa Martina +7:01.7; 49 Cassol Federica +7:15.9; 51 Monsorno Nicole +7:36.3; 63 Franchi Francesca +11:03.7; 65 Laurent Nadine +11:11.8

Bezirk: Pustertal

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