Ein Hilfeschrei der Bozner Eishockeycommunity

“Wie geht es mit der Sill weiter?”

Freitag, 21. Mai 2021 | 13:13 Uhr

Bozen – Bekanntermaßen musste die Anlage in der Sill Mitte Dezember des letzten Jahres (wieder) geschlossen werden, dieses Mal wegen eines strukturellen Versagens der Dachkonstruktion, ausgelöst durch die ergiebigen Schneefälle. Sofort haben die im Eishockey tätigen Sportvereine auf dieses große Problem aufmerksam gemacht, zumal die Lage schon durch die Pandemie angespannt ist.

Heute, sechs Monate danach, gebe es keinerlei Neuigkeiten bzw. Informationen über das Schicksal der Sill. Aus diesem Grund haben die HCB Foxes Academy, für das Eishockey, Bozen on Ice, Ice Skating Bozen und Ice Club Bozen, für den Eiskunstlauf, ihre Kräfte gebündelt, um dringend eine Aktualisierung der Situation und ein mögliches Datum für eine eventuelle Wiedereröffnung in Erfahrung zu bringen.

Die obigen Vereine sind in den letzten Tagen mit ihrem Anliegen direkt an den Bozner Bürgermeister, Dr. Renzo Caramaschi und den Sportassessor der Gemeinde Bozen, Dr. Juri Andriollo, herangetreten, haben aber bisher keine Stellungnahme erhalten.

„Wenn im August nur die Eiswelle ihre Tore öffnen wird, werden unsere Vereine einen totalen Einbruch erleben”, erklärt Luca Fecchio von der HCB Foxes Academy, „zahlreiche Athleten werden in angrenzende Gemeinden „auswandern“ oder Sportart wechseln, was für uns das Ende bedeuten würde. Was uns aber total schockiert hat, ist die Tatsache, dass laut unseren Informationen bis dato in der Sill keine Besichtigung seitens der Techniker stattgefunden hat, um festzustellen, ob sich der Schaden nur auf den beschädigten Träger beschränkt, oder ob es die gesamte Struktur betrifft. Wir sprechen hier vom Schicksal von über 600 Athleten.”

„Wir möchten darauf hinweisen, dass sich in den Reihen unserer Eiskunstlaufvereine Athleten der nationalen Elite (d.h. der höchsten Kategorie) und der italienischen Nationalmannschaft befinden”, stellt Katerina Novakova von Bozen on Ice und auch Ice Skating Bozen fest, „in einer bereits von der Pandemie gezeichneten Saison verwundert uns die Untätigkeit der Institutionen bezüglich einer Suche nach Alternativen zur Lösung des Problems. Wir leben in Südtirol und hier gibt es unzählige spezialisierte Unternehmen aus der Holzbranche, die das Dach reparieren könnten und es gibt auch jede Menge Betriebe, die in der Lage sind, temporäre Eisaufbahnen aufzustellen. Eine mögliche Lösung, und dies sogar kurzfristig, wäre mit den anliegenden Gemeinden Vereinbarungen zu treffen, um den Bozner Vereinen in deren Sportanlagen Eisstunden zu günstigen Konditionen abzugeben. Dadurch könnte man zumindest übergangsweise und dies für einen möglichst kurzen Zeitraum die Lücke überbrücken, bis die Struktur in der Sill wieder benutzbar sein wird“. Sich für mehrere Monate außerhalb der Stadt zu bewegen, bedeute nämlich fast unüberbrückbare wirtschaftliche und organisatorische Anstrengungen.

„Auch wenn wir in dieser Saison unsere Aktivitäten auf das Minimum beschränkt haben, hat sich der Platz in der Eiswelle als unzureichend erwiesen”, so die Aussage seitens Milena Panic, technische Verantwortliche des Ice Club Bozen, „in den letzten Jahren ist die Wettbewerbsgruppe unseres Vereines zahlenmäßig und auch qualitativ trotz der Probleme in den letzten Jahren mit der Struktur in der Sill angestiegen. In der Vergangenheit waren wir bereits gezwungen, Alternativen für die Wettkämpfer zu suchen, obwohl wir auf die Sill zurückgreifen konnten: eine weitere Saison ohne eine zweite Struktur in Bozen wäre in jeder Hinsicht nicht mehr zu bewältigen, insbesondere was die Sicherheit der Athleten betrifft. Es wäre sehr schade, die ganze Aufbauarbeit der letzten Jahre so hinwerfen zu müssen“.

Man gibt die Hoffnung nicht auf, zu Beginn der neuen Saison wieder zu einer Art der „Normalität” zurückzukehren, die allen, auch den ganz Kleinen, ermöglicht, wieder auf dem Eis trainieren zu können. Zu den aktuellen Bedingungen wäre dies jedoch, nach einem sehr komplizierten Jahr, ein Ding der Unmöglichkeit. “Bereits in der abgelaufenen Saison sorgten die Überschneidungen der Termine der verschiedenen Vereine in der Eiswelle für eine Überlastung auf der Eisfläche”, fährt Fecchio fort, “es gab auch einige Zwischenfälle, die jedoch glücklicherweise alle glimpflich ausgingen. Außerdem hatten uns der Bürgermeister und der Assessor zu Beginn des Jahres für Anfang April eine Zusage über die Zukunft der Sill zugesichert, die bis heute nicht eingetroffen ist.“

Was das Eishockey betrifft, müssen seitens der FISG die Einschreibungen für die nationalen Meisterschaften 2021/22 innerhalb des Monates Mai erfolgen, dies inklusive Bankgarantien und Sicherheiten für die vorgesehen Einschreibegebühren. Weiters stehen die Verträge mit Trainern und Betreuern in der Schwebe, auch dies sollte bereits im Frühjahr geschehen. Die HCB Foxes Academy ist, beginnend mit der abgelaufenen Saison, mit dem H.C. Trient eine Partnerschaftsvereinbarung für die U19 und die Italian Hockey League eingegangen, die eingehalten werden muss. Momentan gebe es jedoch keine Garantie für eine Fortsetzung derselben.

“Was würde geschehen, wenn die Sill nicht rechtzeitig öffnen bzw. wenn der Schaden eine Wiedereröffnung hinauszögern würde? Gibt es einen Plan B? Bestünde die Möglichkeit, wie bereits in der Nachbargemeinde Eppan geschehen, die Ausrüstung für die Erstellung einer provisorischen regulären und überdachten Eislaufbahn anzumieten? Alles für uns lebenswichtige und auf eine dringende Antwort wartende Fragen, bisher leider unbeantwortet”, so die Sportvereine.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "“Wie geht es mit der Sill weiter?”"


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ando
ando
Universalgelehrter
25 Tage 18 h

Leifers, Auer,Neumarkt,Kaltern,Eppan,Lana….Plätze genug

Mikeman
Mikeman
Kinig
25 Tage 18 h

bei solchen Vogelsteigen iss eh ein Wunder dass nicht der ganze Dachstuhl zu Boden gedonnert ist.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
25 Tage 23 h

…des kann man doch nicht so vergammeln lassen, liebe Bozner Gemeinde…
😆

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