11. Kugel für Pigneter/Clara

Rodeln: Thomas Kammerlander ist der König beim Finale in Umhausen

Samstag, 15. Februar 2020 | 21:22 Uhr

Umhausen – Beim Finale im FIL Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn in Umhausen (AUT) lieferten sich am Samstagabend die Top-vier der Weltcupwertung einen knallharten Kampf um den Tages- und den Gesamtsieg. Am Ende wurde Titelverteidiger Thomas Kammerlander (AUT) seiner Favoritenrolle gerecht.

Miriam Jennewein

Die Ausgangslage nach dem ersten Wertungslauf am Freitag war extrem spannend: Michael Scheikl (AUT) lag nur 0,05 Sekunden vor seinem Teamkollegen Thomas Kammerlander und 0,23 Sekunden vor Patrick Pigneter (ITA). Weltmeister Alex Gruber (ITA) auf Platz vier lag 0,52 Sekunden zurück. Im entscheidenden zweiten Lauf am Samstagabend legte zunächst Gruber die neue Richtmarke vor, doch Pigneter konterte und übernahm klar die Führung. Lokalmatador Kammerlander zeigte auf seiner Heimbahn eine wahre Meisterleistung und setzte sich in 2.26,46 Minuten überlegen an die Spitze, auch sein Teamkollege Michael Scheikl (+0,17) kam nicht an die Zeit von Kammerlander heran. Pigneter auf Rang drei lag 0,50 Sekunden zurück.

Mit seinem dritten Saisonsieg hat Thomas Kammerlander mit 600 Punkten zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen, sein Teamkollege Michael Scheikl (555 Punkte) machten im Klassement einen Platz gut folgt auf Rang zwei, Dritter wurde Patrick Pigneter (500) vor Gruber (510).

Thomas Kammerlander: „Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, habe noch vor dem Rennen die Rodel gewechselt, weil die Bahn heute völlig anders war. Das härtere Eis kommt mir entgegen, vor dem Rennen wusste ich, dass ich gewinnen werde. Einfach mega“.

Miriam Jennewein

Michael Scheikl: „Es war meine bisher beste Saison im Weltcup. Platz zwei in der Gesamtwertung ist genial. Für mich war heute nicht mehr möglich – Glückwunsch an Thomas Kammerlander“.

Patrick Pigneter: „Die Saison war insgesamt gut, zum 15. Mal bin ich in der Gesamtwertung in den Top-drei. Allerdings hat immer ein bisschen zum Sieg gefehlt. Ich wollte den Gesamtweltcup gewinnen heute und bin daher schon enttäuscht. Jetzt heißt es einfach weiter arbeiten“.

Im Einsitzer Damen stand Evelin Lanthaler (ITA) bereits vor dem Finale als Siegerin des Gesamtweltcups fest. Für die Weltmeisterin ist es mit 685 Punkten die dritte Kugel in Folge, die vierte insgesamt. Mit ihrem sechsten Saisonsieg hat Lanthaler in 2.29,15 Minuten auf der „Grantau“-Bahn standesgemäß den Weltcup abgeschlossen, vor ihrer Teamkollegin Greta Pinggera (+1,22) und der Russin Ekaterina Lavrenteva (+1,26), die mit einem starken Finish Lokalmatadorin Tina Unterberger (AUT/+1,81) vom Podest stoßen konnte.

Pinggera setzte sich mit 555 Punkten im Kampf um Platz zwei im Gesamtweltcup gegen Unterberger (525) durch.

„Die Bedingungen heute waren anders als gestern, die Umstellung war nicht einfach. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Leistung und mit der Saison. Jetzt freue ich mich auf die EM“, gab Lanthaler zu Protokoll.

Miriam Jennewein

11. Kugel für Pigneter/Clara

Im Doppelsitzer haben Patrick Pigneter/Florian Clara (ITA) im zweiten Durchgang das Klassement auf den Kopf gestellt. Mit 1.16,72 Minuten fuhren die Italiener die absolut schnellste Zeit und verdrängten mit einer Gesamtzeit von 2.34,58 Minuten die Halbzeitführenden Russen Pavel Porshnev/Ivan Lazarev (+0,97) auf Rang zwei. Porshnev/Lazarev erwischten einen rabenschwarzen Tag und streiften in der S-Passage die Bande, wodurch sie viel Geschwindigkeit und Zeit einbüßten. Platz drei ging an Patrick Lambacher/Matthias Lambacher (ITA/+1,75 Sekunden).

Im Gesamtweltcup holten sich Pignter/Clara (670 Punkte) mit ihrem fünften Saisonsieg in souveräner Manier die insgesamt 11. Kristallkugel, erstmals gewannen die Italiener in der Saison 2007/2008 die Weltcupwertung. Platz zwei ging an Porshnev/Lazarev (570), vor den Brüdern Lambacher/Lambacher (510).

Patrick Pigneter: „Vom Gefühl her war der zweite Lauf gar nicht so gut. Wir wollten heute gewinnen und es ist gut gegangen“. Sein Partner Florian Clara ergänzte: „Wir haben unser Saisonziel erreicht, das ist das Ergebnis unserer Konstanz“.

Die Russen Porshnev/Lazarev waren nach dem verpatzten zweiten Lauf schwer enttäuscht: „Das Eis auf der Bahn war heute schneller als gestern, wir wurden ein bisschen von der Geschwindigkeit überrascht und im technisch schwierigen S hat es gekracht. Trotzdem, wir müssen nach vorne schauen und wollen in einer Woche bei der Heim-EM in Moskau den Spieß umdrehen“.

Den abschließenden Teambewerb gewann Österreich (Tina Unterberger/Thomas Kammerlander) in 2.30,92 Minuten, 0,27 Sekunden vor Italien (Evelin Lanthaler/Patrick Pigneter), Russland (Ekaterina Lavrenteva/Aleksander Egorov) wurde mit einem Rückstand von 0,69 Sekunden Dritter. Für Österreich war es der zweite Saisonsieg im dritten Teambewerb der Saison.

Miriam Jennewein

Mit einer stimmungsvollen Siegerehrung im Festzelt ist der FIL Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn in Umhausen zu Ende gegangen. In einer Woche stehen in Moskau die 28. FIL Europameisterschaften im Rennrodeln auf Naturbahn auf dem Programm.

Von: ka