TC Rungg Yogurteria bleibt in der Serie A1 – 3:1 im Play-out-Rückspiel gegen Genua

Klassenerhalt für den TC Rungg wie ein Meistertitel

Sonntag, 30. November 2025 | 17:17 Uhr

Von: mk

Bozen – Selten klang Erleichterung so sehr nach Triumph. Der TC Rungg Yogurteria hat am Sonntag geschafft, was dem Klub aus dem Überetsch mittlerweile Routine sein müsste: sich in der höchsten italienischen Liga zu behaupten. Doch von Routine war diesmal nichts zu spüren. Das 3:1 im Rückspiel des Play-outs gegen den Park Tennis Club Genua bedeutete nicht weniger als den sechsten Verbleib in der Serie A1 in Folge – und das sowohl mit den Herren als auch mit den Damen. Für Kapitän Manuel Gasbarri war dies „einem Meistertitel“ gleichzustellen.

Der Grundstein:  Hinspiel als Heldentat

Bereits das 4:2 aus dem Hinspiel hatte den Südtirolern eine komfortable Ausgangsposition verschafft. Drei weitere Siege sollten nun genügen und sie kamen. Dass Genua ohne seinen verletzten Spitzenspieler Kimmer Coppejans antreten musste, spielte Rungg zusätzlich in die Karten. Gasbarri brachte es nach der Entscheidung auf den Punkt: „Dieser Klassenerhalt ist einem Meistertitel gleichzustellen. Im Hinspiel haben wir mit einer Heldentat den Grundstein gelegt. Heute hat ihnen Coppejans gefehlt. Das hat uns geholfen.“ Doch der Kapitän wollte den Erfolg nicht von äußeren Umständen abhängig machen. Vor allem einer stand für ihn im Mittelpunkt: Alexander Weis.

Der angeschlagene Leitwolf

Weis, seit Jahren ein Fixpunkt im Team, spielte die gesamte Schlussphase der Saison über seinem Limit. Seine Probleme am linken Handgelenk waren unübersehbar. Die Operation hätte längst fällig sein können. Doch Weis entschied sich trotz seiner großen Probleme mit der Rückhand bewusst dagegen. „Alexander war menschlich top“, sagte Gasbarri. „Er hat sich trotz der Verletzung voll in den Dienst der Mannschaft gestellt und sogar die Operation nach der Meisterschaft verschoben. Ein Sonderlob für ihn.“

Sportlich reichte es gegen Gianluca Mager diesmal nicht (6:4, 4:6, 2:6). Doch mit dem Status eines moralischen Leaders verließ er den Platz allemal. Am 18. Dezember wird Weis nun operiert. Der Beginn einer langen Rehabilitationsphase, deren Zeitpunkt wenigstens günstig liegt: nach Saisonende.

Einer für die Zukunft: Mattia Cona (16)

Dass Rungg die Tiefe des Kaders brauchte, zeigte die Integration des 16-jährigen Mattia Cona. Jedes Spiel sei „eine Schlacht“ gewesen, betonte Gasbarri und Cona mittendrin. Für den Klub ist er mehr als nur eine Notlösung: ein Versprechen für die kommenden Jahre.

Figl mit Saisonbestleistung

Die wohl beeindruckendste Leistung des Tages aber gehörte Maximilian Figl. Der 20-Jährige, ATP-Nr. 1121, spielte gegen Alessandro Ceppellini eines seiner besten Matches der Saison, vielleicht sogar das beste. Mit 6:2, 6:0 ließ er keinerlei Spannung aufkommen und sorgte früh für klare Verhältnisse. „Jetzt rühre ich zehn Tage keinen Schläger an“, sagte Figl lachend. „Die Saison war hart. Ich gehe Skifahren.“ Eine Pause, die er sich redlich verdient hat.

Neben Figl punkteten Stefano Napolitano (6:3, 7:5 gegen Sorrentino) und Franco Agamenone (6:2, 6:4 gegen Fonio). Drei Siege, die den Klassenerhalt fixierten und ein Team, das pudelmüde, aber voller Stolz die Saison beenden durfte.

Die Ergebnisse im Überblick:

TC Rungg Yogurteria – Park Tennis Club Genova 3:1

Alexander Weis – Gianluca Mager 64 46 26

Stefano Napolitano – Luigi Sorrentino 63 75

Franco Agamenone Giovanni Fonio 62 64

Maximilian Figl – Alessandro Ceppellini 62 60

Bezirk: Bozen, Überetsch/Unterland

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen