Predigt von Erzbischof Dal Toso, Hirtenbrief von Bischof Muser

Aschermittwoch im Bozner Dom

Mittwoch, 18. Februar 2026 | 11:10 Uhr

Von: Ivd

Bozen/Brixen – Mit einem Gottesdienst im Bozner Dom hat Bischof Ivo Muser heute Mittwoch, 18. Februar 2026, die Fastenzeit eröffnet. Die Predigt hielt der aus Leifers stammende Apostolische Nuntius in Jordanien, Erzbischof Giampietro Dal Toso. Gleichzeitig veröffentlichte der Bischof heute seinen Fastenhirtenbrief „Christus begegnen“, in dem er das Miteinander von Eucharistiefeier und Wort-Gottes-Feier klärt und deren jeweilige Bedeutung hervorhebt.

Der Aschermittwoch markiert den Beginn der 40-tägigen Vorbereitungszeit auf Ostern. Im Gottesdienst wird den Gläubigen Asche, gewonnen aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres, als Zeichen der Vergänglichkeit und der Umkehr auf die Stirn aufgelegt. In der kirchlichen Tradition ist sie ein sichtbares Zeichen für eine innere Haltung: die Bereitschaft, das eigene Leben neu auf Gott und die Mitmenschen auszurichten.

Fasten als Weg zu innerer Freiheit

In seiner Predigt stellte Erzbischof Dal Toso die drei klassischen Elemente der Fastenzeit in den Mittelpunkt: Beten, Fasten und Almosen geben. Diese seien kein Selbstzweck, sondern konkrete Schritte, um Abstand vom eigenen Ich zu gewinnen. „Wir können nicht nur für uns selbst leben“, sagte der Nuntius. Freiheit entstehe dort, wo der Mensch lerne, über sich selbst hinauszublicken. Wer bete, verzichte bewusst auf Zeit für sich selbst; wer faste, sage Nein zu eigenen Wünschen; wer teile, relativiere die Bedeutung von Besitz. Diese Haltung sei Voraussetzung für echte Liebe; in der Familie genauso wie im gesellschaftlichen Engagement.

Verantwortung über die eigenen Grenzen hinaus

Dal Toso verwies auf die weltweiten Krisen und Konflikte, besonders in seinem derzeitigen Wirkungsbereich im Nahen Osten. Während Südtirol in Frieden und vergleichsweisem Wohlstand lebe, litten viele Menschen unter Krieg, Armut und Unsicherheit. Die Fastenzeit könne helfen, die eigene Verantwortung neu wahrzunehmen.

Hirtenbrief: Orientierung in veränderten kirchlichen Strukturen

Mit dem Aschermittwoch wurde heute auch der Fastenhirtenbrief von Bischof Ivo Muser veröffentlicht. Unter dem Titel „Christus begegnen“ nimmt er die aktuellen Veränderungen im kirchlichen Leben in den Blick und gibt konkrete Orientierung für die Feier von Gottesdiensten in der Diözese Bozen-Brixen.

Angesichts des Priestermangels beschreibt der Bischof offen die Herausforderungen für die Pfarreien. Zugleich betont er, dass das liturgische Leben weiterhin ein zentrales Element kirchlichen Lebens bleibt und von der Mitverantwortung aller Getauften getragen wird. Aus der Taufe heraus seien Christen befähigt, Gottes Wort zu hören, gemeinsam zu beten und Verantwortung für das gottesdienstliche Leben vor Ort zu übernehmen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der klaren Unterscheidung zwischen Eucharistiefeier und Wort-Gottes-Feier. Wort-Gottes-Feiern sollen grundsätzlich ohne Kommunionausteilung gefeiert werden und als eigenständige liturgische Form erkennbar bleiben. Diese Klarstellung versteht der Bischof als Wertschätzung beider Feierformen. Die Eucharistie bleibe zugleich die Mitte des christlichen Lebens. Auch wenn sie nicht mehr überall regelmäßig möglich sei, dürfe ihr Rückgang nicht gleichgültig hingenommen werden.

Darüber hinaus unterstreicht Muser den besonderen Stellenwert des Wortes Gottes. Christus sei im Wort selbst gegenwärtig; daher komme den biblischen Lesungen eine zentrale Bedeutung zu. Die Fastenzeit versteht der Bischof als Einladung, das eigene Glaubensleben bewusst zu vertiefen und die gottesdienstliche Feier klar, würdig und verantwortungsvoll zu gestalten

Hier geht’s zur Kurzfassung des Hirtenbriefs, die am kommenden Sonntag in den Pfarreien vorgetragen wird: www.bz-bx.net/de/news/detail/hirtenbrief-fastenzeit-2026-kurz. Und hier der Link zum vollständigen Hirtenbrief: www.bz-bx.net/de/news/detail/hirtenbrief-fastenzeit-2026.

Bezirk: Bozen

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