Von: apa
Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam nimmt den Auftakt der WM-Qualifikation mit einer Rückkehrerin und einer potenziellen Debütantin in Angriff. Nicole Billa ist erstmals seit einem Jahr wieder dabei, außerdem setzt Teamchef Alexander Schriebl in den Partien am 3. März in der Südstadt gegen Norwegen und vier Tage später in Koper gegen Slowenien erstmals auf Naika Reissner von Union Berlin. Von der auf Haiti geborenen 21-Jährigen hat Schriebl eine hohe Meinung.
“Wir haben sie schon lange am Schirm. Sie hat in Berlin tolle Sachen gemacht und wäre schon vor einem Jahr einberufen worden, war da aber verletzt”, sagte der Coach am Mittwoch bei der Kaderbekanntgabe in Wien. Reissner verfüge über einen starken linken Fuß, so Schriebl. “Sie ist sehr trickreich und unbekümmert und hat eine Mischung aus Demut und Selbstbewusstsein. Das ist eine ganz gute Mischung für jemanden, der im Leistungssport weit kommen will.”
Trainerlob gab es auch für Billa. “Sie hat in Stuttgart tolle Leistungen gebracht und kann uns mit ihren Qualitäten in der Box eine große Hilfe sein”, meinte Schriebl. Zu den prominenten Abwesenden zählen unter anderem die langzeitverletzten Lilli Purtscheller, Sarah Zadrazil, Marie-Therese Höbinger und Manuela Zinsberger. Außerdem musste die angeschlagene Laura Wienroither absagen.
Dunst als wichtige Spielerin auch abseits des Platzes
Im Kader steht Barbara Dunst, die bei den Bayern nur zu Kurzeinsätzen kommt. “Natürlich ist das Leistungsniveau höher, wenn man im Rhythmus ist. Aber sie hat so viel Erfahrung, ist eine tolle Spielerin und auch abseits des Platzes wichtig für das Team. Ich denke, sie kann wichtige Impulse geben”, sagte Schriebl über Dunst. Volles Vertrauen hat der Teamchef auch in Torfrau Mariella El Sherif, die in Zinsbergers Abwesenheit unumstrittene Nummer eins ist.
Der Nationalcoach, der mit seiner Auswahl erstmals im ÖFB-Campus trainieren wird, sieht die Norwegerinnen im Auftaktmatch als klare Favoritinnen. “Sie sind ein echtes Topteam in Europa mit richtig tollen Spielerinnen, die bei Topclubs führende Rollen übernehmen. Sie sind auch sehr diszipliniert und haben den Anspruch, in der Gruppe Erster zu werden – das sagt schon viel über ihre Qualität aus. Wir müssen gegen den Ball richtig bissig und aggressiv sein, aber auch selbst lange Ballbesitzphasen kreieren.”
Nur der Sieger der Gruppe, in die auch noch der große Favorit Deutschland gelost wurde, ist fix für die WM 2027 in Brasilien qualifiziert. Alle anderen bestreiten im Herbst Play-offs. “Wenn man realistisch ist, wird Platz eins vergeben sein. Im Herbst wird es dann richtig interessant”, erklärte Schriebl. Die Gruppenphase der WM-Quali sei quasi als Vorbereitung aufs Play-off zu sehen. “Wir wollen jetzt gute Spiele und Ergebnisse, um uns in unserem Prozess weiter zu festigen.”
Traum von erster WM-Teilnahme lebt
Über allem steht das große Ziel, erstmals zu einer WM zu reisen. Die ersten sechs Anläufe der ÖFB-Frauen blieben erfolglos, diesmal soll es laut Schriebl klappen. “Die Spielerinnen sind sehr hungrig darauf, dass es Wirklichkeit wird. Wir wünschen es uns extrem, doch es ist kein Muss. Es ist realistisch, wenn wir es schaffen, diesem Traum alles unterzuordnen. Man darf träumen und versuchen, Träume zu verwirklichen.”




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