Truppe jubelt mit Shiffrin und Moltzan am Flachau-Podest

Truppe bei Shiffrin-Sieg im Flachau-Spektakel am Podest

Dienstag, 13. Januar 2026 | 22:37 Uhr

Von: apa

Katharina Truppe hat es als Dritte beim Weltcup-Nachtslalom in Flachau erstmals in diesem Ski-Winter aufs Podest geschafft. Die Halbzeit-Dritte behauptete ihren Stockerlplatz beim Nightrace hinter einem US-Duo. Mikaela Shiffrin kürte sich mit 0,41 Sekunden Vorsprung auf ihre Landsfrau Paula Moltzan zum bereits sechsten Mal zur “Snow Space Salzburg Princess”. Der Lohn der nun 107-fachen Weltcupsiegerin ist das Rekordpreisgeld im Frauen-Weltcup von 70.000 Euro.

Camille Rast, die Shiffrins Siegesserie jüngst in Kranjska Gora beendet hatte, landete zwei Hundertstel hinter Truppe auf Platz vier (+0,67). Die Vorjahresgewinnerin aus der Schweiz laborierte zuletzt an einer Grippe. Katharina Huber gelang als Zehnte im vorletzten Slalom vor den Olympischen Spielen ein großer Schritt zum Saisonhöhepunkt in Italien. Katharina Gallhuber fiel nach einem Steher vom zehnten Zwischenrang auf Platz 26 zurück. Vor 12.200 Zuschauerinnen und Zuschauern beim Flutlicht-Spektakel auf der Hermann Maier Weltcupstrecke holten auch Lisa Hörhager (14.) und Natalie Falch (17.) Weltcuppunkte.

Truppe ließ wie angesagt “den Bär steppen”

“Es war eine andere Anspannung, da oben unter den letzten drei zu stehen. Dann hörst du die Leute schreien. Es war richtig zach vom Kopf her”, schilderte Truppe bange Momente vor der Fahrt zu ihrem ersten Stockerlplatz in ihrem erklärten Lieblingsrennen. “Ich war so nervös am Start, meine Füße haben so gezittert. Dann hat es auch noch so lange gedauert, bis der Startstaberl zugegangen ist. Ich habe gekämpft, habe versucht, den Ski laufen zu lassen.”

Die Kärntnerin, die in Abwesenheit der verletzten Katharina Liensberger die österreichische Flagge im Slalom hochhalten muss, wollte “den Bär zum Steppen” bringen – und lieferte ab. Auf einer später stark nachlassenden Piste nutzte sie zunächst ihre Startnummer zwei optimal aus, trotz einer Fahrt im Ungewissen. “Ich konnte es nicht einschätzen. Ich war so im Tunnel, habe die Fans nicht gehört.” Der Lohn war Zwischenrang drei (+0,35) hinter dem US-Duo Shiffrin und Moltzan (+0,19).

Rast lag 43 Hundertstel hinter Truppe auf Platz vier, zündete danach den Turbo, doch Truppe behielt trotz “schwammiger Füße” im Hundertstelkrimi die Oberhand. “Die zwei Hundertstel waren wirklich Balsam für die Seele”, schnaufte die bald 30-Jährige durch. “Ich bin noch nie vor Heimpublikum am Podest gestanden. Jetzt weiß ich, wovon alle reden, weil es richtig cool ist.”

70. Slalom-Sieg von Shiffrin

Shiffrin baute mit ihrem 107. Weltcupsieg die Führung im Gesamtweltcup (170 vor Rast) und im Slalomweltcup (268 vor Rast) aus. “Es ist so ein fordernder Hang mit diesen Wellen. Ich wusste, Paula wird vorlegen und ich muss nachziehen”, sagte Shiffrin im ORF und meinte nach ihrem 70. Sieg im Slalom fast entschuldigend in Richtung ihrer Teamkollegin: “Ich träume von deinem ersten Sieg und hoffe, dass ich da auch dabei bin.” Dass sie beide an diesem Tag zusammen am Podest stehen durften, fanden die US-Girls freilich wunderbar.

Huber gelang mit Platz zehn eine Punktlandung. “Dieses Top Ten hilft ihr sehr”, sagte Trainer Klaus Mayrhofer zum internen Rennen um die Olympia-Qualifikation. Außer Truppe war dies in dieser Slalomsaison noch keiner fitten Läuferin gelungen. Huber ging nach einem “komplett verbremsten” ersten Durchgang laut eigener Aussage all in. “Ich habe versucht, die Ski einfach laufen zu lassen, wurscht, was passiert. Diese Sicherheit, dass ich trotzdem nie ausfallgefährdet war, gibt mir hoffentlich Auftrieb.”

Die Attacke von Gallhuber ging indes daneben. Sie wurde nach einem schweren Patzer durchgereicht. “Ich finde es richtig cool, wie ich aus dem Starthaus gegangen bin. Ich hatte Großes vor, wollte einfach Grün sehen im Ziel.” Der Rückfall sei bitter, “weil man es einfach irgendwann schwarz auf weiß sehen möchte”. Falch war zunächst mit ihrer Fahrt auf Zwischenrang 24 gar nicht zufrieden (“unten bin ich einen Müll gefahren”) und dementsprechend froh über die zweite Chance. “Im zweiten Durchgang habe ich das gemacht, was ich kann. Jetzt habe ich das in Flachau auch einmal erlebt.” Hörhager meldete sich anständig von einer Sprunggelenksblessur zurück. “Ich hatte wenige Trainings vor dem Rennen, deswegen bin ich erleichtert. Es ist für ein Rennen so schmerzfrei, dass es geht.”

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