Bozen – Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit, die der Vorbereitung und Einstimmung auf das Osterfest dient und eine Zeit der Buße ist. Bischof Ivo Muser hat heute, 22. Februar 2023, im Bozner Dom den Gottesdienst mit der Aschenauflegung gefeiert und seinen Hirtenbrief zur Fastenzeit veröffentlicht. Unter dem Titel „Mut zum Verzicht“ schreibt der Bischof: „Verzicht wird meistens mit Verlust gleichgesetzt. Die Fastenzeit ist ein Kontrapunkt: Verzicht ist nicht Schwäche, sondern Stärke und Gewinn.“
Der Name Aschermittwoch kommt von dem Brauch, die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres im Zuge des Gottesdienstes am Aschermittwoch zu segnen. Das Spenden des Aschenkreuzes ist eine Art symbolische Reinigung. Die Fastenzeit soll für die Gläubigen eine Zeit der Umkehr sein, die Asche als Symbol der Vergänglichkeit soll zur Buße aufrufen. Mit Beginn der Fastenzeit werden die Menschen dazu aufgerufen, sich in Verzicht zu üben und ihren Lebensstil zu mäßigen.
Krieg in der Ukraine
Bischof Muser hat den Gottesdienst mit der Aschenauflegung heute im Dom von Bozen gefeiert. In seiner Predigt hat der Bischof unter anderem an die Vergänglichkeit des Menschen erinnert und an die Bereitschaft zur Versöhnung gefordert. In diesem Zusammenhang sprach Muser den Krieg in der Ukraine an, der fast auf den Tag genau vor einem Jahr begonnen hat: „Übermorgen, am 24. Februar, ist es ein volles Jahr, dass der Angriffskrieg auf die Ukraine andauert. Es macht sehr traurig und betroffen, dass alle Friedensappelle ins Leere gehen, dass ständig nur von Aufrüstung und Waffenlieferungen die Rede ist und dass der Wille zu Friedensverhandlungen nicht gegeben ist. Beten und fasten wir heute in Verbundenheit mit allen Menschen, die die Schrecken dieses Krieges erleben müssen.“ In Richtung der Kriegsführenden richtete der Bischof den Appell: „Beendet diesen Wahnsinn, beendet dieses entsetzliche Sterben und diese Zerstörung. Habt Mitleid mit den leidgeprüften Menschen. Dieser Krieg ist eine Niederlage der Menschlichkeit und des christlichen Erbes Russlands und der Ukraine, eine Schande für unser Europa und für die Menschheit.“
Abschließend sagte der Bischof, dass der Aschermittwoch „Klartext spreche“: „Es braucht Mut, sich dem zu stellen, was die Asche bedeutet. Es ist der österliche Mut unseres Glaubens: Über die Asche zu neuem Leben, über die Umkehr zu mehr Versöhnung, über den Verzicht zu mehr Freiheit, über das Kreuz zur Auferstehung.“
Hirtenbrief „Mut zum Verzicht“
Der Mut zum Verzicht ist auch das zentrale Thema des Hirtenbriefes, den Bischof Muser heute veröffentlicht hat. Bischof Muser schreibt, dass grenzenloses Wachstum und begrenzte Ressourcen nicht auf einen Nenner gebracht werden können. „Alles muss wachsen, jedes Jahr: So lautet ein weitverbreitetes Dogma in unserer Gesellschaft. Die negativen Folgen eines rein ökonomisch ausgerichteten Mentalitäts- und Denkansatzes werden sehr selten angesprochen. Verzicht wird meistens mit Verlust gleichgesetzt. Die Fastenzeit ist ein Kontrapunkt: Verzicht ist nicht Schwäche, sondern Stärke und Gewinn“, schreibt der Bischof.
Im Hirtenbrief ruft Bischof Muser dazu auf, darauf zu verzichten, alles schlechtzureden, immer mehr haben zu wollen, alles zu einem „Event“ verkommen zu lassen und Gewalt im Denken, Reden und Tun anzuwenden. Für Bischof Muser sollen wir verzichten, um zu wachsen: „Verzicht ist innere Kraft und Chance. Verzicht ist Entscheidung und Entschiedenheit. Verzicht ist nicht Lebensverneinung, sondern Lebensförderung.“
Von: luk
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6 Kommentare auf "Bischof Muser am Aschermittwoch: „Mut zum Verzicht“"
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Herr Bischof, mut zum Verzicht klingt aus dem munde der katholischen Kirche einfach nur lächerlich. Die Kirche sollte Vorbild sein für seine Schäfchen, stattdessen bereichert sich die Kirche und gibt den Bedürftigen: NICHTS , außer: GOTT LIEBT DICH, VERTRAUE AUF GOTT UND DU WIRST ERHÖRT WERDEN 😡
das war im mittelalter mal so……..
diejenigen die heute so reden wie du gehen eh nicht mehr in die kirche, machen höchstens noch bei der erstkommunion ihrer kinder ein riesen tamtam und können nicht mal das vater unser
Jedem ist freigestellt ob kirchengang oder nicht. Ich habe lediglich meine Meinung kund getan, alles was ich gesagt habe ist Fakt. Geh du nur weiter in die Kirche und lass den anderen ihren Frieden!
Immer dasselbe Geschwätz der Kirche.Der Bischof sollte vor der eigenen Tür kehren und kurz nachdenken.
Die Kirche ist bei uns unter den größten Grundbesitzern. In jedem Dorf haben sie so einiges an Immobilienbesitz, landwirtschaftliche Betriebe und bewirtschaftete Flächen…
…und jeden Sonntag betteln sie sogar die Ärmsten an, damit sie ein paar von der Mindestpension hart ersparte Euro in den Klingelbeutel werfen…
nennt man das heuchlerisch oder scheinheilig?
Also liebe Katholische Kirche sei mutig 🫢