Sigurdsson rechnete mit EHF ab

Kroatien-Teamchef Sigurdsson kritisiert Handball-EM-Macher

Donnerstag, 29. Januar 2026 | 21:04 Uhr

Von: APA/dpa

In einer Wutrede hat Kroatiens Nationaltrainer Dagur Sigurdsson vor dem Halbfinal-Duell mit Deutschland mit den EM-Organisatoren der Europäischen Handballföderation (EHF) abgerechnet. “Ich muss diesen Zirkus hier mitmachen. Das ist eine Schande. Die EHF interessiert sich nicht für uns Spieler und auch nicht für das Team”, schimpfte der Isländer vor dem Spiel am Freitag. Der frühere österreichische Nationalcoach bezog sich auf den vollgepackten Turnierplan für sein Team.

Anders als Deutschland absolvierte Kroatien seine Hauptrundenspiele im schwedischen Malmö und musste zuletzt zwei Tage in Folge spielen. Am spielfreien Donnerstag stand für Kroatien der Reisetag ins dänische Herning auf dem Programm, wo das Halbfinale ausgetragen wird – und wo Deutschland seit Turnierstart spielt. “Wir sind vier Stunden mit dem Bus von Malmö gefahren. Wir sind um 14.30 Uhr angekommen und unser Hotel ist nicht mal am Spielort Herning. Jetzt fahren wir 45 Minuten vom Hotel zur Halle und wieder zurück. Es ist sechs Uhr, wenn ich zurückkomme. Wir hatten kein Training, wir hatten kein Treffen mit dem Team”, betonte Sigurdsson.

In kroatischen Medien kursierten Bilder, auf denen zu sehen ist, wie sich Spieler während der Busfahrt auf den Boden legten, um schlafen zu können. Die EHF verwies darauf, dass der Zeitplan allen Mannschaften seit der Auslosung bekannt sei. Der Verband verteidigte die Entscheidung, dass das Mannschaftshotel der Kroaten in Silkeborg sei. “Um den beiden Halbfinalisten, Deutschland und Kroatien, identische Bedingungen zu bieten.”

EHF eine “Fast-Food-Firma”

Sigurdsson bezeichnete die EHF als “Fast-Food-Firma”, die sich nicht um die Qualität der Spiele schere. “Sie sind wie eine Eventfirma. Die bestellen ein paar Künstler, machen eine schöne Show, eine nette Pressekonferenz. Sie haben uns in einen kalten Bus gepackt wie gefrorenes Hühnchen.” Deutschlands Bundestrainer Alfred Gislason pflichtete seinem Landsmann bei. “Er hat vollkommen recht und es tut mir leid”, sagte der 66-Jährige. Sigurdsson war von 2008 bis 2010 Trainer des österreichischen Männer-Teams, davor war der Isländer Spielertrainer in Bregenz.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen