Haberl und Aigner bei Paralympics erfolgreich

Zweite Goldmedaille für Para-Alpinskiläufer J. Aigner

Montag, 09. März 2026 | 12:46 Uhr

Von: apa

Alpinskiläufer Johannes Aigner und Guide Nico Haberl haben ihre zweite Goldmedaille bei den Paralympics in Cortina gewonnen. Das Duo setzte sich in der sehbeeinträchtigten Klasse am Montag im Super-G auf der Tofana vor Giacomo Bertagnolli/Andrea Ravelli (ITA/+0,16) und Kalle Eriksson/Sierra Smith (CAN/+1,30 Sek.) durch. Am Samstag hatte Aigner wie seine Schwester Veronika Aigner und Guide Lilly Sammer Abfahrts-Gold geholt. Für die Rennläuferinnen gab es im Super-G Silber.

Der Titel ging bei den Frauen mit einem Vorsprung von 0,60 Sek. an die Italienerinnen Chiara Mazzel/Nicola Cotti Cottini, Bronze holten sich die Slowakinnen Alexandra Rexova/Sophia Polak (+4,85). Die mit Guide Stefan Winter angetretene Elina Stary schied nach Sturz aus.

Nächster Aigner-Streich

Im Gegensatz zum dominanten Sieg in der Abfahrt wurde es für Aigner/Haberl diesmal knapp. “Es war kein perfekter Lauf. Uns hat es hier und da einfach runtergedrückt. Im Ziel war es so ein bisschen: ‘Puh, ob sich das ausgeht?'”, erzählte Johannes Aigner nach seinem zweiten Goldlauf auf der Tofana. “Aber die anderen hatten genauso Probleme. Es war ein schwieriger Lauf, es sind schwierige Bedingungen, weil der Schnee jetzt schon ein bisschen aufgegangen ist. Und somit, glaube ich, haben wir aus einer schwierigen Situation das Beste gemacht.”

Der 20-jährige Niederösterreicher hält nun bei sieben paralympischen Medaillen, vier in Gold. Drei weitere Chancen hat das Duo mit Kombination (Dienstag), Riesentorlauf (Freitag) und Slalom (Sonntag) noch. Den Gedanken an fünf Goldene in Cortina wehrten die beiden aber ab. “Wir schauen von Rennen zu Rennen”, sagte Haberl.

Selbstkritik trotz Silber

Nicht ganz zufrieden bilanzierte am Montag Veronika Aigner. “Wir wissen, dass wir mehr können und das einfach heute nicht auf die Piste gebracht haben”, gab sie sich trotz Silber selbstkritisch. “Der Lauf heute war nicht einfach, es war viel mit Köpfchen zum Fahren. Und ich glaub, ich bin mit ein bisschen zu viel Kopf gefahren. Wir werden morgen mehr Gas geben. Aber wir wären echt blöd, wenn wir über eine Silbermedaille bei unserem ersten gemeinsamen Super-G-Rennen jammern würden”, meinte die Niederösterreicherin, die mit Sammer erst wenige Trainings bestritten hat, im Ziel.

Aigner, die am Dienstag mit Sammer auch in der Kombination startet, hält nun bei insgesamt vier Paralympics-Medaillen – drei in Gold, eine in Silber. “Die Kollektion wollen wir nicht hervorbringen. Wir hoffen, dass es nur zwei Farben bleiben. Das ist zwar ein sehr hoher Traum, das weiß ich schon, aber er wäre machbar. Wir werden unser Bestes geben, dass es so enden wird”, sagte die 23-Jährige mit Blick auf noch drei Starts und ihre Edelmetall-Ziele.

Gestürzte Stary erlitt Daumenprellung

Stary erlitt bei ihrem Sturz leichte Blessuren. “Ich bin ziemlich auf den Kopf gefallen, habe mir einen Daumen geprellt, der ist schon ein bisschen angeschwollen, aber zum Glück nichts Schlimmes. Ich glaube, es hat gröber ausgeschaut, als es wirklich war”, sagte die 19-jährige Kärntnerin. “Wenn das unten nicht passiert wär, dann wäre hier eine Medaille rausgekommen. Aber ich glaub, ich hab noch öfter die Chance.” Die nächste ist in der Kombi. “Wir wissen, dass wir schnell sind. Das ist natürlich perfekt für die nächsten Tage”, fügte Winter hinzu.

In der stehenden Klasse der Männer gab es wie bereits in der Abfahrt auch im Super-G keinen Podestplatz. Thomas Grochar wurde als bester Österreicher Achter, Teamkollege Nico Pajantschitsch belegte Rang zehn, Markus Salcher schied nach Sturz aus. Gold ging erneut an den Schweizer Robin Cuche. Bei den Frauen gewann die Russin Warwara Worontschichina, womit die russische Hymne erstmals seit der umstrittenen Wiederzulassung Moskaus als paralympisches Vollmitglied bei einem Sport-Großereignis wieder ertönte.

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