Von: apa
Das Ergebnis hat nicht gepasst, die Leistung über weite Strecken schon – so hat das Resümee von Österreichs Fußball-Teamchef Ralf Rangnick am Montag nach dem 0:2 bei der WM im Dallas Stadium gegen Argentinien gelautet. Man habe in vielen Phasen das umgesetzt, was man sich vorgenommen hatte, erklärte der Deutsche. Allerdings machten der VAR und Lionel Messi mit seinem Doppelpack die ÖFB-Hoffnung auf einen Punktgewinn zunichte.
“Er ist der beste Spieler, den es jemals gegeben hat. Das hat er heute wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt”, sagte Rangnick über den neuen WM-Rekordtorschützen. “Er braucht nicht viele Situationen, um so ein Spiel zu entscheiden.”
Beide Treffer des bald 39-Jährigen hatten jedoch für Rangnick einen schalen Beigeschmack. “Das 0:2 war sehr ärgerlich. Wir hatten zweimal die Chance, den Ball aufs gegnerische Tor zu schlagen. Beim dritten Mal haben wir dann den Gegner angeschossen und ihnen dadurch noch einmal diese Kontersituation gegeben.”
Rangnick: Vor 0:1 Foul an Schlager
Dem 0:1 ging laut Rangnick ein Foul an Xaver Schlager voran. “Da hätte ich mir gewünscht, dass der Vierte Offizielle genau das getan hätte, was er auch vor dem (von Messi vergebenen, Anm.) Elfmeter gemacht hat, nämlich den Schiedsrichter zu bitten, sich die Szene davor noch einmal anzuschauen. Wenn er das getan hätte, hätte der Schiedsrichter das gesehen, was jeder von uns auf der Bank gesehen hat, nämlich ein klares Foulspiel an Xaver Schlager”, erklärte der Deutsche.
Zumindest halbwegs nachvollziehbar war für Rangnick die Elfer-Entscheidung nach einem Dreikampf zwischen Lautaro Martinez, Xaver Schlager und Stefan Posch. “Ich finde, dass wir grundsätzlich zuerst den Ball spielen und dann den Fuß treffen. Aber man kann natürlich das Ganze auch so interpretieren, und das hat der Schiedsrichter wahrscheinlich gemacht, dass er gesagt hat, die beiden Abwehrspieler von uns haben ihn ein Stück weit in die Zange genommen.”
Dass der VAR in dieser Szene, aber nicht bei der Attacke an Schlager zum Einsatz kam, sei für ihn unverständlich. “Ich war einer der ersten Trainer schon vor 15 Jahren, der sich für den Einsatz dieser Technologie stark gemacht hat. Aber dann sollte man sie halt auch immer wieder dann einsetzen, wenn es wirklich Sinn macht.”
Oberwasser nach vergebenem Messi-Elfer
Immerhin schoss Messi daneben und das ÖFB-Team kam in der Folge auf. “Wir hatten danach eine Phase, wo wir gut im Spiel waren. Ich hätte mir in der einen oder anderen Situation noch ein bisschen mehr den Mut gewünscht, tatsächlich auch mal aus der zweiten Reihe abzuziehen und zu schießen, so wie es Romano Schmid gegen Jordanien gemacht hat”, meinte Rangnick.
Dennoch sei die Leistung in Ordnung gewesen, betonte der Teamchef. “Ich finde, dass wir über weite Strecken genauso gespielt haben, wie wir es vorhatten, mutig im Spiel mit und gegen den Ball. Wir hatten auch deutlich mehr Ballbesitz, als es die meisten erwartet haben, trotzdem konnten wir nicht jeden Konter verhindern”, resümierte der 67-Jährige. “Am Schluss hat alles auf ein 0:1 oder 1:1 hingedeutet, wenn Patrick Wimmer den Kopfball voll trifft.”
Bei einem Unentschieden wäre die ÖFB-Auswahl praktisch fix im Sechzehntelfinale gewesen, so benötigt man im letzten Gruppenspiel am Sonntag (4.00 Uhr MESZ) in Kansas City gegen Algerien möglicherweise noch einen Punkt. “Es ist sicherlich von Vorteil, das allerletzte Gruppenspiel (Anm.: gleichzeitig mit Argentinien gegen Jordanien das letzte bei dieser WM) zu haben und zu wissen, was es für ein Ergebnis braucht”, meinte Rangnick.
Arnautovic “kann noch keine 60, 70 Minuten spielen”
In der Algerien-Partie könnte Michael Gregoritsch wieder als Solostürmer aufgeboten werden. Der Steirer saß zwar beim 3:1 gegen Jordanien auf der Bank, überzeugte Rangnick danach aber im Training. “Und Marko Arnautovic kann im Moment einfach noch keine 60, 70 Minuten spielen, ohne zu riskieren, dass er womöglich dann für den Rest des Turniers ausfällt.”
Rangnick und seine Spieler flogen noch am Montag zurück ins WM-Basecamp in Santa Barbara. Von dort tritt man am Donnerstag (Ortszeit) die Reise nach Kansas City an.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen