Von: APA/Reuters
Der vierfache Weltmeister Max Verstappen kann den neuen Formel-1-Autos nach der größten Regelreform der vergangenen Jahrzehnte wenig abgewinnen. Das Fahren der mit nun deutlich größerem Elektro-Anteil ausgestatteten Boliden mache ihm “nicht viel Spaß”, erklärte der Red-Bull-Star am Donnerstag im Rahmen der Testfahrten in Bahrain. Es fühle sich eher wie “Formel E auf Steroiden” an, meinte der 28-jährige Niederländer – und nicht sehr nach der Formel 1.
In der vollelektrischen Formel E gehe es um Energie, Effizienz und das Management von all dem. “Als ein purer Rennfahrer mag ich es aber, Vollgas zu fahren, und im Moment kann man das nicht tun”, erklärte Verstappen seine Vorbehalte. “Alles, was man als Fahrer tut, hat massive Auswirkungen auf die Energie-Seite. Für mich ist das einfach nicht Formel 1.”
Per Knopfdruck können die Fahrer in den Autos der neuesten Generation zusätzliche Batterie-Power aktivieren. Der “Boost Button” kann auf einmal oder über die gesamte Runde verteilt eingesetzt werden. Dazu kommt noch der zusätzliche “Overtake Mode” – nur möglich, wenn ein Pilot innerhalb einer Sekunde an einen vorausfahrenden Konkurrenten ist. Dann wird kurzzeitig mehr elektrische Leistung abgerufen, sofern sie vorhanden ist. Der Fahrer kann das Aufladen direkt nur dadurch steuern, wenn er vom Gas geht.
Weltmeister Norris anderer Meinung
Verstappen erscheint das alles zu kompliziert – dabei spulte er in Bahrain ein großes Pensum ab und war zum Auftakt am Mittwoch hinter Weltmeister Lando Norris im McLaren die zweitschnellste Runde gefahren. Am zweiten Tag verwies Ferrari-Pilot Charles Leclerc in Sakhir Norris auf Platz zwei. Letzterer drehte am Donnerstag nicht weniger als 149 Runden und konnte Verstappens Kritik nicht wirklich nachvollziehen. “Es ist eine Herausforderung, aber eine gute Herausforderung”, sagte Norris. Man müsse auf eine etwas andere Art und Weise fahren.
Norris hatte Verstappen in der vergangenen Saison um zwei Punkte die WM-Krone abgejagt. “Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Also ja, wenn er zurücktreten will, kann er zurücktreten”, wurde der Engländer nach dem zweiten Testtag vom Fachmagazin “Autosport” zitiert. “Die Formel 1 verändert sich die ganze Zeit. Wir bekommen Unsummen bezahlt, um zu fahren, also gibt es nichts, über das man sich am Ende des Tages wirklich beschweren kann.” Jedem Fahrer stehe es frei, etwas anderes zu machen.
Nach einem dritten Testtag am Freitag stehen kommende Woche noch einmal dreitägige Tests auf dem Wüstenkurs in Sakhir auf dem Programm. Die Saison beginnt am 8. März mit dem Grand Prix von Australien in Melbourne.




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