Tagger wahrte die Chance auf den Hauptbewerb in Melbourne

Tagger-Sieg in Australian-Open-Quali, bitteres Aus von Ofner

Mittwoch, 14. Januar 2026 | 12:56 Uhr

Von: apa

Tennistalent Lilli Tagger hat einmal mehr ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt und die Chance auf den Hauptbewerb der Australian Open gewahrt. Die 17-jährige Osttirolerin besiegte am Mittwoch in der zweiten Qualifikationsrunde die Russin Elena Pridankina 6:7(5),7:6(5),6:1. Tagger fehlt nur noch ein Sieg, um erstmals im Hauptbewerb eines Grand-Slam-Turniers dabei zu sein. Eine besonders bittere Niederlage kassierte Sebastian Ofner, auch Juri Rodionov schied aus.

Tagger brachte im ersten Satz ab dem 3:3 dreimal ihren Aufschlag zu null durch, musste aber ins Tie-Break, in dem sie bis zum 4:4 mithielt. Im zweiten Satz schien Pridankina zweimal auf bestem Weg zum Aufstieg, die junge Osttirolerin kämpfte sich aber zurück. Sie holte ein 3:5 auf und schaffte im Tie-Break ein beeindruckendes Comeback. Bei 0:5 war sie nur noch zwei Punkte vom Aus entfernt, machte danach aber sieben Punkte in Serie und schaffte den Satz-Ausgleich.

Danach dominierte Tagger den Entscheidungssatz und verwertete nach 2:31 Stunden ihren ersten Matchball. In der dritten und letzten Qualifikationsrunde trifft sie in Melbourne nun am Donnerstag im dritten Spiel nach 1:00 Uhr MEZ auf die Thailänderin Lanlana Tararudee. Die 21-Jährige liegt in der Weltrangliste auf Platz 131 und damit vor dem ÖTV-Talent (WTA-154).

Ofner: Blackout und vergebene Matchbälle

Ofner wähnte sich gegen den US-Amerikaner Nishesh Basavareddy nach einem Blackout bereits als Sieger, vergab danach zwei Matchbälle und verlor noch 6:4,4:6,6:7(11). Der Steirer holte sich gegen den 20-Jährigen dank eines Breaks zum 2:1 den ersten Satz, gab aber im zweiten seinen Aufschlag zum 4:6 und damit zum Ausgleich ab. Ohne Service-Verlust ging es im dritten Satz in das Tie-Break, in dem Österreichs aktuelle Nummer zwei auf 6:1 davonzog, auch den siebenten Punkt machte, jubelte und ans Netz ging, um sich zum Sieg gratulieren zu lassen. Das Tie-Break im entscheidenden Satz wird bei den Australian Open allerdings auf zehn Zähler gespielt.

Als er seinen Fehler bemerkte, ging Ofner zurück an die Grundlinie – den Faden im Spiel hatte er aber verloren. Der 29-Jährige vergab danach auch noch zwei Matchbälle, verlor das Tie-Break aber mit 11:13 und schied aus. “Wenn dein Gehirn den Matchball ansagt, bevor der Schiedsrichter es tut…”, schrieben die Veranstalter in einem Posting und hängten ein Video mit der skurrilen Szene dazu. “S..t happens”, meinte Ofner auf seinem Instagram-Account.

Sein Gegner erhielt dadurch natürlich Auftrieb. “In einem Super-Tiebreak hat man immer eine Chance, also habe ich weiter daran geglaubt. Ich habe gesehen, wie er etwas nervös wurde, aber die Bälle waren ziemlich alt, daher war jeder Ballwechsel ein harter Kampf, und darauf habe ich mich konzentriert: so viele Bälle wie möglich im Spiel zu halten”, erklärte Basavareddy.

Rodionov chancenlos

Rodionov verlor gegen den an Nummer 29 gesetzten US-Amerikaner Zachary Svajda in nicht einmal einer Stunde 1:6,4:6. Damit steht bei den Männern nur Filip Misolic im Hauptbewerb. Bei den Frauen haben die Neo-Österreicherin Anastasia Potapova und Julia Grabher ihren Platz sicher, Tagger kann dem Duo am Donnerstag folgen.

Beim ATP250-Turnier in Auckland stehen Lucas Miedler und Alexander Erler im Viertelfinale. Miedler besiegte mit seinem portugiesischen Partner Francisco Cabral die Brasilianer Marcelo Melo/Fernando Romboli 6:4,7:5, Erler setzte sich mit dem US-Amerikaner Robert Galloway gegen die Franzosen Sadio Doumbia/Fabien Reboul 7:6(7),6:4 durch.

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