Glasner könnte im Sommer bei Manchester United anheuern

Trainer Glasner verlässt Crystal Palace zu Saisonende

Freitag, 16. Januar 2026 | 16:47 Uhr

Von: apa

Oliver Glasner hat etwas Klarheit in seine Zukunft gebracht. Der Erfolgstrainer wird den Premier-League-Club Crystal Palace im Sommer verlassen. Er werde seinen mit Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern, bestätigte Glasner am Freitag in einer Pressekonferenz. Der Oberösterreicher hatte die Londoner mit dem FA-Cup-Triumph im Vorjahr zum ersten großen Titel der Vereinsgeschichte geführt. Nun wird er unter anderem als möglicher Coach von Manchester United gehandelt.

United hat diese Woche Michael Carrick zum Nachfolger des glücklosen Portugiesen Ruben Amorim bestellt – allerdings nur interimistisch bis Sommer. Dann wäre Glasner theoretisch frei. Der 51-Jährige gilt als einer der Topkandidaten für den Job beim Rekordmeister. “Ich habe mit keinem anderen Club gesprochen”, betonte Glasner. Er habe Crystal-Palace-Präsident Steve Parish bereits im Oktober davon informiert, seinen Vertrag nicht zu verlängern.

“Suche eine neue Herausforderung”

“Wir hatten ein sehr langes Gespräch. Wir haben damals vereinbart, das zwischen uns zu belassen. Es war das Beste, das wir tun konnten, das vertraulich zu behandeln für drei Monate”, meinte Glasner. “Ich suche eine neue Herausforderung, das ist mein Gefühl nach allem.” Sein Abschied habe nichts mit dem Wintertransferfenster zu tun. “All diese Gerüchte – ich hasse es, wenn etwas geschrieben oder gesagt wird, das nicht wahr ist. Es war sehr hart für mich, nicht zu antworten.”

Glasner hatte sich in der Vergangenheit kritisch über das Transfergebaren des Clubs und Verkäufe wichtiger Spieler geäußert. Der nächste dürfte Kapitän Marc Guehi sein. Der Abwehrstar steht unmittelbar vor dem Abschied zu Manchester City. Weil sich ein Transfer “in der finalen Phase” befinde, fehle der englische Nationalspieler am Samstag im Ligaspiel gegen Sunderland, bestätigte Glasner.

Verbliebene Ziele mit Palace

Er selbst scheint mit dem Kopf noch nicht woanders. “Ich habe es den Spielern gesagt und heute versprochen, dass ich mein Bestes geben werde, Crystal Palace die beste Saison seiner Geschichte zu geben, die beste Punktezahl der Geschichte”, erklärte Glasner. Die hatte der Club in der Premier League im Vorjahr mit 53 Zählern markiert. In dieser Saison stehen 28 Punkte zu Buche – vier mehr als in der vergangenen nach 21 von 38 gespielten Partien.

Nach zuletzt sechs Ligaspielen ohne Sieg ist Crystal Palace allerdings nur noch auf Tabellenplatz 13 zu finden. Im FA-Cup ist der Titelverteidiger nach einer Blamage beim Sechstligisten Macclesfield FC bereits ausgeschieden. In der UEFA Conference League steht das Glasner-Team dagegen in der K.o.-Phase, erhielt dort am Freitag Zrinjski Mostar als ersten Gegner zugelost – und gilt als ernsthafter Titelanwärter. “Wir werden alles tun, um eine weitere Trophäe in den Selhurst Park zu bringen”, betonte Glasner.

Mögliche Destinationen

Glasner hat als einer von nur drei österreichischen Trainern neben Bela Guttmann und Ernst Happel bereits einen Club zu einem Europacupsieg geführt – Eintracht Frankfurt 2022 zu jenem in der Europa League. Seine Trainerkarriere hatte der langjährige Verteidiger der SV Ried von 2012 bis 2014 als Assistent bei Red Bull Salzburg gestartet. Nach seiner ersten Cheftrainer-Station bei den Riedern und vier Jahren beim LASK ging es 2019 nach Deutschland. Dort verabschiedete sich Glasner 2023 nach je zwei Jahren beim VfL Wolfsburg und in Frankfurt.

Vorzeitig seines Amtes als Cheftrainer enthoben worden ist Glasner noch nie. Bisher hat er seine Verträge immer erfüllt. Jenen bei Crystal Palace unterschrieb er im Februar 2024. Den damaligen Abstiegskandidaten führte der Innviertler in seiner ersten Halbsaison als Zehnten noch ins gesicherte Mittelfeld. Mit dem Gewinn des FA-Cups und des Community Shields gegen Liverpool im Jahr darauf machte er sich auch für Spitzenclubs interessant. Neben Manchester United soll laut Medienberichten auch der Ligarivale Tottenham ein Auge auf ihn geworfen haben.

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