STF ist besorgt

Krebserregende Gase in Kindergärten

Freitag, 25. September 2015 | 08:30 Uhr

Kaltern/Neumarkt – Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit hat im Zuge ihrer Gemeinderatstätigkeit herausgefunden, dass in mehreren Kindergärten im Unterland und Überetsch erhöhte und teilweise auch zu hohe Radonwerte festgestellt wurden. Die Messungen wurden vom Labor für physikalische Chemie des Landes und der Dienststelle für Arbeitsschutz an allen Schul- und Kindergartengebäuden Südtirols durchgeführt. Die Ergebnisse brachten zum Vorschein, dass bei ca. 120 Bauten die Werte zu hoch sind. Im Unterland und Überetsch sind vor allem die Gemeinden Kaltern, Eppan, Montan und Neumarkt betroffen, heißt es in einer Aussendung.

Radon ist ein natürliches radioaktives Element. Die Belastung mit Radon bzw. dessen Zerfallsprodukte bringt allerdings Gefahren mit sich, da das Gas, welches meist aus dem Untergrund in Häuser eindringt, den Radioaktivitätsgehalt der Luft ansteigen lassen kann. Es ist nachgewiesen, dass der Stoff krebserregend ist. Nach derzeitigen Schätzungen, so geht es aus der Beantwortung der Landesregierung hervor, sind weltweit drei bis 14 Prozent aller Lungenkrebsfälle auf Radon zurückzuführen. Meist sind durch Wechselwirkungen Raucher davon betroffen.

"Erhöhte Radon-Werte, also zwischen 300 bis 500 Becquerel pro Kubikmeter Luft, wurden in einigen Räumlichkeiten der folgenden Kindergärten festgestellt: Kindergarten Eppan St. Michael, Kindergarten Eppan Gand, Kindergarten Girlan (Bewegungsraum), Kindergarten Kaltern Mitterdorf und Kindergarten Laag. Sehr hohe Werte, also über 500 Becquerel pro Kubikmeter Luft, wurden in einigen Räumlichkeiten der Kindergärten von St. Pauls, Kindergarten Girlan (Büro), Kindergarten Kaltern St. Josef am See und Kindergarten Kaltenbrunn festgestellt", schreibt die Süd-Tiroler Freiheit.

Die Bezirksgruppe der Süd-Tiroler Freiheit im Unterland/Überetsch zeigt sich vor allem von den hohen Werten über 500 Becquerel pro Kubikmeter Luft besorgt und wird in diesen Gemeinden über ihre Ortssprecher auf rasche Gegenmaßnahmen drängen. Die Bewegung fordert die betroffenen Gemeinden schon jetzt dazu auf, "stark belastete Räume bis zur Sanierung, wo logistisch möglich, nicht mehr zu benutzen." Die Grundschule der Gemeinde Sexten hat erst kürzlich auf diese Weise reagiert, um Schüler und Lehrpersonen zu schützen.

Von: ©lu

Bezirk: Überetsch/Unterland