Gegen die Tücken im Online-Handel

Verbraucherschutz im Netz: Der Online-Schlichter

Dienstag, 05. Juli 2016 | 10:43 Uhr

Bozen – Der Online-Handel boomt und auf europäischer Ebene werden immer mehr Maßnahmen getroffen, um die bestehenden Barrieren im E-Commerce zwischen den EU-Mitgliedsstaaten abzuschaffen und die Verbraucher in der EU zu schützen. Mit der neuen Online-Schlichtungsstelle stellen die Verbraucherzentrale Südtirol und die Handelskammer Bozen unter www.onlineschlichter.it eine kostenlose Plattform für die Südtiroler Verbraucher und Unternehmen bereit, über die sie Streitigkeiten bei Online-Käufen lösen können.
 
Immer mehr Verbraucher und Verbraucherinnen tätigen Einkäufe über das Internet. Der Online-Handel birgt aber auch seine Tücken. Genauso wie im traditionellen Handel kann es beim Online-Shopping zu Uneinigkeiten zwischen Verkäufern und Konsumenten kommen. Oft befinden sich Käufer und Verkäufer in verschiedenen Ländern oder man hat es mit undurchsichtigen Konzernstrukturen zu tun.

Gerade wenn es um Reklamationen geht, ist es nicht immer leicht, bei Online-Geschäften seine Rechte geltend zu machen. Durch die im Mai von der Verbraucherzentrale Südtirol und der Handelskammer Bozen ins Leben gerufene Online-Schlichtungsstelle sollen Südtiroler Konsumenten und Unternehmen eine kompetente Anlaufstelle erhalten, um Uneinigkeiten mit Händlern aus dem In- und Ausland so unkompliziert wie möglich aus der Welt zu schaffen.

Laut Gesetz muss jedes Unternehmen, das einen Online-Shop betreibt auf seiner Internetseite eine Schlichtungsstelle anführen, an die sich Konsumenten bei einem Streitfall wenden können. Laut einer aktuellen Erhebung der Verbraucherzentrale auf nationaler Ebene gibt es hier noch viel Nachholbedarf, lediglich sieben Prozent der Online-Shops in Italien erfüllen diese Vorgabe, in Südtirol sind es bereits 25 Prozent.

Die Handelskammer möchte die Südtiroler Unternehmen, die Online-Handel betreiben, dazu aufrufen, auf ihren Internetseiten auf die Möglichkeiten zur alternativen Streitbeilegung – wie etwa den Online-Schlichter www.onlineschlichter.it – hinzuweisen, um so auch die Qualität des eigenen Kundenservice zu unterstreichen.

Die Europäische Kommission will künftig die nationalen Schranken im Online-Handel abschaffen, insbesondere im Hinblick auf das sogenannte „Geoblocking“. Geoblocking bedeutet, dass Händler den Zugriff auf ihre Internetseiten aus anderen EU-Staaten beschränken bzw. automatische Weiterleitungen auf andere Portale aktivieren, in denen höhere Preise gelten, als für inländische Kunden. Ziel ist es, einen digitalen Binnenmarkt zu schaffen, den grenzüberschreitenden Internethandel anzukurbeln und Konsumenten innerhalb der EU gleichzustellen.

Für weitere Informationen steht die Handelskammer Bozen zur Verfügung, Ansprechpartner Ivo Morelato, Tel. 0471 945 629, E-Mail: morelato@handelskammer.bz.it.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen