Siegeslauf in Båstad für Ofner und Misolic zu Ende

Ofner und Misolic verlieren im Båstad-Viertelfinale

Freitag, 21. Juli 2023 | 16:14 Uhr

Von: apa

Der Lauf der beiden Steirer beim mit 630.705 Euro dotierten ATP-250-Turnier in Båstad ist am Freitag im Viertelfinale zu Ende gegangen. Österreichs derzeit bester Tennis-Crack, Sebastian Ofner, musste sich im ersten Duell mit dem topgesetzten Weltranglisten-Vierten Casper Ruud (NOR) glatt mit 3:6,4:6 beugen. Filip Misolic forderte mit Lorenzo Musetti (ITA) die Nummer 16 der Welt etwas mehr, gewann sogar einen Satz, unterlag dann mit 6:4,1:6,2:6 aber doch noch glatt.

Ofner hatte im ersten Satz bei 1:1 zwei und nach einem erlittenen Break zum 2:4 zwei weitere (Re-)Breakbälle ausgelassen. Diese Chancen muss man gegen einen Top-5-Mann nutzen. Ab den abgewehrten Breakbällen und dem Game zum 5:2 war Ruud klar auf der Siegerstraße. Auch im zweiten Durchgang reichte dem Norweger ein Break zum 2:1 zum entscheidenden Vorteil. Nach 88 Minuten war die sieben Siege anhaltende Serie Ofners beendet.

“Ich finde, das war ein richtig gutes Turnier von mir. Ich habe zwei Matches auf richtig gutem Niveau gespielt und gegen gute Spieler gewonnen. Auch das Match heute war wirklich okay”, lautete Ofners Bilanz. Ruud sei noch eine Spur zu groß gewesen. “Er ist ein gestandener Top-Ten-Spieler. So oft habe ich gegen solche Leute noch nicht gespielt.”

Der Steirer hofft, dass er nun öfters gegen solche Kaliber spielen kann. “Ich glaube, dann kann ich mein Niveau auch noch nach oben schrauben. Ich freue mich auf die nächsten Monate.” Kommende Woche spielt er in Umag, danach das Heimturnier in Kitzbühel. Fast schon Top 50 sei ein richtig gutes Gefühl. “Ich steh jetzt sicher einmal ein Jahr dort, da kann ich mich jetzt super verbessern.”

Für den Steirer wurde es damit nichts aus seinem bereits 50. Sieg (!) auf allen Levels in diesem Jahr. Ein Sieg, der ihn erstmals in die Top 50 gehievt und ihm sein zweites Tour-Halbfinale seit Kitzbühel 2017 beschert hätte. Der in diesem Jahr auf Challenger-Niveau schon sechsfache Finalist (davon zuletzt der Titel in Salzburg) wird am Montag um Platz 51 herum aufscheinen.

Bereits zuvor hatte sein engerer Landsmann Misolic nach starkem Beginn sein zweites Viertelfinale auf der ATP-Tour verloren. Der 21-jährige Grazer musste nach einem über weite Strecken sehenswerten Match nach 2:04 Stunden geschlagen geben. Für Misolic, der sich in Schweden hatte qualifizieren müssen, war es der vom Ranking her bisher hochwertigste Gegner seiner Karriere.

Ruud war danach durchaus erleichtert. “Ich bin sehr glücklich. Es war wieder eine gutes Match von mir. Sebastian hat dieses Jahr sehr gut gespielt, er hat letzte Woche ein Turnier gewonnen. Ich bin froh, dass ich seinen Siegeslauf stoppen konnte.”

Misolic hatte gegen den Favoriten von Beginn weg nicht nur mitgehalten. Ihm gelang zum 3:2 auch das erste Break des Spiels. Als es ums Ausservieren im ersten Satz ging, hatte der Steirer bei 5:4 aber noch Schwierigkeiten. Nach Abwehr zweier Breakbälle sicherte er sich nach 57 Minuten mit dem zweiten Satzball aber die überraschende 1:0-Satzführung.

Für Musetti war dies wie ein Weckruf. Mit Breaks zum 3:1 und 5:1 und einer echten Steigerung holte er sich rasch den Satzausgleich. Auch im dritten Durchgang startete Musetti, der dieses Jahr u.a. auch schon Novak Djokovic (Achtelfinale Monte Carlo) auf der Abschussliste hat, gleich mit einem Break und stellte mit einem weiteren zum 4:1 endgültig die Weichen zum Sieg. Bei 2:5 hatte Misolic noch zwei Chancen zu einem Rebreak, doch Musetti nutzte dann den zweiten Matchball.

“Es war wirklich hart, er hat wirklich sehr solide gespielt”, sagte Musetti danach auf dem Platz. “Er war im ersten Satz bei den wichtigen Punkten wirklich gut. Ich habe danach mein Level steigern können und bin happy, im Semifinale zu stehen.”

Vorjahres-Kitzbühel-Finalist Misolic hat trotz des dann noch klaren Ergebnisses aber erneut gezeigt, dass man mit ihm in Zukunft rechnen kann. Von der Form her ist er für seine Rückkehr nach Tirol gerüstet. Im ATP-Ranking wird er sich um Position 128 einordnen. Für seinen Erfolg in Schweden erhält er immerhin 17.010 Euro (brutto) Preisgeld.