Von: apa
Julia Scheib könnte den Gewinn des alpinen Riesentorlauf-Weltcups schon diese Woche fixieren. Baut die Steirerin ihren aktuellen Vorsprung von 119 Punkten am Dienstag am Kronplatz (10.30/13.30 Uhr, live ORF 1) und am Samstag in Spindleruv Mlyn (Spindlermühle) auf mehr als 200 Zähler aus, wäre sie in den verbleibenden zwei Rennen in ihrer Spezialdisziplin nicht einzuholen. Internationales Thema vor dem anstehenden Italien-Rennen ist das Comeback von Federica Brignone.
Ihre Rückkehr in den Rennzirkus bei ihrem Heimrennen kündigte die Gesamtweltcupsiegerin am Montag in einer Online-Pressekonferenz an, und das zweieinhalb Wochen vor den ebenso in ihrer Heimat stattfindenden Olympischen Spielen. Die mittlerweile 35-Jährige hatte sich am 3. April bei einem Sturz bei den italienischen Ski-Meisterschaften in Val di Fassa eine mehrfache Fraktur des Schienbeinplateaus und des Wadenbeinkopfes sowie einen Kreuzbandriss zugezogen. Seither arbeitete sie verbissen an ihrem Comeback sowie an ihrem Antreten bei den Olympischen Spielen.
Brignone: “Test für meinen Körper und Geist”
Ob sich Letzteres realisieren lässt, werde sie nach dem Renn-Comeback besser beurteilen können. “Es ist ein Test für meinen Körper und meinen Geist, ob ich Rennen fahren kann.” Nachher werde entschieden, ob die Riesentorlauf-Weltmeisterin vor den Spielen auch Speed-Rennen bestreite. Ihr Wunsch sei es jedenfalls, bei Olympia neben dem Riesentorlauf auch Super-G und Abfahrt zu bestreiten. “Es kommt auf mein Bein an.” Die Renndaten der drei Bewerbe sind der 15., 12. und 8. Februar. Nach Cortina gehe es für sie aber schon nach dem Kronplatz-Auftritt – zum Training.
Nach ihrer Rückkehr auf Schnee habe die zweifache Gesamtweltcupsiegerin insgesamt 13 Trainingstage auf Skiern gehabt, die Entscheidung über ein Antreten am Kronplatz sei am Sonntag gefallen. “Ich habe den Weltcup so sehr vermisst”, sagte Brignone. Von Tag zu Tag und von Woche zu Woche habe sie sich Ziele gesetzt, so wolle sie es weiterhin handhaben. Gut sei es, auf einem Hang einzusteigen, den sie gut kenne. Sie fühle durch die Verletzungen bedingt noch Schmerzen. “Manche Tage sind hart. Beim Skifahren ist es schlechter als im normalen Leben, aber es ist noch okay.”
Rast nun Scheibs erste Herausforderin
Scheib hat in den bisherigen sechs Saison-Riesentorläufen bei einem Ausfall mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen bilanziert. Der Sieg führt also nur über die 27-Jährige, wobei sich zuletzt Camille Rast als erste Herausforderin in Scheibs Kerndisziplin positioniert hat. Am Tag vor ihrem Sieg über Mikaela Shiffrin im Slalom gewann die Schweizerin in Kranjska Gora am 3. Jänner vor Scheib auch im Riesentorlauf. Eine Woche davor war sie am Semmering hinter dem ÖSV-Ass Zweite gewesen. Bis auf den Saisonstart in Sölden beendete Rast alle Riesentorläufe in den Top fünf, fiel nie aus.
Da der Super-G in Zauchensee abgesagt wurde, fand Scheibs geplanter Ausflug in dieser Disziplin bisher nicht statt. Denn sie war auch nicht am vergangenen Sonntag in Tarvisio dabei. Dennoch scheint für sie ein Platz im Olympiarennen in der zweitschnellsten Disziplin noch möglich. Für ihre Teamkolleginnen ist Kronplatz die letzte Möglichkeit, sich für die Spiele zu empfehlen. Keine andere fitte ÖSV-Läuferin kam bisher in die Top Ten, Stephanie Brunner war einmal Elfte, Nina Astner Zwölfte. Leonie Raich und Sophie Waldauf geben auf der Piste “Erta” ihre Riesentorlauf-Premiere.
Auf dem schwierig zu fahrenden, bis zu 61 Prozent steilen Hang hat im vergangenen Jahr Robnison und vor zwei Jahren die diesmal verletzt fehlende Schweizerin Lara Gut-Behrami gewonnen. 2023 siegte Mikaela Shiffrin in beiden damals ausgetragenen Riesentorläufen. In dieser Saison kam die Rekordweltcupsiegerin und Weltcupführende aus den USA in dieser Disziplin noch nicht auf das Podest, war aber bis auf ein Rennen immer in den Top sechs. Scheibs Bilanz am Kronplatz ist bei sieben Antreten mit Rang neun 2024 als Maximum ausbaufähig. Im Vorjahr fiel sie aus.




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