Portugal wurde von Kongo ausgebremst

Portugal muss sich gegen DR Kongo mit 1:1-Remis begnügen

Mittwoch, 17. Juni 2026 | 21:49 Uhr

Von: apa

Portugal hat sich in seinem Auftaktspiel bei der Fußball-WM gegen die Demokratische Republik Kongo mit einem 1:1 (1:1) begnügen müssen. Joao Neves brachte den Favoriten in der 6. Minute voran, Yoane Wissa glich kurz vor der Pause (45.+5) mit dem ersten WM-Tor der Zentralafrikaner überhaupt aus. Vor 68.777 Zuschauern in Houston schafften es Cristiano Ronaldo und Co. danach nicht mehr, entscheidend Druck aufzubauen. Weitere Gegner in Gruppe K sind Kolumbien und Usbekistan.

Ronaldo stand bei seiner sechsten WM-Teilnahme – ebenso viele wie Lionel Messi – wie erwartet als Mittelstürmer in der Startelf. Schon beim Aufwärmen des Altmeisters war lauter Jubel aufgebrandet. Mit 41 Jahren und 132 Tagen ist er nun der älteste Feldspieler, der jemals bei einer WM-Endrunde in der Startelf stand. Von Portugals Rekordmann war noch kaum etwas zu sehen, ging sein Team in der voll klimatisierten Arena schon in Führung.

Portugal belagerte Kongos Fünferkette in Handball-Manier, der 1,74 m große Neves von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain verwertete eine Flanke von Pedro Neto platziert per Kopf. Die ohne den verletzten Abwehrchef Ruben Dias eingelaufenen Iberer agierten danach schon im Schongang. “Das Tor hätte eigentlich ein besonderer Moment sein müssen, war es aber nicht. Danach haben wir etwas von unserer Tiefe im Angriffsspiel verloren, waren weniger flüssig im Ballbesitz und haben dem Gegner erlaubt, wieder besser in seine Ordnung zu finden”, sagte Portugals Teamchef Roberto Martinez in seiner Analyse.

Ronaldo kaum sichtbar

Der Außenseiter – zuletzt vor 52 Jahren als Zaire bei der WM vertreten und dort punkt- und torlos geblieben – kam nämlich zaghaft auf. Newcastles Wissa schoss nach zehn Minuten am Tor vorbei. Die Portugiesen suchten immer wieder den im Zentrum lauernden Ronaldo, fanden ihn aber nicht. Die Dynamik im Spiel der Portugiesen fehlte völlig, Torschüsse blieben Mangelware. Als schon der Halbzeitpfiff nahte, schlugen die Kongolesen doch zu. Wissa verwertete nach einem kurz abgespielten Eckball völlig frei per Kopf. Portugal wurde für seine Passivität bestraft.

Der künftig für Real Madrid spielende Bernardo Silva blieb in der Kabine, Ersatzmann Francisco Conceicao brachte etwas Schwung. Joao Cancelo traf spektakulär in Rücklage, stand dabei aber im Abseits. Von Ronaldo war in seinem 229. Länderspiel einen Tag nach der großen Messi-Show kaum etwas zu sehen. Erst in Minute 68 schoss er am Gehäuse vorbei, auch ein zweiter Versuch wenige Minuten später ging deutlich daneben. Die kongolesische Mannschaft konnte immer wieder Nadelstiche setzen, der “Lucky Punch” sollte aber auch ihr nicht gelingen. 791 Pässe spielten die Portugiesen am Ende, 727 kamen auch an – aufs Tor schossen sie aber nur einmal.

“Es war ein sehr schwieriges Spiel gegen eine Mannschaft, die stärker war als wir. Aber wir haben Mut und Widerstandskraft gezeigt. Unser erstes Tor zu erzielen, erfüllt uns mit großem Stolz, weil es den Charakter dieser Mannschaft widerspiegelt”, meinte Torschütze Wissa. “Das ganze Land hat sich diesen Moment verdient”, so sein französischer Trainer Sebastien Desabre.

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