Williams am Knie verletzt und für Doppel fraglich

Serena Williams genießt ihr Wimbledon-Comeback mit 44

Mittwoch, 01. Juli 2026 | 15:29 Uhr

Von: APA/dpa

Als Superstar Serena Williams nach ihrer Rückkehr aus dem Tennis-Ruhestand den Centre Court von Wimbledon verlassen hat, lächelte sie. Dieses Spiel wird in keinen Rekordlisten auftauchen, die einstige Nummer eins und Dominatorin der Tennis-Welt wird nach ihrer Erstrunden-Niederlage nicht um den Titel mitspielen. Das bemerkenswerte Comeback mit 44 Jahren, nach fast vier Jahren Pause und als Mutter zweier Töchter, ist dennoch denkwürdig. Die Enttäuschung war ihr aber anzusehen.

“Ich habe es auf jeden Fall genossen, habe es vermisst und diesen Moment mehr als alles andere genossen”, lautete Williams’ Fazit, nachdem sie in drei Sätzen mit 3:6,7:6(6),3:6 gegen die Australierin Maya Joint (20) verloren hatte. “Es war wirklich großartig, wieder in Wimbledon zu sein. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier sein würde”, sagte sie. Diese Reaktion wurde den Journalisten allerdings nur schriftlich übermittelt, denn auf eine Pressekonferenz verzichtete sie. Auch der Handshake nach dem Match mit ihrer Bezwingerin fiel sehr kühl aus.

Eine Begründung für den abgesagten Medientermin lieferte Williams am Tag danach via ihre Agentin und der Nachrichtenagentur AP. Williams habe sich Ende des ersten Satzes eine Blessur am Knie zugezogen und war daher von Medienterminen befreit gewesen. Sie tue alles, um für das Doppel mit ihrer Schwester Venus bereit zu sein.

Nur Doppel mit Venus vorerst sicher

Im Verlauf der Woche wird die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin mit ihrer Schwester Venus Williams beim nächsten Auftritt im Doppel-Wettbewerb die Zuschauermassen faszinieren. Wie und ob es im Einzel weitergeht ist allerdings offen. Fragen, die gar nicht erst gestellt werden konnten.

Zuvor hatten zumindest auch die Töchter von Williams, Olympia (8) und Adira (2) erlebt, wie es ist, ihre berühmte Mama vor so großer Kulisse zu sehen. Für ihre beiden Töchter wollte Williams zurückkommen. Und mindestens einmal werden sie ihre Mama in Wimbledon wohl noch auf dem Platz sehen.

Tolle Atmosphäre

Als am Dienstagabend das erste Einzel der Ausnahmesportlerin seit dem Drittrunden-Aus bei den US Open 2022 anstand, setzte der Jubel bereits ein, bevor sie auf den Platz kam. “Die Atmosphäre war unglaublich. Das Einlaufen war ein unglaubliches Erlebnis”, wurde Williams zitiert. In ihrer Karriere zählten Siege und Titel. Mit 23 Grand-Slam-Trophäen hatte sie ihre Sammlung gefüllt und war dem 24. Titel hinterhergerannt, um mit der Australierin Margaret Court gleichzuziehen.

Diesmal wollte sie Spaß haben, aber den dürfte sie wegen des Ergebnisses nur beschränkt gehabt haben. Zumal ihre Gegnerin zuvor in diesem Jahr schon elf Erstrunden-Niederlagen gehabt hatte. Immerhin rettete sich Williams nach Abwehr eines Matchballs in Satz drei. Dass die 24 Jahre jüngere Joint im entscheidenden dritten Satz ihre Fitnessvorteile ausspielen konnte, war angesichts des Altersunterschieds wenig überraschend. Als Joint 2006 geboren wurde, hatte Williams bereits sieben Grand-Slam-Titel gefeiert.

Prime-Expertin Andrea Petkovic urteilte über die Rückkehrerin: “Ich wusste, dass sie gut in Schuss ist. Trotzdem, wenn du vier Jahre kein Match spielst, ist das eine andere Hausnummer. Dafür hat sie eine gute Leistung gezeigt”, sagte die frühere Top-Ten-Spielerin. “Die Big Points muss man viel gespielt haben, das war natürlich noch nicht da.”

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen